Wetter Winter 2019/2020 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Winter 2020 aktuelle Wetterprognose vom 25.01.2020 - Es kommt Bewegung ins Spiel

Die Großwetterlage verändert sich strukturell nachhaltig und ermöglicht entlang der Polarfront eine erhöhte Wellenbewegung.

Winterliche Ambitionen ab den mittleren Lagen?
Winterliche Ambitionen ab den mittleren Lagen?

Mit Winter hat die kommende Großwetterlage weiterhin wenig gemeinsam. Zwar erfolgt zum Start in die neue Woche eine strukturelle Veränderung der Großwetterlage und führt zur Wochenmitte nasskalte Luftmassen nach Deutschland und lässt die Schneefallgrenze kurzzeitig bis auf die mittleren Lagen absinken, doch bereits Anfang Februar dreht die Grundströmung auf südwestliche Richtungen und lässt die Temperaturwerte in einen für die Jahreszeit außergewöhnlich warmen Bereich ansteigen.

Begleitet wird der Wetterwechsel von reichlich Niederschlag von unterschiedlichster Intensität und Dauer. Dazu bläst ein kräftiger Wind aus überwiegend westlichen Richtungen, der zwischendurch auch zu stürmischen Windböen führen kann. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter Februar 2020.

Der Winter noch in weiter Ferne: Windiges und mildes Wetter Anfang Februar
Wetterprognose des europäischen Wettermodells: Der Winter noch in weiter Ferne: Windiges und mildes Wetter Anfang Februar
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Wetterprognose nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Die Wellenbewegung entlang der Polarfront nimmt zu

Die atlantische Tiefdruckaktivität ist nach der Wetterprognose der Europäer auf einem sehr hohen Niveau und chaotisch strukturiert.

Zwischen Hoch und Tief

Gleich fünf Wetterzonen zeigen sich nach der Wettervorhersage der Europäer. Zum einen ist da die Tiefdruckaktivität über Neufundland zu benennen, die wiederum von einem Hochdruckkeil auf dem Atlantik an einem weiterkommen nach Osten blockiert wird.

Gleich anschließend aber trogt schon das nächste Tiefdruckzentrum über Island bis zu den Azoren hinunter aus, was wiederum das Hoch über Mitteleuropa nach Norden auftreibt, während über der Barentssee ein weiterer Tiefdruckwirbel festsitzt.

Die Wellenbewegung entlang der Polarfront nimmt zu

Daraus resultiert eine Großwetterlage, deren Ausgang noch nicht ganz klar ist und sich in den kommenden Stunden noch verändern kann. Klar aber ist, dass eine stringent verlaufende Westwetterlage so erst einmal nicht mehr möglich ist und das mehr und mehr in eine meridional verlaufende Grundströmung hinauslaufen wird. Ob warm oder kalt wird man abwarten müssen.

Hohe Wellenbewegung entlang der Polarfront
Wetterprognose des europäischen Wettermodells: Hohe Wellenbewegung entlang der Polarfront
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Wettervorhersage nach dem amerikanischen Wettermodell: Winterliche Ambitionen sind zu erkennen

Auch nach der Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells erhöht sich Anfang Februar die Schwingung entlang der Polarfront. Doch im Gegensatz zu den Europäern wird die Hochdruckaktivität auf dem Atlantik gestärkt.

Wintereinbruch oder nur ein Hauch von Winter?

Das bleibt abzuwarten. Zum aktuellen Stand berechnet das amerikanische Wettermodell die Verlagerung des Hochdruckzentrums zum 3. Februar auf den Atlantik. Nachfolgend trogt die Tiefdruckaktivität über Skandinavien nach Süden aus.

In diesem Prozess werden kalte Luftmassen nach Süden geführt, was bis zum 4. Februar ein Tiefdruckgebiet über der Mittelmeerregion initialisiert. Somit werden die Grundlagen geschaffen, um weitere Kaltluftmassen aus nördlichen Richtungen anzuzapfen. Zudem stabilisiert das Tief über der Mittelmeerregion die Hochdruckposition auf dem Atlantik.

Winter bis auf das Flachland herab?

Erreichen die Tageshöchstwerte nach dem amerikanischen Wettermodell am 3. Februar noch Werte von +5 bis +10 Grad, so sind es am 4. Februar +0 bis +6 Grad und am 6. Februar -2 bis +5 Grad, wobei es über dem Nordwesten und Norden (aufgrund der warmen Nord- und Ostsee) mit bis +7 Grad milder bleiben kann.

