Wetter Winter 2019/2020 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Winter 2019/2020 aktuelle Wetterprognose vom 15.12.2019 - Kalt, nasskalt oder mild? Wie steht es um den Winter um und nach Weihnachten?

Wann kommt der Winter? Bis Weihnachten ist kein Wintereinbruch zu erwarten, doch über die Feiertage und darüber hinaus gibt es Signale, die das ändern können.

Im Verlauf der Woche wird sich der eine oder andere sicherlich fragen, ob er überhaupt in der richtigen Jahreszeit ist. Was ist mit dem Winter los, wenn es plötzlich Werte von +10 bis +15 Grad gibt und örtlich sogar bis zu+17 Grad? Milde Werte kommen im Dezember häufiger vor - das ist nichts ungewöhnliches. Ungewöhnlich wird es nur, wenn dies über einen längeren Zeitraum geschieht.

Was ist mit dem Winter los?
Was ist mit dem Winter los?

Im Vergleich zu früher waren milde Phasen auf ein paar wenige Tage beschränkt, doch heute ist die Halbzeit des Dezembers erreicht und er hat bisweilen eine durchschnittliche Temperatur von +2,8 Grad aufbauen können. Normal sind im Dezember +0,8 Grad und so beträgt die aktuelle Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert rund +2 Grad.

Kumuliert man nun noch die warme Temperaturepisode bis zum 20. Dezember obendrauf, so sollte die Abweichung bei rund +3 bis +3,5 Grad liegen. Man braucht kein Prophet oder Experte zu sein um zu erkennen, dass das Wetter im Dezember erneut zu warm ausfallen wird. Mehr dazu in der Wetterprognose Wetter Dezember und Weihnachten 2019.

Ein außergewöhnlich warmes Weihnachtsfest
Berechnung der Wetterlage nach dem amerikanischen Prognose-Modell: Ein außergewöhnlich warmes Weihnachtsfest
© www.meteociel.fr

Wetterumschwung zu Weihnachten

Das ist die Frage, die uns seit einigen Tagen beschäftigt. Zwar sind die groben Wetterentwicklungen klar strukturiert und lassen einem Wintereinbruch nur minimale Chancen, doch es gibt drei Rahmenbedingungen, die einen die grüne Weihnachten noch nicht ausrufen lassen.

Veränderung des Struktur innerhalb des Polarwirbels

Ideale Voraussetzungen für eine aktive Westwetterlage - wie sie aktuell vorherrschend ist - ist ein intakter Polarwirbel mit Kaltlufttransport von Sibirien in Richtung Kanada. Dort werden die kalten Luftmassen nach Süden in Richtung Neufundland abgeführt und es entstehen in schöner Regelmäßigkeit Tiefdruckgebiete auf dem Atlantik. Durch das Rotationsmuster der Wettersysteme kann sich daraus eine beachtliche Erhaltungsneigung ergeben, die über Wochen hinweg andauern kann. Sehr zum Leidwesen aller Freunde des Winterwetters.

Minor- / Major-Warming in Stratosphärenhöhe

Damit eine Veränderung also überhaupt möglich ist, muss ein Störimpuls her. Der kann von Polarwirbel direkt, in den Luftschichten darüber, oder in Form von Hochdruckeinschüben geschehen. Ein sog. Major-Warming in Stratosphärenhöhe ist derzeit ausgeschlossen, soll bedeuten, dass von oben herab keine Veränderung zu erwarten ist. Im Gegenteil, die Windgeschwindigkeiten streben entlang des 65. Breitengrades mit +216 km/h zum 18. Dezember einem Höhepunkt entgegen. Zum Vergleich: typisch sind +130 km/h und sollte eine Veränderung von oben herab erfolgen, so müssten die Windgeschwindigkeiten in die negative Richtung kippen (aus West-Ost wird Ost-West).

