Nasskaltes Dezemberwetter, oder folgt der Durchbruch der atlantischen Frontalzone mit viel Wind, Regen und milden Temperaturen. Die Vorhersage-Modelle sind weiterhin unterschiedlich aufgestellt.

Das Wetter wird in den kommenden Tagen wechselhafter und mit leichten Niederschlägen ist zu rechnen, bevor die Temperaturen zum Start in die neue Woche weiter zurückgehen können. Örtlich ist auch mit Dauerfrost zu rechnen. Die Niederschlagswahrscheinlichkeit lässt im Verlauf der Woche unter Hochdruckeinfluss zunächst nach. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose für das Wetter November 2018.

Das Tauziehen um die Entwicklung der Großwetterlage Anfang Dezember geht indes weiter. Von einer klaren, gut strukturierten und nachhaltigen Westwetterlage nehmen die Prognose-Modelle zum Teils Abstand. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage zum Wetter Dezember 2018.

Klar ist jedenfalls, dass die Entwicklung der Großwetterlage in der ersten Dezember-Dekade maßgeblich dafür verantwortlich sein kann, wie sich der gesamte erste Wintermonat wird entwickeln können und da bieten die Vorhersage-Modelle heute Abend interessante Ansätze, welche wir z.T. gedanklich auch schon in der Wetterprognose Weihnachten 2018 angedeutet haben.

Die Wetterentwicklung steckt zwischen winterlichen, nasskalten und nebligen Hochdruckwetterlagen fest
Die Wetterentwicklung steckt zwischen winterlichen, nasskalten und nebligen Hochdruckwetterlagen fest

Wettertrend 14 Tage

Amerikanischen Vorhersage-Modell: Die Abkehr zur Zonalisierung

Vor ein paar Tagen hatten wird es einmal kurz besprochen, dass das amerikanische Vorhersage-Modell bei gestörten Zirkulationsmustern zu rasch eine Zonalisierung berechnet und im weiteren Verlauf mehr und mehr Korrekturen einbaut. Das europäische Vorhersage-Modell kommt damit besser klar - aber das ist nur unser subjektiver Eindruck, der auch täuschen kann. Zum aktuellen Stand aber rückt das amerikanische Prognose-Modell von einer Zonalisierung (Westwetter) weitestgehend ab.

Hoch über dem Osten, Süden und Westen

Das Hochdrucksystem spielt Anfang Dezember wieder die Hauptrolle. Zwar entstehen auf dem Atlantik zunehmend kräftige Tiefdrucksysteme, doch damit diese auch bis nach Deutschland, Österreich und die Schweiz vordringen können, muss das Hochdrucksystem weichen. Tut es das nicht, sind andere Entwicklungen zu erwarten.

Am 1. Dezember erstreckt sich das Hochdrucksystem von den Azoren quer über Mitteleuropa bis über das westliche Russland. Deutschland verbleibt in den gradientenschwachen und kalten Sektor des Hochdruckgebietes. Die Tiefdruckgebiete laufen weit auf dem Atlantik gegen das Hochdrucksystem auf und driften über das europäische Nordmeer nach Norden ab.

Bis zum 5. Dezember verlagert sich das Hoch quer über die Mittelmeerregion und dehnt sich weit nach Westen bis nach Neufundland aus. Das ermöglicht den Tiefdruckgebieten sich in einer Tiefdruckrinne von Neufundland, Island bis nach Skandinavien zu festigen. Deutschland, Österreich und die Schweiz kommen in diesem Zeitraum in eine Art westlich orientierte Grundströmung, bei der Niederschläge, Wind und auch milde Temperaturen möglich sein können.

Bis zum 6. Dezember konzentriert sich der Hochdruckkern auf dem Atlantik und dehnt sich in Richtung Island und Grönland aus. Es positioniert sich quasi als Blockadehoch. Am östlichen Hochdruckgradienten tropfen dann die Tiefdrucksysteme über Mitteleuropa nach Süden ab. Bei einem nasskalten Temperaturcharakter wären winterliche Wetterbedingungen ab den mittleren Lagen möglich.

