Die teils unwetterartigen Niederschläge über Süddeutschland klingen zum Wochenauftakt allmählich ab und gehen in eine rege Schauerneigung über, welche mit zurückgehenden Temperaturen über dem Süden ab einer Höhe von rund 500 Meter auch in Schnee übergehen können. Ab Dienstag legt sich ein Hochdruckkeil quer über Mitteleuropa und sorgt bis einschließlich Donnerstag für einen relativ ruhigen Wettercharakter, wobei etwa nördlich der Linie von Köln und Berlin zeitweilig mit etwas Niederschlag gerechnet werden kann. In den Nächten ist leichter Frost möglich und tagsüber pendeln sich die Temperaturen auf +7 bis +12 Grad ein - bei Dauernebel bleibt es mit +3 bis +8 Grad entsprechend kühler.

Schneefall am nächsten Wochenende?

Dass das Wetter oftmals zu Wiederholungen neigt, zeigen die aktuellen Berechnungen der Wettermodelle zum nächsten Novemberwochenende. Ein Tiefdrucksystem positioniert sich über Skandinavien und sorgt mit einer westlich bis nordwestlich ausgerichteten Grundströmung für ein ganz ähnlichen Wettercharakter, wie er aktuell sich zeigt: windig, regnerisch und nasskalt. In der Höhe können Temperaturen von bis zu -6 Grad nach Deutschland geführt werden, was die Schneefallgrenze wieder bis auf die mittleren Lagen absinken lassen kann. Der November 2017 hat aus Wettersicht einiges zu bieten.

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Das amerikanische Wettermodell berechnet zwischen Neufundland, Island und Skandinavien eine rege Tiefdruckaktivität. Gleichzeitig festigt sich die atlantische Frontalzone in Form eines Zentraltiefs über Skandinavien. Das Azorenhoch zieht sich in einer gut ausgebildeten Formation über die Azoren zurück und Deutschland, Österreich und die Schweiz würden im letzten Novemberdrittel weitgehend im Einflussbereich der Tiefdrucksysteme liegen können. Nasskaltes Novemberwetter mit viel Regen und zeitweiligen Schneefall bis auf mittlere Lagen herab wäre die Folge hieraus. Die Schneefallgrenze könnte sich demnach um die 800 bis 1.300 Meter einpendeln (kurzzeitig mal darüber, mal darunter). Mit einem Wintereinbruch oder gar Winterwetter hat das aber noch weniger gemeinsam.

Ganz ähnlich sind zunächst die Berechnungen des europäischen Wettermodells. Auch hier ist eine hohe Tiefdruckaktivität im Zeitraum vom 18. bis 22. November auszumachen. Jedoch mit dem Unterschied, als dass sich über Grönland ein recht kräftiges Hochdruckgebiet etabliert und die Tiefdruckrinne auf eine südlichere Bahn zwängt. Gleichzeitig werden mit Hilfe von Tiefdrucksystemen über dem Bereich der Barentssee im Verbund mit dem hohen Luftdruck über Grönland kalte Luftmassen nach Süden geführt, welche mit Höhentemperaturen von bis -10 Grad zum 21./22. November auch Deutschland erreichen könnten. Sollte das eintreten, wären Schneefälle bis in tiefere Lagen möglich und ab etwa 200 bis 400 Meter wäre auch Dauerfrost nicht auszuschließen.

Wie wahrscheinlich ist ein Wintereinbruch?

Die Kontrollläufe zeigen, dass sowohl das amerikanische, als auch europäische Wettermodell die kälteren Varianten simulieren. Die Mehrheit berechnet eine für November typische Temperaturentwicklung. So liegt das Temperaturspektrum am 20. November bei 0 bis +10 Grad (Mittelwert: +5 bis +6 Grad) und am 26. November zwischen -4 bis +12 Grad (Mittelwert: +4 Grad). Das Spektrum alleine zeigt schon, wohin die Reise gehen kann - der Winter ist nicht mehr weit weg. Gleichzeitig zeigt sich aber im gesamten letzten November Drittel eine erhöhte Niederschlagsaktivität, was vor allem in höheren Lagen für ordentlichen Neuschneezuwachs sorgen kann.

Diagramm Temperaturen im November 2017 vom 12.11.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im November 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Winter 2017/18: Prognose des Langfristmodells

Die oben stehende Grafik zeigt sehr schön, dass egal in welche Richtung es gehen wird, wärmere Varianten eine nur sehr geringe Eintreffwahrscheinlichkeit haben werden. Das legt nahe, als dass der November 2017 am Ende seiner Tage normal bis leicht zu kühl ausfallen könnte.
Mal angenommen, er fällt zu kalt aus - gab es in der Vergangenheit statistische Auffälligkeiten, wie der Winter wird? Nein! Vielmehr zeigte sich in den letzten 40 Jahren eine höhere Wahrscheinlichkeit für einen wärmeren Winterverlauf (s. statistische Auffälligkeiten der Herbstmonate mit Auswirkungen auf den Winter).

