Mit verbreitet Schnee und teils sehr niedrigen Temperaturen hält der Winter bis einschließlich kommenden Dienstag über Deutschland, Österreich und der Schweiz Einzug (s. aktuelle Wettervorhersage). Geht es nach der aktuellen Schneeprognose, so ist - je nach Höhen- und Staulage - die Ausbildung einer Schneedecke von 0,5/15 cm möglich, wobei an den Alpen von Deutschland, Österreich und der Schweiz 20-100 cm bis Montagabend an Neuschnee zu erwarten ist. Somit ergeben sich in den Skiregionen optimale Pistenbedingungen. Aber auch über dem deutschen Mittelgebirgen, sowie Bayerischer Wald, Schwarzwald und Schwäbische Alb sind 10-20cm , teils bis 30 cm zu erwarten. Bleibt der Winter jetzt für eine Weile?

Diese Frage bleibt weiterhin nicht einfach zu beantworten. Der Grund ist ein Hochdrucksystem, welches sich zum kommenden Wochenende über dem westlichen und später auch über Mitteleuropa aufbaut und somit erst einmal die Niederschlagswahrscheinlichkeit abschwächt. Ob es dabei einer Tiefdruckwelle am Dienstag gelingt, das Wetter über dem südlichen Landesteilen zu beeinflussen, bleibt noch abzuwarten. Und diese Hochdruckposition gestaltet die Wetterprognose im Zeitraum zwischen dem 21./30. Januar zunehmend komplexer. Warum? Wenige hundert Kilometer Positionsverschiebung des Hochdrucksystems kann zwischen Winter bis in tiefere Lagen und Tauwetter bis in höhere Lagen entscheiden.

Der Trend zu einer Milderung nach dem teils sehr kalten Zeitraum zwischen dem 15./19. Januar bleibt auch heute erhalten, jedoch ist dieser nicht mehr so stark simuliert wie gestern, sondern verläuft bis zum 25. Januar gemäßigter. Geht es nach dem amerikanischen Wettermodell, so flacht das Hoch zum 21. Januar nicht ab, sondern kann sich bis über England ausweiten. Deutschland liegt somit auf dem östlichen Strömungsgradienten des Hochdrucksystems, so dass der Zustrom kühlerer Luftmassen erhalten bleiben kann. Im Zeitraum zwischen dem 23./26. Januar kippt die Hochdruckachse über Mitteleuropa hinweg und das Hoch füllt sich von oben herab mit milderen Luftmassen auf, so dass es zunächst in höheren Lagen, später auch in tieferen Lagen zu einer Milderung kommen kann. Wie mild? Simuliert werden am 25. Januar Tageshöchstwerte, welche zwischen +1/+7 Grad liegen können, wobei die +7 Grad eher über dem Westen und die +1 Grad über dem Osten erreicht werden könnte.

Das europäische Wettermodell verfolgt einen ähnlichen Ansatz, jedoch baut sich das Hoch nicht über England sondern zum 20. Januar in Richtung Skandinavien auf. Das hat zwei Konsequenzen. Zum einen gelingt der atlantischen Frontalzone nicht der Durchbruch über dem skandinavischen Raum und zum anderen kann das Hochdrucksystem weiter kalte Luftmassen arktischen Ursprungs "anzapfen" und nach Süden führen - im Zeitraum 23./25. Januar gelingt es der atlantischen Frontalzone sich über den skandinavischen Raum durchzusetzen und zeitweilig auch Deutschland mit milderen Luftmassen zu beeinflussen, jedoch sind diese mit -2/+3 Grad niedriger als nach der Simulation des amerikanischen Wettermodells.

Zusammenfassend ändert sich für tiefer gelegene Regionen gegenüber den letzten Tagen kaum etwas - nach dem 20./21. Januar wird es milder und eine vorhandene Schneedecke könnte zum heutigen Stand weitgehend abtauen. Anders sieht die Situation ab den mittleren Lagen zwischen 400-800 Meter aus. Hier könnte eine vorhanden Schneedecke durchaus bis zum 25. Januar Bestand haben, wenngleich auch diese eine schwindende Tendenz aufweist. Winterlich bleibt es hingegen mit hoher Wahrscheinlichkeit in höheren Lagen oberhalb 800 Meter. Die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6) liegen am 23. Januar bei 55/25/20 (gestern: 10/15/75) und am 29. Januar bei 25/45/30 (gestern: 35/35/30) liegen. Das kräftigere Minor Warming in Stratosphärenhöhe bleibt in den Simulationen des amerikanischen Wettermodells erhalten, kann sich aber bis Ende Januar nicht zu einem Major Warming entwickeln. Im Laufe des Abends erfolgt an dieser Stelle eine Aktualisierung der Wetterprognose Winter.
Aktualisierung:
Das amerikanische Wettermodell simuliert heute Abend eine Variante, bei der sich die Milderung nur auf ein paar Tage beschränken kann und auch nicht sonderlich hoch ausfällt. Die Hochdruckachse legt sich dabei nicht von Südwest nach Nordost über Mitteleuropa, sondern stellt sich von der Mittelmeerregion über Deutschland bis nach Skandinavien auf, so dass Deutschland, Österreich und die Schweiz im gradientenschwachen Umfeld bis zum 23. Januar verbleiben können. Nachfolgend gelingt es der atlantischen Frontalzone einen Störimpuls zu setzen, so dass sich das Hoch nach Süden zurückzieht und kurzzeitig mildere Luftmassen einfließen können. Simuliert werden bspw. am 24. Januar Werte zwischen -2/+4 Grad. Im nachfolgenden Zeitraum gelingt es jedoch dem Hochdrucksystem vom 25./31. Januar sich über dem skandinavischen Raum zu festigen und über Deutschland eine mäßig kalte Ostwetterlage herbeizuführen. Das europäische Wettermodell simuliert kein Hochdrucksystem über dem skandinavischen Raum, vielmehr kann sich nach diesen Berechnungen eine Hochdruckbrücke von den Azoren über Spanien, Frankreich Deutschland bis hin zum Kontinentalhoch über dem westl. Russland aufbauen. Die Grundströmung wäre südwestlich orientiert, was eine langsame Milderung im Zeitraum 21./25. Januar zur Folge hätte. Die Kontrollläufe stützen dabei mehrheitlich die Variante des europäischen Wettermodells, es zeigt aber zugleich, wie entscheidend die Hochdruckposition für das Wetter im letzten Januar-Drittel sein kann. Zum Vergleich: die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6) liegen am 23. Januar bei 40/10/50 (heute Mittag: 55/25/20) und am 29. Januar bei 25/35/40 (heute Mittag: 25/45/30). Anders formuliert ist eine Milderung demnach wahrscheinlich, jedoch noch nicht gesichert.

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