Wann kommt der Winter? Aktuell liegt verbreitet bis auf die mittleren Lagen herab es Schneedecke und im Dezember hat es - insbesondere zu den Adventswochenenden - auch immer wieder einmal für eine Schneedecke teils bis in tieferen Lagen gereicht. Die dominierende Großwetterlage in der ersten Dezemberhälfte war eine meridionale Grundstruktur mit der Häufung zu Trogwetterlagen. Trotzdem hat es nicht gereicht, um den Dezember mal annähernd in den normalen Zustand zu bringen. Bisweilen ist er um +0,7 Grad zu warm und die Aussichten für das Wetter an Weihnachten und auch die restlichen Dezember-Tage bis hin zu Silvester zeigen, dass vorerst einmal kein Winterwetter zu erwarten ist.

Sturm ist wahrscheinlicher als Winterwetter

Beide Wettermodelle berechnen eine stramme Westwetterlage, bei der Starkwindereignisse nicht auszuschließen sind. Vorderseitig werden im Zeitraum von Weihnachten bis Silvester immer wieder warme Luftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz geführt und Rückseitig ist auch mal nasskaltes Wetter mit Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer bis in tiefere Lagen möglich. Mit Winterwetter ist das nicht zu vergleichen. Vielmehr wahrscheinlicher ist Tauwetter bis in höhere Lagen.

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Wann kommt der Winter wieder?

Sollte sich die Westwetterlage durchsetzen können, so hält diese Erfahrungsgemäß mindestens 7 Tage an - öfters auch bis 14 Tage, bevor sich eine andere Großwetterlage durchsetzen kann. Ein Indikator für die Stabilität der Westwetterlage ist der Polarwirbel und hier zeigt sich seit Tagen der Trend hin zur Stabilisierung. Dementsprechend positiv wird auch der AO-index berechnet, welcher stark vereinfacht ausgedrückt den Zustand des Polarwirbels widerspiegelt. Allerdings - und das muss an diese Stelle ausdrücklich erwähnt werden - ist das Entwicklungsspektrum relativ groß, so dass eine Normalisierung des Polarwirbels zum derzeitigen Stand keineswegs gesichert ist.

Was bedeutet eine Normalisierung des Polarwirbels?
Unter normalen Voraussetzung verstärkt das den Westdrift. Ein gestörter Polarwirbel neigt häufiger zu Wellenbewegungen entlang seiner Polarfront, was wiederum meridionale Großwetterlagen - und damit Winterwetter - wahrscheinlicher macht.

Schaut man sich die Struktur des Polarwirbels nach dem amerikanischen Wettermodell zum 2. Januar an, so kann man schon erahnen, dass die Westwetterlage relativ stabil bleibt. Zumindest wird der Kaltluftvorrat bei Kanada und Grönland gut versorgt und eine Unterbrechung des Strömungsmusters ist nicht zu erkennen.

Polarwirbelberechnung Silvester

Berechnung des Polarwirbels nach dem amerikanischen Wettermodell Silvester © www.meteociel.fr

Kontrollläufe: Winter hat nur wenig Chancen

Mit einer raschen Rückkehr des Winters ist auch nach den Kontrollläufen erst einmal nicht zu rechnen. So liegt der Mittelwert stets in dem Bereich, welcher für tiefere Lagen nasskaltes und ab den mittleren Lagen teils winterliche Wetterverhältnisse zur Folge haben kann. Die positive Nachricht für alle Wintersportfreunde dürfte sein, dass ein nachhaltiges Tauwetter in den höheren Lagen - wie in den letzten Wintern - in diesen Weihnachts- bzw. Winterferien wohl nicht bevorstehen. Außerdem liegt oberhalb etwa 1.000 Meter in den Alpen ausreichend Schnee.

Diagramm Temperaturen im Januar 2018 vom 18.12.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Januar 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Wetter Winter 2017/18: Wetterprognose des Langfristmodells

Dass nicht nur der Dezember 2017 zu warm ausfallen könnte, sondern auch die gesamte Wintersaison 2017/18, dass berechnet das Langfristmodell ja schon seit Wochen. Und auch heute wieder - keinerlei Bewegung. So liegt die Temperaturabweichung im Januar und Februar 2018 mit +1 bis +3 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert im deutlich zu warmen Bereich.

Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2017/2018 vom 18.12.2017

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