Aber das Wetter hält sich bekanntlich nicht an die Statistiken und so fängt auch der Winter 2017/18 wieder bei null an. Das Langfristmodell bestätigt zwischenzeitlich mit einer Abweichung von -1 bis +0,5 Grad einen weitgehend normalen November mit dem Trend leicht zu kühl auszufallen - zunächst aber muss erst noch der aktuelle Temperaturüberschuss von rund +2,6 Grad der bereits vergangenen Novembertage abgebaut werden.

Für den Winter 17/18 berechnet das Langfristmodell in seiner heutigen Wetterprognose im Dezember 2017 eine Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert von +1 bis +2 Grad, im Januar von +1 bis +3 Grad und im Februar 2018 von +1 bis +2 Grad. Zumindest hält sich das Langfristmodell an die Statistik und berechnet eine zu warme Wintersaison. Ob sich aber der Winter an die Wetterprognosen des Langfristmodells hält, steht aber auf einem anderen Papier. Auffällig zeigt sich in den heutigen Prognosen, dass alle Wintermonate insgesamt zu nass und der Januar und Februar 2018 deutlich zu nass ausfallen können. Das lässt Rückschlüsse auf eine stringente Westwetterlage zu.

Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2017/2018 vom 12.11.2017

Ob es nun zu einem Wintereinbruch im letzten Novemberdrittel kommen kann und wie sich der Polarwirbel aktuell entwickelt, darauf gehen wir heute Abend in einem kurzen Update der Winterprognose gegen 20:00 Uhr näher ein.

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Update der Wetterprognose Winter 2017/18 von 19:55 Uhr
Den ersten Schneefall gab es heute schon bis auf die mittleren Lagen herab zu bestaunen. Die Kaltluft zog mit einer markanten Kaltfront über Deutschland hinweg und sorgte über Süddeutschland für teils turbulente Wetterereignisse.

Winter im letzten Novemberdrittel?
In der kommenden Woche ist ein weitgehend ruhiger Wettercharakter zu erwarten, bei dem die Temperaturen langsam wieder etwas ansteigen und die Niederschlagsneigung nachlassen kann. Zum kommenden Wochenende berechnen die Wettermodelle eine Wiederholung der aktuellen Wetterentwicklung. Tief Skandinavien, Hoch über den Azoren und nachfolgend gelangt wieder kühlere Luft nach Deutschland, der Schweiz und Österreich, was die Schneefallgrenze erneut bis auf mittlere Lagen absinken lassen kann.

Das amerikanische Wettermodell berechnet heute Abend einen Kaltluftturbo. Ein Tiefdrucksystem positioniert sich über der Barentssee und gleichzeitig kann sich ein Hochdrucksystem zwischen dem europäischen Nordmeer und Skandinavien etablieren. Im Verbund beider Wettersysteme werden für die Jahreszeit deutlich zu kalte Luftmassen nach Deutschland geführt, was einen Wintereinbruch ab dem 22. November ein Stück näher bringt. Simuliert werden Höhentemperaturen von -5 bis -10 Grad, was auch in tieferen Lagen Schneefall zur Folge hätte und die Frostgrenze bis auf 200 bis 300 Meter absinken lassen kann. Mit anderen Worten wäre bei solch einer Konstellation in weiten Teilen auch Dauerfrost möglich. Wie wahrscheinlich wäre solch ein Wintereinbruch?
Die Kontrollläufe bestätigen, dass der Hauptlauf des amerikanischen Wettermodells heute Abend ein sehr kalter Ausreiser ist und ziehen mehrheitlich noch nicht mit. Vielmehr wird ein für die Jahreszeit typischer Temperaturtrend berechnet, bei dem der Mittelwert des Temperaturspektrums sich zwischen +4 bis +5 Grad bewegen kann.

Polarwirbel 12. November 2017 AbendsSimulation des Polarwirbels © www.meteociel.fr

Polarwirbel mit Trend zur Stabilisierung
Zum Beginn des letzten Novemberdrittels zeigt sich der Polarwirbel noch im instabilen Zustand, kann sich darüber hinaus aber weitgehend normalisieren. Auffällig aber bleiben die Hochdruckeinschübe. Sind diese an den richtigen Positionen, wird es über Deutschland kalt. Der AO- und NAO-Index bleiben bis auf weiteres negativ, was ein nördlich orientiertes Zirkulationsmuster über Mitteleuropa wahrscheinlicher macht. Anders formuliert: eine deutlich zu warme Wetterperiode ist im letzten Novemberdrittel zum heutigen Stand weniger wahrscheinlich als Dauerfrost und Schneefall.

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