Viele Fragen und Spekulationen, wie denn der kommende Winter 17/18 ausfallen könnte, drehen sich auch immer wieder um die Herbstmonate. Wie wird ein Winter bspw., wenn der September zu kalt war, oder droht ein besonders strenger Winter, wenn der Herbst insgesamt zu kalt war? Wir gehen dieser Frage heute mit einer statistischen Auswertung näher nach.

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Der Herbst 2017

Das Wetter Herbst 2017 war im September mit einer Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert etwa um -0,6 Grad zu kalt. Der Oktober wird mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit mit einer Abweichung von etwa +2,3 Grad deutlich zu warm ausfallen, was eine Durchschnittstemperatur von +0,85 Grad ergibt. Mit anderen Worten: der Herbst 2017 war bisweilen zu warm. Entscheidend wird aber der November sein und nach der aktuellen Wetterprognose des Langfristmodells soll der November 2017 mit einer Abweichung von -0,5 bis +1 Grad normal, mit einem leicht zu warmen Trend ausfallen.

Wie waren die Winter in der Vergangenheit, wenn der September zu kalt und der Oktober zu warm waren? Diese Konstellation kam von 1971 bis 2015 insgesamt 11 Mal vor

September zu kalt, Oktober zu warm
Monat Winter kalt Winter warm Häufig­keit
Sep­tember zu kalt, Oktober zu warm 18 % 81 % 11 (24 %)

Heraus kommt ein relativ eindeutiges Ergebnis einer erhöhten Wahrscheinlichkeit eines zu warmen Winters. Wer aber Wahrscheinlichkeitsrechnungen kennt, der weiß, dass hier noch ein Monat fehlt. Spielen wir es also mal durch.

September zu kalt, Oktober zu warm, November zu warm/kalt
Monat Winter kalt Winter warm Häufig­keit
Sep­tember zu kalt, Oktober zu warm, No­vember warm 25 % 75 % 8 (18 %)
Sep­tember zu kalt, Oktober zu warm, No­vember kalt 0 % 100 % 3 (7 %)

Die Datengrundlage ist vor allem in der letzten Konstellation sehr mager und kommt nicht allzu häufig vor. Wenn aber doch, so zeigt sich eine hohe Wahrscheinlichkeit von einem zu warmen Winter.

Herbst zu warm, Herbst zu kalt - Auswirkungen auf den Winter

Nimmt man alle drei Herbstmonate zusammen, ergeben sich folgende Wahrscheinlichkeiten für die Temperaturentwicklung im Winter.

Herbst zu warm, zu kalt - Auswirkungen auf das Winterwetter
Herbst Winter kalt Winter warm Häufig­keit
Herbst zu warm 31 % 69 % 26 (58 %)
Herbst zu kalt 33 % 67 % 19 (42 %)

Diese Zahlen sind Erkenntnisreich. Egal wie der Herbst ausfallen mag, der Winter hat eine höhere Relevanz zu warm auszufallen. Mit anderen Worten spielt es keine Rolle, wie das Temperaturgefüge im Herbst war!

Welche Auffälligkeiten gibt es aber hinsichtlich eines Herbstmonats und dem darauf folgenden Winter?

Insgesamt gibt es 28 unterschiedliche Varianten. Betrachtet man nur die einzelnen Monate, so sieht das Ergebnis wie folgt aus.

Betrachtung der einzelnen Herbstmonate mit Auswirkung auf die Wintersaison
Monat Winter kalt Winter warm Häufig­keit
Sep­tember warm 43 % 56 % 23 (51 %)
Sep­tember kalt 19 % 81 % 22 (49 %)
Oktober warm 35 % 65 % 22 (49 %)
Oktober kalt 28 % 72 % 23 (51 %)
No­vember warm 36 % 64 % 28 (62 %)
No­vember kalt 18 % 82 % 17 (38 %)

Interessant ist, dass September und Oktober ein fast ausgeglichenes Verhältnis haben, während der November häufiger zu warm ausfällt. Eine weitere Auffälligkeit ist, dass wenn der September zu kalt ausfällt, die Winter häufiger zu warm ausfielen. War der November zu kalt, so waren die Winter warm.

Welche Kombination muss erfüllt sein, dass der Winter zu kalt, bzw. normal ausfällt?

Sicherlich, es ist eine Spielerei, aber warum nicht? Los gehts.

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Winter normal bis zu kalt - Welche statistischen Bedingungen müssen die Herbstmonate erfüllen?
Monat Winter kalt Winter warm Häufig­keit
Sep­tember warm, No­vember warm 54 % 46 % 13 (29 %)
Sep­tember warm, Oktober kalt 42 % 58 % 14 (31 %)
Sep­tember warm 43 % 56 % 23 (51 %)
Sep­tember warm, Oktober kalt, No­vember warm 60 % 40 % 5 (11 %)
Sep­tember warm, Oktober warm, No­vember warm 50 % 50 % 8 (18 %)

Wenn das Verhältnis nahe der 50 zu 50 liegt, was fällt auf? Richtig, immer spielt ein zu warmer September die Hauptrolle. Das ist eine Signifikanz. Stellen wir die Frage andersherum.

