Wetter Winter 2019/2020 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Herbst und Winter 2019/2020 aktuelle Wetterprognose vom 19.10.2019 - Enorme Umwälzungen der Großwetterlage

Die Wetterentwicklung steht vor großen Umwälzungen. Damit einhergehend sind sehr warme und kalte Varianten möglich und auch ein Polarwirbelsplit ist noch zu diskutieren.

Der Samstag und Sonntag zeigt sich über dem Westen und Norden nass und über manchen Regionen ist mit ergiebigem Dauerregen zu rechnen. Die Niederschlagssummen werden bis zum Montag westlich der Linie von Rostock und Stuttgart auf 15 bis 30 l/m² und örtlich bis 40 l/m² berechnet. Weiter nach Osten ist mit 0 bis 5 l/m² kaum Niederschlag zu erwarten.

Bis zur Wochenmitte setzt sich über Deutschland hoher Luftdruck durch und mit einer zunehmenden Sonnenscheindauer klingen die Niederschläge ab. Die Temperaturen erreichen Werte von +14 bis +18 Grad und können mit Sonne und Föhn über den Alpen bis zu +23 Grad erreichen, während mit Dauerniederschlag bei +10 Grad Schluss ist. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter Oktober 2019.

Verändert sich die Großwetterlage bis in den November grundlegend?
Verändert sich die Großwetterlage bis in den November grundlegend?

Ein Hoch setzt sich durch

Verantwortlich für den ergiebigen Regen ist ein Tief über Frankreich, welches in den kommenden Stunden weiter nach Süden abtropft. Zum Beginn der neuen Woche schiebt sich von den Azoren ein schwacher Hochdruckkeil über Mitteleuropa und sorgt für stabilere Wetterverhältnisse. Gleichzeitig pumpt das abgetropfte Tief über der Mittelmeerregion warme Luftmassen nach Norden.

Ruhiges und warmes Herbst-Wetter
Berechnung Großwetterlage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Ruhiges und warmes Herbst-Wetter © www.meteociel.fr

Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Enorme Umwälzungen

Für alle die am Wetter interessiert sind, werden wohl mit einer gewissen Begeisterung auf die Wetterprognosen der letzten Tage geschaut und gestaunt haben. Die Umwälzungen sind bemerkenswert und haben entweder sehr warme, oder kalte Großwetterlagen zur Folge.

Das Hoch befindet sich an einer Position, wo es nicht hin gehört

Vom 23. bis 26. Oktober wird das Hoch bei Grönland aktiver und es gelingt einen Hochdruckkeil in Richtung Mitteleuropa aufzubauen. Gleichzeitig aber versucht sich über Skandinavien ein Tiefdruckwirbel zu festigen, während das nachfolgende Tiefdrucksystem über den Azoren blockiert wird. Und so liegt das Hoch am 26. Oktober mit seinem Kerngebiet zwischen Grönland, Island und dem südlichen Skandinavien in einer außergewöhnlichen Position.

Sehr warm

Im Verbund mit dem Tiefdrucksystem über den Azoren gelangen sehr warme Luftmassen nach Deutschland, was die Tageswerte auf +15 bis +20 Grad ansteigen lassen kann. Das wäre im Vergleich zum Vieljährigen Mittelwert um 5 bis 10 Grad zu warm.

Wetterumsturz!?

Freunde des Winters werden nun hoffen, dass sich der Hochdruckkern bei Island festigen wird. Denn so können mit Hilfe des Tiefdruckgebietes über der Barentssee aus nördlichen Richtungen kalte Luftmassen nach Süden geführt werden. Sollte das gelingen, so wären Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer bis auf tiefere Lagen herab möglich.

Doch die aktuelle Wettervorhersage des europäischen Wettermodells berechnet eine Ostwärtsverlagerung des Hochdrucksystems bis zum 29. Oktober über Skandinavien und Mitteleuropa. Der frühwinterliche Kaltluftvorstoß wird über dem westlichen Russland und Osteuropa nach Süden abgeführt. Anders formuliert tobt das Wetter, doch über Deutschland, Österreich und der Schweiz ist mit einem ruhigen, weitgehend trockenen und auch warmen Herbst-Wetter zu rechnen. Doch das wird sich spätestens im November ändern.

Warum? Das Zirkulationsmuster ist vollständig gestört und der Tiefdruckwirbel über der Karasee dominiert das Wettergeschehen. Zudem strebt das Hoch weiter nach Norden in Richtung des Polarwirbel auf.

Eine vollständig gestörte Zirkulation
Berechnung Großwetterlage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Eine vollständig gestörte Zirkulation © www.meteociel.fr

Wettervorhersage nach dem amerikanischen Wettermodell: Warm - kalt - warm

Die Wettervorhersage des amerikanischen Vorhersage-Modells stimmt weitgehend mit der der Europäer weitgehend überein - doch mit einem gravierenden Unterschied - und das ist die Hochdruckposition.

Warmes Herbst-Wetter

Vom 25. bis 28. Oktober werden sehr warme Luftmassen aus südlichen Richtungen nach Deutschland geführt und die Tageswerte können sich bei +14 bis +18 Grad stabilisieren und örtlich die +20 Grad Marke erreichen. Geschuldet ist das dem Auflaufen der atlantische Frontalzone gegen das über dem östlichen Europa gelegenen Hochdrucksystem.

