Schnee- und Graupelschauer in der letzten Oktober-Dekade? Ein Wettermodell stellt dieses Szenario in Aussicht, doch wie wahrscheinlich ist das?

Der Wettercharakter bleibt bis einschließlich Sonntag weitgehend trocken. Insbesondere über dem Westen aber können zeitweilig ein paar Wolkenfelder mit einer geringen Niederschlagsneigung vorüberziehen. Der Wettercharakter selbst entspricht mit Tageswerten von +20 bis +25 Grad und örtlich h bis +27 Grad mehr dem eines Sommers als dem Herbst. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage Oktober 2018.

Für die Jahreszeit zu warm

Im Vergleich zum langjährigen Mittelwert sind Tageswerte von +20 bis +27 Grad etwa um 10 bis 17 Grad zu warm. Sollte sich nun ein Wetterumschwung einstellen können, so wäre mit einem kräftigen Temperaturrückgang zu rechnen. Warum? Das Hoch verliert an Einfluss und von Westen rückt die atlantische Frontalzone nach. Je nachdem, wie die Tiefdruckachse verläuft, ist mit normalen - um etwa 10 Grad kälteren - oder zu kühlen Werten zu rechnen. Dann wäre auch mit Schnee- und Graupelschauern zu rechnen. Andeutungsweise zeigen das die aktuellen Vorhersagen der Prognose-Modelle. Aber der Reihe nach.

Die Nebelfelder mehren sich
Die Nebelfelder mehren sich

Goldener Oktober, oder unbeständiges, windiges und kühles Herbstwetter?

Eine Antwort auf diese Frage wird in den kommenden Tagen folgen können. Bisweilen bleibt es aufgrund der unterschiedlichen Wetterprognosen der Vorhersage-Modelle noch bei einem Wettertrend, der aber zunehmend konkreter wird.

Amerikanisches Prognose-Modell: Herbstwetter mit Schneeschauer in Aussicht

Die Wetterprognose des amerikanischen Vorhersage-Modells zeigt, wie schnell ein Wetterumschwung in Richtung Herbst von statten gehen könnte.

Das Hochdrucksystem bleibt bis zum 15. Oktober stabil zwischen dem westlichen Russland, Skandinavien und dem östlichen Europa bestehen. Nachfolgend drückt die atlantische Frontalzone aber mehr und mehr dagegen, was das Hochdrucksystem dazu zwingt, sich weiter nach Süden zu verlagern. So kann im Zeitraum vom 16. bis 19. Oktober eine südwestlich orientierte Hochdruckzone das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz dominieren.

Hochdruckzone steht auf wackeligen Beinen

Doch diese Hochdruckzone ist nach der aktuellen Vorhersage keineswegs stabil und ein neuer Hochdruckkern entsteht über den Azoren, welcher sich gerne nach Norden - in Richtung Island - ausdehnen möchte. Kurzum: Deutschland, Österreich und die Schweiz gelangen ab dem 21. Oktober in eine nordwestlich orientierte Grundströmung, was einen ersten Schwall von Polarluft bis nach Deutschland führen könnte. Schnee- oder Graupelschauer wären bei Tageswerten von +5 bis +10 Grad nicht auszuschließen.

Mit Hilfe einer Trogstruktur könnte sich ein unterkühlter Wettercharakter in der letzten Oktober-Dekade durchsetzen

Berechnung der Großwetterlage nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Mit Hilfe einer Trogstruktur könnte sich ein unterkühlter Wettercharakter in der letzten Oktober-Dekade durchsetzen © www.meteociel.fr

Europäisches Vorhersage-Modell: Zwei Optionen

Die Prognose des europäischen Vorhersage-Modells zieht nicht mit. Auch hier dominiert das Hochdrucksystem bis zum 15. Oktober das Wettergeschehen über Deutschland und im weiteren Verlauf nimmt der Einfluss der Tiefdrucksysteme weiter zu.

Eine Trogstruktur erscheint zum 20. Oktober durchaus möglich zu sein, doch das Hauptaugenmerk gilt auf den Bereich zwischen dem östlichen Kanada und Neufundland. Dort strömen unentwegt die kalten Luftmassen nach Süden und provozieren somit die Tiefdruckbildung auf dem Atlantik. Entsprechend hoch ist die Schlagzahl mit der die Tiefdrucksysteme auf Mitteleuropa zusteuern.

