In der aktuellen Wettervorhersage für den Januar 2018 zeigt sich nach einem stürmischen Wochenstart eine zunehmend winterliche Wochenmitte, bei der Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer bis in tiefere Lagen und die Ausbreitung einer Schneedecke bis auf mittlere Lagen herab möglich ist.

Kommt der Winter, oder wird es nur nasskalt?

Geht es nach den Berechnungen des amerikanischen Wettermodells, so wird es ab dem 16. Januar jeden Tag etwas kühler. Der Grund ist ein Tiefdruckzentrum über Island, welches durch ein Hochdrucksystem über dem westlichen Russland nicht weiter nach Osten vorankommt und da über der Mittelmeerregion der hohe Luftdruck nicht vorhanden ist, verlagert sich die Tiefdruckachse bis zum 19. Januar von Grönland bis über die östliche Mittelmeerregion. Anders formuliert kommt es zu einer von Nordwest nach Südost ausgerichteten Großwetterlage, bei der Deutschland, Österreich und die Schweiz in den Einflussbereich maritimer Kaltluftmassen kommen.

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In Folge daraus ist im Zeitraum vom 17. bis 20. Januar bei Tageswerten von -2 bis +4 Grad mit einem nasskalten Wettercharakter zu rechnen. Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer sind bis in tiefere Lagen sehr wahrscheinlich und die Ausbildung einer dünnen Schneedecke nicht unmöglich, doch winterlich kann es nach diesen Berechnungen wohl erst oberhalb von 300 bis 500 Meter werden.

Im Zeitraum vom 20. bis 25. Januar berechnet das amerikanische Wettermodell die Verlagerung des Tiefdruckzentrums über die Mittelmeerregion, sodass im Verbund mit einer Hochdruckachse von den Azoren bis über das europäische Nordmeer Kaltluftmassen arktischen Ursprungs nach Deutschland, Österreich und die Schweiz geführt werden können. Das wäre dann auch gleichzeitig als Wintereinbruch für alle Höhenlagen zu bewerten.

Für Winterfreunde: die Wetterlage hat es in sich

Sollten sich die Berechnungen des amerikanischen Wettermodell durchsetzen können, so wären bis zum 22. Januar in tieferen Lagen eine Schneedecke von 0 bis 8 cm, in mittleren Lagen von 8 bis 20 cm und in höheren Lagen 30 bis 120 cm möglich. Der Schwerpunkt der Neuschneemengen liegt aber klar im Voralpenland, wenn mit einer Nordwestströmung sich die Schneefallgebiete an den Alpen anstauen können.

Aber! So eine Nordwestwetterlage kann auch ganz schnell in eine milde Südwestwetterlage kippen. Das ist dann der Fall, wenn sich im Achsverlauf etwas verändert. Bspw. zeigen das die Berechnungen des europäischen Wettermodells, dass der Achsverlauf mehr westlich geprägt ist und so aus Frankreich und der Mittelmeerregion mildere Luftmassen herangeführt werden können. So kann sich nach diesen Berechnungen das Tiefdruckzentrum nicht so rasch in die Mittelmeerregion verlagern und liegt zum 20. Januar über England und zum 22. Januar über der Ostsee mit Abspaltung in Richtung Mittelmeer. Das wäre dann ein abwechslungsreicher Wettercharakter mit viel Niederschlag bei einem Auf und Ab der Temperaturen. Statt Dauerfrost könnten die Temperaturen am 20. Januar zwischen +1 bis +5 Grad betragen und erst zum 22. Januar in Richtung der 0 Grad Grenze zurückgehen.

Winter oder nicht - das ist die Frage!

Die Kontrollläufe sind unbeirrbar und halten in ihren Berechnungen seit Tagen den zunehmend winterlichen Kurs bei. So liegt das Temperaturspektrum am 18. Januar zwischen -2 und +6 Grad (Mittelwert: +1 bis +2 Grad) im nasskalten und am 23. Januar mit -7 bis +4 Grad (Mittelwert: -2 bis -1 Grad) im winterlichen Bereich. Der Hauptlauf des amerikanischen Wettermodells bleibt in diesen Berechnungen der Kontrollläufe ganz gut eingebettet.

Diagramm Temperaturen im Januar 2018 vom 12.01.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Januar 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Wetter Winter 2018: Langfristmodell mit leichter Korrektur

Das Langfristmodell berechnete den Januar 2018 gegenüber dem langjährigen Mittelwert mit einer Abweichung von +2 bis +4 Grad Phasenweise deutlich zu warm. Aktuell liegt die Abweichung der vergangenen Januartage bei +4,6 Grad im viel zu warmen Bereich. Anders formuliert müssten die nun folgenden Januar-Tage etwa um 4 Grad zu kalt ausfallen, um den zweiten Wintermonat noch normalisieren zu können. So korrigiert das Langfristmodell die Abweichung für den Januar mit +1 bis +3 Grad etwas nach unten, bleibt aber unter dem Strich viel zu warm. Der Februar 2018 wird bleibt indes mit einer Abweichung von +1 bis +3 Grad unverändert. Da der Dezember 2017 mit +1,8 Grad schon zu warm ausgefallen ist, muss sich der Winter schon ordentlich anstrengen um in Richtung Normalität zu gehen.

Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2018 vom 12.01.2018

Ob sich im weiteren Verlauf so etwas wie eine knackig kalte und hochwinterliche Wetterlage einstellen kann und welche Rolle die Randfaktoren dabei spielen, klären wir heute Abend gegen 20:00 Uhr an dieser Stelle in einem kurzen Update der Wettervorhersage Winter.

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Update der Wetterprognose Winter von 20:02 Uhr
Das amerikanische Wettermodell bestätigte heute Nachmittag noch einmal die nasskalte bis winterliche Option im Zeitraum vom 17. bis 22. Januar. Anschließend wurde auch ein erhöhtes Potential für den Hochwinter berechnet. Heute Abend bleibt es im Zeitraum vom 17. bis 22. Januar weitgehend so. Nur mit dem Unterschied, dass kleinräumige Randtiefsysteme die Temperaturen kurzzeitig am 18. und 20. Januar - im Schwerpunkt über den südlichen Landesteilen - ansteigen lassen könnte. Tageswerte von 0 Grad über dem Norden und bis zu +7 Grad über dem Süden wären bei dieser Konstellation möglich und kurz darauf sinken die Werte auch über dem Süden wieder unter die 0 Grad Grenze. Da es sich hierbei aber um Kleinräumige Wetterereignisse handelt, ist es zum derzeitigen Zeitpunkt noch zu früh um darüber im Detail zu diskutieren. Man wird sehen, ob in den kommenden Stunden diese Varianten nochmals berechnet werden.

Winter-Comeback wahrscheinlich und der Frühling ist auch nicht weit
Ganz klar, die kommende Wetterentwicklung hat es in sich und wird entscheidend sein, in welche Richtung sich der Winter entwickeln kann. Aber nichtsdestotrotz ist eine nasskalte Wetterlage in tieferen und winterliche ab den mittleren Lagen im Zeitraum vom 17. bis 23. Januar sehr wahrscheinlich. Warum? Das Tief muss nach Osten und advehiert auf seinem Weg dorthin Kaltluftmassen. Sobald Deutschland auf die Rückseite des Tiefdrucksystems kommt, können die Luftmassen arktischen Ursprungs nach Süden geführt werden. Das Aber kommt jetzt: Die warmen Luftmassen sind nicht weit entfernt und diese aktiv-dynamische Wetterlage wird auch durch die Temperaturgegensätze ermöglicht. Verändert sich die Zugbahn nur geringfügig, so wird aus Dauerfrost rasch +10 Grad und mehr werden können. Die Wahrscheinlichkeit ist aber zum aktuellen Stand als gering zu bewerten, muss aber angesprochen werden, da die Möglichkeit besteht.

Das europäische Wettermodell folgt weitgehend der Ausführung des amerikanischen Wettermodells, bei der die Grundströmung zum 20. Januar auf nördliche Richtungen drehen kann.

Randfaktoren sprechen für winterliche Wetterverhältnisse
Der AO-Index wird zwischenzeitlich komplett im negativen Bereich simuliert, was nicht gerade für die Stabilität des Polarwirbels spricht. Der NAO-Index machte indes einen weitere Bewegung in Richtung neutralen Zustand. In Summe sind beide Parameter Fürsprecher für eine Nordwestwetterlage mit Option auf Trogwetterlage. Das kräftige Minor-Warming in Stratosphärenhöhe wird im letzten Januar-Drittel weiterhin berechnet, hat aber zum aktuellen Stand keine Auswirkungen auf den Polarwirbel.

Polarwirbelberechnung Januar
Berechnung instabiler Polarwirbel im Januar nach dem europäischen Wettermodell © www.meteociel.fr


Kontrollläufe gehen in Richtung winterliche Wetterverhältnisse
Die Kontrollläufe bestätigen auch heute nochmals die insgesamt nasskalte bis winterliche Wetterentwicklung im Zeitraum vom 17. bis 22. Januar. Darüber hinaus ist ein positiver Trend zu erkennen, welcher sich aber weitgehend am Jahreszeit-typischen Wert orientiert. Von Hochwinter ist aber in den Kontrollläufen weiterhin nichts zu erkennen.

Zusammenfassend:
Die Frage, ob sich der Winter durchsetzen kann, oder ob es "nur" zu einer nasskalten Episode kommen wird, bleibt spannend. Die kommenden Tage werden sicherlich nicht langweilig und die Wettermodelle werden in ihren Berechnungen noch mehrmals in die eine oder andere Richtung springen können.

Die nächste Aktualisierung der Wetterprognose Winter erfolgt an dieser Stelle am 13. Januar gegen 13:00 Uhr.

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