Wetter-Action

Anders kann man es nicht ausdrücken. Das Hoch über Grönland gewinnt an Einfluss, während sich zum 27. Oktober ein kräftiger Tiefdruckwirbel zwischen der Barent- und Karasee positionieren kann. Im Verbund dieser beiden Kolosse werden kalte Luftmassen arktischen Ursprungs nach Süden geführt.

Schnee- und Graupelschauer möglich

Der Kaltluftvorstoß ist so gut strukturiert, dass er auch Deutschland erreichen und die Tageswerte bis zum Start in den November auf +0 bis +7 Grad absinken lassen kann. Bei nasskalten Wetterverhältnissen wären Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer bis auf tiefere Lagen herab möglich. Frühwinterliche Wetterverhältnisse.

Und wieder zurück zum warmen Herbst-Wetter

Bedingt durch das Hoch über Island und Grönland muss die atlantische Tiefdruckaktivität weit nach Süden ausweichen und positioniert sich Anfang November über den Azoren. Aufgrund der Temperaturgegensätze gewinnt das Tief immer mehr an Dynamik und pumpt aus südlichen Richtungen sehr warme Luftmassen nach Norden, was die Tageswerte bis zum 3. November auf +14 bis +18 Grad ansteigen lassen kann.

Einmal in den Frühwinter und wieder zurück
Berechnung Großwetterlage nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Einmal in den Frühwinter und wieder zurück © www.meteociel.fr

Die kommende Wetterentwicklung bleibt äußerst spannend

Das Hoch greift tief in den Polarwirbel hinein und im Ansatz bleibt ein Polarwirbelsplit Anfang November möglich. Der Polarwirbel hat aber etwas - gerade in seiner Entstehungszeit - dagegen und wehrt sich sozusagen mit Händen und Füßen gegen den Vorstoß des Hochdrucksystems. Zum aktuellen Stand kommt Deutschland, Österreich und die Schweiz relativ glimpflich davon, doch verändert das Hoch seine Position, so sind auch ganz andere - unwetterartige - Wetterentwicklungen möglich. Abwarten ist derzeit angesagt.

Verlagert sich das Hoch, sind auch ganz andere Wetterentwicklungen möglich, welche Anfang November einen Polarwirbelsplit zur Folge haben können
Berechnung Großwetterlage nach Kontrolllauf: © www.meteociel.fr

Polarwirbelsplit

Kurz noch etwas zum Polarwirbelsplit. Möglich - und auch plausibel - ist dieser. Das Hoch über Grönland pumpt sich zu außergewöhnlicher Stärke auf und wird zunehmend Einfluss auf die Wetterentwicklung nehmen können - was eigentlich sonst weniger der Fall ist. Die Tiefdrucksysteme können sich innerhalb des Polarwirbels nicht mehr organisieren und es entsteht ein kräftiger Tiefdruckwirbel über der Karasee. Eigentlich ist zu dieser Jahreszeit die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik zu finden. Kaltluftvorstöße in Richtung Mitteleuropa sind zum aktuellen Stand für Anfang November etwas wahrscheinlicher geworden.

Druckanomalie bis 29. Oktober
Druckanomalie bis 29. Oktober - Ein normales Zirkulationsmuster ist nicht mehr zu erkennen © climatereanalyzer.org

Wettertrend der Kontrollläufe: Gemäßigtes Herbst-Wetter

Auch heute wieder ist die Wetterprognose der Kontrollläufe relativ unbeeindruckt von den Umwälzungen und berechnet im Mittelwert über Deutschland, Österreich und der Schweiz typisches Herbst-Wetter. Hier und da etwas Niederschlag und die Temperaturen entsprechen der Jahreszeit.

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Amerikanisches Vorhersage-Modell ein kalter Ausreißer

Auch das wird heute erneut bestätigt. Immer wieder, wenn die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells auf kalt umschwenkt, so stellt es im Vergleich zu den Kontrollläufen die kälteste Variante dar. Um es klarer zu formulieren, ist ein Polarwirbelsplit mit Kaltluftschub in Richtung Mitteleuropa möglich und auch plausibel, doch sollte man - für den Moment - nicht unbedingt darauf wetten, dass es auch so kommt.

Temperaturspektrum der Kontrollläufe
Tag Spektrum Mittelwert
25. Oktober +9 bis
+18 Grad
+14 bis
+16 Grad
29. Oktober +2 bis
+17 Grad
+12 bis
+14 Grad
3. November -2 bis
+16 Grad
+9 bis
+11 Grad
Diagramm Temperaturen November 2019 vom 19.10.2019
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe November 2019 von zu kalt, normal, zu warm

Auf den Punkt gebracht

Der Oktober ist zum aktuellen Stand im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert um +2,5 Grad deutlich zu warm und hat sein Niederschlagssoll bereits zu 124 Prozent erfüllen können. Daran wird sich auch nichts mehr ändern - vorerst.

Für den November sieht die Wetterentwicklung ganz anders aus. Ein möglicher Polarwirbelsplit - und mag dieser auch nur im Ansatz gelingen - wird zu großen Verwerfungen in der Wetterstruktur führen können. Entsprechend groß sind auch derzeit die Schwankungen in der Wetterprognose. Von außergewöhnlicher Wärme bis hin zu einem frühwinterlichen Vorstoß ist alles möglich. Die Wahrheit aber wird - wie so oft - im gemäßigten Umfeld liegen.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,37 +2,4 +1,56 510 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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