Die winterlichen Optionen nehmen ab den mittleren Lagen zu (400 bis 600 Meter), doch über tieferen Lagen ist vorerst mit einem nasskalten Wettercharakter vorlieb zu nehmen, wobei Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer bis auf tiefere Lagen herab nicht auszuschließen sind.

Ein winterlicher Ansatz
Wettervorhersage nach dem amerikanischen Wettermodell: Ein winterlicher Ansatz
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Das Hoch kippt ab

Doch was man auf der oben gezeigten Wetterkarte bereits erkennen kann, ist die weiterhin enorm hohe Tiefdruckaktivität über dem östlichen Kanada, Grönland und Island. Anders formuliert lässt es sich die atlantische Tiefdruckaktivität nicht gefallen, was das Hoch da versucht zu unternehmen. Nachfolgend wird das Hoch mehr und mehr abgeschwächt und in Richtung Mitteleuropa gedrückt. Der Wettercharakter beruhigt sich vom 6. bis 10. Februar und mit einer zunehmender Sonnenscheindauer streben die Temperaturwerte erneut in Richtung der +10 Grad Marke.

Keine stabile Winterwetterlage
Wettervorhersage nach dem amerikanischen Wettermodell: Keine stabile Winterwetterlage
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Auf den Punkt gebracht: Nasskalter Wettertrend

Betrachtet man die Kontrollläufe, so ist der Wettertrend bis zum 3. Februar mit einem Auf und Ab der Temperaturen und einer mäßig hohen Niederschlagsneigung gesetzt. Auch sind im Verlauf der kommenden Woche Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer nicht ganz auszuschließen. Insgesamt wird der Wettercharakter spürbar rauer und windiger verlaufen, als das noch in den letzten Tagen der Fall war. Die ersten Februar-Tage aber werden außergewöhnlich mild ausfallen.

Entscheidend aber ist - und das stützen mittlerweile beide Vorhersage-Modelle - eine zunehmende Wellenbewegung entlang der Polarfront, die das Temperaturniveau vom 4. bis 9. Februar allmählich absinken lässt, was die winterlichen Ambitionen ab den mittleren Lagen (400 bis 800 Meter) erhöht und den nasskalten Trend über den tieferen Lagen verstärkt.

Endlich Niederschlag

Die Kontrollläufe bestätigen eine im Zeitraum vom 27. Januar bis 5. Februar anhaltend gemäßigt hohe Niederschlagserwartung, die über dem Norden und Westen höher als über dem Süden und Osten ausfallen kann.

Die Winterprognose nach den Kontrollläufen
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
1. Februar +0 bis
+12 Grad
+5 bis
+7 Grad
5. Februar -1 bis
+12 Grad
+5 bis
+7 Grad
9. Februar -6 bis
+10 Grad
+2 bis
+5 Grad
Diagramm Temperaturen Februar 2020 vom 25.01.2020
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Februar 2020 von zu kalt, normal, zu warm

Nasskalt mit winterlichen Optionen ab den mittleren Lagen, so lautet das Fazit. Der Polarwirbel wird - auch bedingt durch die Jahreszeit - zunehmend instabiler und neigt entlang der Polarfront zu höheren Wellenbewegungen, die über Deutschland, der Schweiz und Österreich sowohl zu warmen, aber auch winterlich kalten Wetterlagen führen können. Zudem verstärkt sich der Trend hin zu einem Major-Warming in Stratosphärenhöhe, was den Winter im Februar noch zu einer spannenden Angelegenheit machen kann. Mehr dazu und was sich im Tagesverlauf alles verändert hat, erläutern wir in einer Aktualisierung der Winterprognose heute Abend an dieser Stelle gegen 20:00 Uhr.

 

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Update der Wetterprognose von 20:02 Uhr

Die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells hat sich im Tagesverlauf kaum verändert. Das Hoch verlagert sich Anfang Februar über Mitteleuropa und lässt die Temperaturen richtig warm werden. Simuliert werden bis zum 3. Februar Spitzenwerte von +7 bis +12 Grad und örtlich bis +15 Grad.

Die Schlüsselszene aber für die weitere Wetterentwicklung zeigt sich zum 3. Februar. Erneut berechnet das amerikanische Wettermodell die Verlagerung des Hochdrucksystems von Mitteleuropa raus auf den Atlantik.