AO- und NAO-Index

Vor allem der AO-Index (Vereinfacht: Zustandsbeschreibung des Polarwirbels) wird ab dem 16. Januar negativ berechnet. Das bedeutet, dass der Polarwirbel an Stabilität verlieren wird und entlang seiner Polarfront zu einer erhöhten Wellenbewegung neigt. Meridionale Wetterlagen sind dann wahrscheinlicher als eine stringente West-Ost-Strömung. Nun haben meridionale Wetterlagen aber zwei Seiten - eine sehr warme und eine kühlere. Gut dargestellt wird das anhand eines Kontrolllaufs zum 26. Dezember. Die Wetterkarte zeigt eine über Deutschland sehr warme Temperaturentwicklung, doch kommt es auf die Amplitude an, die sich ohne weiteres verschieben kann, was folgt wäre kühleres Wetter.

Ein negativer AO-Index hat meist eine hohe Wellenbewegung entlang der Polarfront zur Folge
Berechnung der Wetterlage nach kontrolllauf: Ein negativer AO-Index hat meist eine hohe Wellenbewegung entlang der Polarfront zur Folge
© www.meteociel.fr

Damit der Winter seine Chance bekommt, sollte nach Möglichkeit der NAO-Index ebenfalls in den negativen Bereich absinken. Zum aktuellen Stand ist der NAO-Index deutlich positiv und sinkt ab dem 16. Dezember in den neutralen Bereich ab. Im Kern der Aussage steht eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine nasskalte - nicht winterliche - Wetterentwicklung und steht aktuell konträr zu den Berechnungen des amerikanischen Wettermodells.

Der Polarwirbel selbst

Die Strömungsstruktur verändert sich innerhalb des Polarwirbels zum Beginn der letzten Dezember-Dekade. Der Kaltluftzustrom in Richtung Kanada wird unterbunden und die Kaltluftzufuhr in Richtung Skandinavien in Gang gesetzt. Doch anhand der Druckanomalien kann man die außergewöhnlich gut strukturierte Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik erkennen. Die wird mit einer hohen Wahrscheinlichkeit dem Kaltluftvorstoß entgegenwirken (blockieren) und über Weihnachten für einen gemäßigt milden, nassen und abwechslungsreichen Wettercharakter sorgen können. Darüber hinaus kann die Sachlage schon wieder anders aussehen.

Druckanomalie bis 25. Dezember
Druckanomalie bis 20. Dezember - Der Impulsgeber erfolgt innerhalb des Polarwirbels © climatereanalyzer.org

Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Kommt der Winter?

Interessant waren die Wetterprognosen der Europäer von heute Morgen, die in den letzten Tagen eine ähnliche Entwicklung berechneten. Tatsächlich ließ sich - mit viel Wohlwollen - so etwas wie ein winterlicher Ansatz über Weihnachten ausmachen. Spannend wird sein, wie diese Prognosen in den kommenden Stunden weitergeführt werden.

Heute Abend nun eine ähnliche Ausgangssituation, was an Heiligabend für eine nasskalte Witterung sorgen könnte. Schneefall wäre allenfalls ab den höheren mittleren Lagen (600 bis 800 Meter) zu diskutieren. Im Grunde bestätigt das europäische Wettermodell die erhöhte Wellenbewegung entlang der Polarfront, doch nach einem nachhaltigen Wintereinbruch sieht das nicht aus.

Warmes Wetter bis Silvester
Berechnung der Wetterlage nach dem europäischen Prognose-Modell: Nasskaltes Wetter zu Weihnachten
© www.meteociel.fr

Auf den Punkt gebracht: Wie stehen die Chancen für den Winter?

Weiterhin nicht gut. Zu kräftig ist die Tiefdruckstruktur auf dem Atlantik, was einen Störimpuls vom Azorenhoch ausgehend weniger wahrscheinlich macht. Vielmehr sind milde bis nasskalte Varianten deutlich in der Überzahl. Erst nach Weihnachten zeichnet sich in den Kontrollläufen - und auch nach dem amerikanischen Wettermodell - ein weiterer Temperaturrückgang in Richtung normale Verhältnisse ab, die für winterliche Bedingungen aber noch immer zu mild sind. Anders formuliert folgt dem milden Wetter über Weihnachten ein nasskalter Charakter mit winterlichen Optionen ab den mittleren Lagen nach.

Nasskalte bis winterliche Ansätze nach Weihnachten
Berechnung der Wetterlage nach dem amerikanischen Prognose-Modell: Nasskalte bis winterliche Ansätze nach Weihnachten
© www.meteociel.fr

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,37 +2,4 +1,56 510 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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