Welche Kombination muss erfüllt sein, dass der Winter zu warm, bzw. normal ausfällt?

Winter normal bis zu warm - Welche statistischen Bedingungen müssen die Herbstmonate erfüllen?
Monat Winter kalt Winter warm Häufig­keit
Oktober warm, No­vember kalt 0 % 100 % 5 (11 %)
Oktober kalt, No­vember kalt 27 % 73 % 11 (45 %)
Sep­tember kalt, No­vember warm 22 % 78 % 14 (31 %)
Sep­tember warm, No­vember kalt 22 % 78 % 9 (20 %)
Sep­tember kalt, No­vember kalt 14 % 85 % 7 (16 %)
Sep­tember kalt, Oktober warm 18 % 82 % 11 (25 %)
Sep­tember und Oktober zu kalt 20 % 80 % 10 (22 %)
Sep­tember und Oktober zu warm 18 % 82 % 11 (25 %)
No­vember zu kalt 18 % 82 % 17 (37 %)
Sep­tember zu kalt 19 % 81 % 21 (46 %)
Sep­tember zu kalt, Oktober zu kalt, No­vember zu warm 16 % 84 % 6 (13 %)
Sep­tember warm, Oktober warm, No­vember kalt 0 % 100 % 2 (4 %)

Was fällt auf? Bei manchen Variationen ist die Relevanz viel zu niedrig. Interessant sind aber die Kombinationen aus dem Verhältnis ein Drittel zu zwei Drittel. Wenn also zwei Herbstmonate zu kalt ausfallen, folgt häufiger ein milder Winter nach. Zudem wieder Auffällig: ein zu kalter September zeigt auch hier wieder eine höhere Relevanz für zu warme Wintermonate

Und für den Winter 2017/18?

Wie am Anfang deutlich wird, hat die Kombination aus zu kalten September und zu warmen Oktober eine höhere Relevanz für einen milderen Winter. Dabei spielt es nur unwesentlich eine Rolle, wie der November ausfallen mag.

Zusammenfassung

  • Datengrundlage 1971-2016, verglichen mit dem langjährigen Mittelwert 1961-1990
  • Ein kalter September brachte häufiger einen warmen Winter
  • War der September zu kalt und der Oktober zu warm, so folgte ebenfalls häufiger ein zu warmer Winter
  • Weniger Relevanz zeigte der November
  • Es zeigten sich häufiger kühlere Winter, wenn der September in einer Konstellation zu warm ausfiel
  • Auffällig: war der September zu warm, hatten die Winter eine höhere Wahrscheinlichkeit zu kalt, bzw. normal auszufallen
  • War der September warm und der Oktober kalt, so folgten häufig kühlere Winter nach
  • War der November kalt, folgten häufiger milde Winter nach
  • Geht es nach der Statistik, so ist mit einem zu kalten September und einen zu warmen Oktober ein milder Winter 17/18 wahrscheinlicher

Anmerkung: dieser statistische Vergleich beruht ausschließlich auf Temperaturwerten der Vergangenheit (Quelle: Deutscher Wetterdienst, DWD) und berücksichtigt ausschließlich die Herbstmonate. Für die Statistik und die Wahrscheinlichkeit gehören aber auch noch ganz andere Faktoren, wie Niederschlag und Großwetterlagen, so dass dies nur als eine Art von Datenspielerei darstellt und wissenschaftlich keine Relevanz hat. Diesen Anspruch hat diese Auswertung auch gar nicht, sondern geht lediglich auf eine Fragestellung der Leser ein. Haben Sie Anregungen oder Ergänzungen hierzu? Gerne können Sie uns eine E-Mail schreiben.

Ergänzung: Wetterprognose Winter 2017/18 nach dem Langfristmodell

Das Langfristmodell berechnet die Wintermonate Dezember 2017, Januar und Februar 2018 zum heutigen Stand mit einer Abweichung von +1 bis +2 Grad zu warm, örtlich wird über dem Osten und Norden von Deutschland auch eine Abweichung von bis zu +3 Grad berechnet, was viel zu warm ist. Im Niederschlagsverhalten wird der Dezember und Januar weitgehend unauffällig gegenüber dem Sollwert berechnet, während der Februar leicht positiv (zu nass) simuliert wird.

Ein weiteres Langfristmodell - dass der NASA - berechnet den Dezember mit einer Abweichung von -0,25 bis -2 Grad zu kalt, den Januar und Februar mit +1 bis +3 Grad deutlich zu warm.

Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2017/2018 vom 29.10.2017

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