Erst wenn sich das Hoch auf den Atlantik verlagert, bekommt der Winter seine Chance
Berechnung Wetterlage nach dem amerikanischen Wettermodell: Erst wenn sich das Hoch auf den Atlantik verlagert, bekommt der Winter seine Chance
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Nasskalt

Doch wie bereits heute Nachmittag besprochen, verbleibt das Hoch zu nahe an Mitteleuropa und leitet vom 5. bis 10. Februar allenfalls eine Nordwestwetterlage mit winterlichen Optionen ab den mittleren Lagen ein.

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Über tieferen Lagen werden Tageswerte um die +5 Grad über dem Norden und Westen und +2 Grad über dem Süden und Osten berechnet. Die Frostgrenze schwankt zwischen 500 bis 700 Meter.

Der Februar startet zwar mild, wird aber nachfolgend rasch kühler mit winterlichen Optionen ab den mittleren Lagen
Berechnung Wetterlage nach dem amerikanischen Wettermodell: Der Februar startet zwar mild, wird aber nachfolgend rasch kühler mit winterlichen Optionen ab den mittleren Lagen
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Major-Warming Anfang Februar?

Ein sehr kräftiges Minor-Warming in Stratosphärenhöhe wird in den Vorhersage-Modellen zum 2. Februar berechnet. Fraglich ist im Moment noch, ob es sich zu einem Major-Warming wird weiter entwickeln können?

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Schaut man sich die Windgeschwindigkeiten in Stratosphärenhöhe entlang des 65. Breitengrades an, so betragen diese aktuell +108 km/h und liegen damit im Normbereich. Bis zum 8. Februar aber sinken die Werte auf 0 km/h ab und zum 10. Februar werden die Windgeschwindigkeiten mit -18 km/h leicht negativ berechnet. Das sind durchaus ernstzunehmende Ansätze eines Major-Warmings, die den Polarwirbel in den unteren Luftschichten nachhaltig beeinflussen können. Ob das dann aber in Richtung Winter geht, steht auf einem anderen Blatt.

Entwickelt sich das Minor-Warming zu einem Major-Warming weiter?
Berechnung Stratosphärenwirbel: Entwickelt sich das Minor-Warming zu einem Major-Warming weiter?
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Was kann passieren

Der Absturz der Windgeschwindigkeiten ist - zum aktuellen Stand - enorm. Wann ist mit den Auswirkungen zu rechnen? Rund 3 bis 7 Tage später kann der Polarwirbel in den unteren Luftschichten Auswirkungen zeigen - je nach Intensität reicht das Spektrum von einem instabilen Polarwirbel, einem Polarwirbelsplit, bis hin zu einem völligen Zusammenbruch des Polarwirbels. Zu sehen ist davon im Hauptlauf noch nichts, doch die Kontrollläufe zeigen ein paar Varianten, die einen Rückschluss auf das Ereignis zulassen.

Vollständig gestörtes Zirkulationsmuster mit winterlichen Auswirkungen bis auf das Flachland herab
Berechnung Polarwirbel: Vollständig gestörtes Zirkulationsmuster mit winterlichen Auswirkungen bis auf das Flachland herab
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Die Randfaktoren

Der AO- und auch der NAO-Index reagieren noch nicht in dem Maße, wie es für einen - nachhaltigen - Wintereinbruch bis auf tiefere Lagen herab vonnöten wäre. Der Wettertrend ist vom 5. bis 10. Februar - wie auch von den Kontrollläufen - auf nasskalt getrimmt.

Die Erkenntnis: Es kommt Schwung in die Wetterküche

Nicht nur durch den Wetterwechsel im Verlauf der kommenden Woche mit viel Wind, Niederschlag, teils nasskalten Temperaturen und winterlichen Wettererscheinungen ab den mittleren Lagen und einer nachfolgend kräftiger Milderung Anfang Februar verkünden ein Ende der langweiligen Großwetterlage. Nein, auch weiter oben - in Stratosphärenhöhe - zeigt sich mit einem möglichen Major-Warming ein Phänomen, welches für die Jahreszeit etwas zu früh dran ist und in den kommenden Tagen weiter beobachtet werden muss. Sollte es aber eintreten, so werden die Karten grundsätzlich neu gemischt werden können. Soweit der Stand.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,37 +2,4 +1,56 510 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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