Ein Wetterumschwung ist auch hier zu erwarten, doch schwankt diese Variante zwischen herbstlich unbeständig und windig (Westströmung) oder herbstlich kühl und unbeständig (Nordwestwetterlage). Schnee- und Graupelschauer sind weniger wahrscheinlich.

Von der Hochdruckdominanz bleibt nicht mehr viel übrig

Berechnung der Großwetterlage nach dem europäischen Prognose-Modell: Von der Hochdruckdominanz bleibt nicht mehr viel übrig © www.meteociel.fr

Anzeige

Wettertrend der Kontrollläufe in Richtung Herbstwetter bestätigt sich erneut

Bis zum 17. Oktober bleiben die Temperaturen nach den Kontrollläufen gegenüber dem langjährigen Mittelwert zu warm. Im Zeitraum vom 18. bis 26. Oktober normalisieren sich die Werte langsam. Um es aber gleich vorweg zu nehmen: das amerikanische Vorhersage-Modell ist mit seiner kalten Trogwetterlage - zum aktuellen Stand - ein kalter Ausreißer. Veränderungen sind in den kommenden Stunden zu erwarten.

Das Temperaturspektrum liegt am 15. Oktober zwischen +14 bis +24 Grad (Mittelwert: +19 bis +20 Grad) und am 25. Oktober zwischen +5 bis +20 Grad (Mittelwert: +12 Grad). Der Wert von +12 Grad entspricht in etwa dem vieljährigen Durchschnittswert. Anders formuliert ist der Wettertrend klar strukturiert und zeigt in der letzten Oktober-Dekade in Richtung ungemütliches Herbstwetter.

Aber nicht nur die Temperaturen gehen ab dem 17. Oktober zurück, auch die Niederschlagswahrscheinlichkeit steigt nach den Kontrollläufen deutlich an. Bis dahin ist nur mit sehr wenigen Niederschlägen zu rechnen. Die Wahrscheinlichkeit für Schneefall bis auf mittlere Lagen herab liegt nach den Kontrollläufen in der letzten Oktober-Dekade zum aktuellen Stand bei rund 15 Prozent.

Diagramm Temperaturen Oktober 2018 vom 10.10.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Oktober 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Langfristmodell: Wettertrend für den Herbst und Winter 2018/2019

Der Oktober wird in der Langzeitprognose des Langfristmodells mit einer Abweichung von +1 bis +2 Grad zwischenzeitlich als zu warm berechnet. Aktuell hat der Oktober 2018 eine Abweichung von +1,9 Grad vorzuweisen. Tendenz zunächst steigend, dann aber wieder abnehmend. Insofern ist eine Abweichung von +1 bis +2 Grad durchaus plausibel. Ähnlich wird auch der November 2018 berechnet. In der Niederschlagsberechnung soll der Oktober zu trocken und der letzte Herbstmonat normal und im Trend leicht zu trocken ausfallen können.

Anzeige

Winterprognose 2018/19: Ein zu warmer Winter?

  • Der Wettertrend für den Dezember 2018 hat sich gegenüber den letzten Tagen kaum verändert. Die Abweichung liegt mit -0,5 bis +0,5 Grad über dem Norden im normalen und mit bis +2 Grad über dem Süden im zu warmen Bereich. In der Niederschlagsprognose gibt es kaum Auffälligkeiten gegenüber dem Sollwert.
  • Ähnlich auch die Langfristprognose für den Januar 2019. Die Differenz schwankt zwischen +1 bis +2 Grad im zu warmen Bereich und die Niederschlagswahrscheinlichkeit wird deutlich zu hoch berechnet.
  • Mit einer Abweichung von +1 bis +2 Grad zu warm wird auch der Februar 2019 simuliert. Die Niederschlagswahrscheinlichkeit ist zum aktuellen Stand als erhöht zu bewerten.
Abweichungen der Temperaturen im Herbst und Winter 2018/19 gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
September 2018 +1,8 Grad zu trocken
Oktober 2018 +1 bis +2 Grad Trend: deutlich zu trocken
November 2018 +0,5 bis +2 Grad Trend: etwas zu trocken
Dezember 2018 -0,5 bis +2 Grad Trend: normal bis leicht zu trocken
Januar 2019 +1 bis +2 Grad Trend: zu nass
Februar 2019 +1 bis +2 Grad Trend: etwas zu nass

Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2018/2019 vom 10.10.2018

Anzeige

 

Erzählen Sie es Ihren Freunden, wenn Ihnen unsere Wetterprognosen gefallen