Eine nasskalte - und für Dezember normale - Nordwestwetterlage
Berechnung der Großwetterlage nach dem amerikanischen Prognose-Modell: Eine nasskalte - und für Dezember normale - Nordwestwetterlage © www.meteociel.fr

Europäisches Prognose-Modell: Durchbruch der atlantischen Frontalzone

Anders sind heute Abend die Berechnungen des europäischen Vorhersage-Modells. Bis zum 1. Dezember zieht sich das Hochdrucksystem mehr und mehr nach Osten zurück, während die Tiefdrucksysteme auf dem Atlantik an Kraft und Dynamik gewinnen. Dem Hoch gelingt es dabei nicht, eine Verbindung zum Mittelmeerhoch aufzubauen. Stattdessen gelingt der Frontalzone im Zeitraum vom 1. bis 3. Dezember der Durchbruch in Richtung Deutschland, Österreich und der Schweiz.

In Folge daraus ist mit stürmischen Winden, kräftigen Niederschlag und milden Temperaturen zu rechnen. Der Winter hätte bei dieser Variante wenig Chancen sich durchzusetzen.

Die atlantische Frontalzone rückt weiter in Richtung Mitteleuropa vor
Berechnung der Großwetterlage nach europäischen Prognose-Modell: Die atlantische Frontalzone rückt weiter in Richtung Mitteleuropa vor © www.meteociel.fr

Wettertrend der Kontrollläufe: Normaler Dezember

Das ist und bleibt so. Die erste Dezember-Dekade soll nach den Kontrollläufen weitgehend normal ausfallen können. Das ist ein erheblicher Unterschied zu den Dezembermonaten der letzten sieben Jahre, welche im Schnitt um +2,5 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert zu warm ausgefallen sind. Darunter auch der Rekord aus dem Dezember 2015 mit einer Abweichung von +5,7 Grad. Somit lässt sich schon jetzt sagen, dass sowohl der Dezember, als auch der Winter 2018/19 anders als die Jahre zuvor ausfallen wird - damit ist aber nicht gemeint, dass er auch zu kalt ausfallen wird!

Temperaturniveau im nasskalten Bereich

Der Mittelwert des Temperaturspektrums bewegt sich vom 1. bis 6. Dezember über dem Westen und Süden zwischen +5 bis +7 Grad und über dem Norden und Osten zwischen +4 bis +5 Grad. Im Zeitraum vom 7. bis 9. Dezember sinkt das Niveau über dem Osten und Norden auf +2 bis +3 Grad und über dem Süden und Westen auf +3 bis +4 Grad ab.

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Langfristprognose

Wettertrend Winter 2018/19: Der Winter wird anders verlaufen

  • Die Abweichung der Temperaturen gegenüber dem langjährigen Mittelwert berechnet das Langfristmodell im Dezember 2018 mit -0,5 bis +0,5 Grad im normalen Bereich. Die Niederschlagsneigung ist normal und im Trend leicht zu trocken prognostiziert.
  • Der Januar 2019 soll mit einer Abweichung von -0,5 bis +0,5 Grad über dem Norden normal und mit +1 Grad etwa südlich der Linie von Köln und Dresden leicht zu mild ausfallen können. Die Niederschlagserwartung wird vom Langfristmodell deutlich positiv bewertet.
  • Der Februar 2019 wird mit einer Abweichung von +0,5 bis +2 Grad zu mild bis zu warm berechnet. Der Niederschlagstrend ist leicht zu trocken zu bewerten.
Abweichungen der Temperaturen im Herbst und Winter 2018/19 gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
September 2018 +1,8 Grad zu trocken
Oktober 2018 +1,7 Grad zu trocken
November 2018 +1,4 bis +1,8 Grad Trend: extrem zu trocken
Dezember 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: normal bis leicht zu trocken
Januar 2019 -0,5 bis +1 Grad Trend: deutlich zu nass
Februar 2019 +0,5 bis +2 Grad Trend: normal bis leicht zu trocken
Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2018/2019 vom 23.11.2018
Diagramm der Temperaturprognose Winter 2018/19

Zusammenfassung

Es bleibt auch heute wieder in Frage zu stellen, ob der - nachhaltige - Durchbruch der Westwindzirkulation in der ersten Dezember-Dekade gelingen mag. Vieles spricht derzeit für eine gemäßigte - normale - Temperaturentwicklung.

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