Als ereignisreich kann man den Wetterverlauf der Woche durchaus bezeichnen. Ein Tiefdrucksystem nach dem anderen zieht über Deutschland hinweg und sorgt von Nord nach Süd mit einer abnehmenden Niederschlagsneigung für zeitweilige Stark- und unter Umständen auch Extremwindereignisse bis hin zu orkanartigen Windböen (in der Nacht auf Mittwoch, am Donnerstag und Freitag). Blickt man auf die aktuelle Windprognose, so kann man gut erkennen welche Windgeschwindigkeiten nach dieser Simulation in den kommenden Tagen zu erwarten sind. Der Grund hierfür ist eine Tiefdruckrinne, welche sich von Neufundland über Island/England bis nach Skandinavien erstrecken und sich darüber hinaus bis zum 21. November über das östliche Skandinavien ausweiten kann. Gleichzeitig gelingt es der Tiefdruckrinne sich weiter nach Süden zu positionieren und das bis dahin dort ansässige Hochdrucksystem nach Westen verdrängen kann. Somit erhöht sich der "Druck" auf die Gradienten der Wettersysteme zueinander und es kommt zu den oben beschriebenen Windereignissen.

Beide Wettermodelle simulieren zwischenzeitlich einheitlich eine Verlagerung des Hochdrucksystems, welches sich aktuell noch von den Azoren bis über das östliche Mittelmeer und sich darüber hinaus zu einer aufwölbenden Struktur von den Azoren in Richtung Island erstrecken kann. Somit wird der Nachschub an Tiefdrucksystemen zum Beginn den letzten November-Drittels in Richtung Mitteleuropa bereits auf dem Atlantik unterbunden (Blockadesituation) und durch die meridionale Hochdruckstruktur über dem Atlantik kann der Tiefdruckkomplex über Skandinavien langsam nach Süden abtropfen. Anders formuliert ermöglicht die Konstellation der Wettersysteme zueinander die Zufuhr kühlerer Luftmassen aus nördlichen Richtungen nach Deutschland, Österreich und der Schweiz, bei der die Schneefallgrenze im Zeitraum 21./24. November langsam auf bis mittlere Lagen hinab absinken kann. Und Schnee im Flachland? Die Höhentemperaturen liegen in diesem Zeitraum zwischen -3/-7 Grad, was den einen oder anderen Schnee- oder Graupelschauer bis in tiefere Lagen nicht ausschließen mag, viel wahrscheinlicher ist mit +1/+8 Grad jedoch ein nasskaltes Temperaturniveau. Im Zeitraum vom 24./26. November simuliert das europäische Wettermodell eine erneut zunehmende Wetteraktivität auf dem Atlantik, was den Hochdruckkern weiter abflachen lassen und bis zum 26. November im Bereich zwischen Deutschland und Skandinavien positionieren könnte. In Folge daraus bleibt der Grundcharakter leicht unbeständig bei langsam ansteigenden Temperaturen. Geht es nach dem amerikanischen Wettermodell, so verbleibt die Hochdruckposition weitgehend im Bereich zwischen den Azoren und Island, so dass die Tiefdruckaktivität auch nach dieser Berechnung zunehmen kann, jedoch das Zirkulationsmuster über Mitteleuropa abwechselnd auf westlich bis nordwestlich ausrichten kann. In Konsequenz dieser Simulation verbliebe der Temperaturcharakter bis zum 30. November auf einem nasskalten Niveau bei einer höheren Niederschlagswahrscheinlichkeit.

Der Trend zu einer generellen Abkühlung im letzten November-Drittel bestätigt sich heute in den Simulationen der Wettermodelle erneut. So liegt das Temperaturspektrum der Kontrollläufe am 23. November zwischen -2/+6 Grad (Mittelwert: +5 Grad über dem Norden, +4 Grad über dem Westen und +1/+2 Grad über dem Süden und Osten) und am 28. November zwischen -4/+10 Grad (Mittelwert: +5 Grad über dem Norden, +4 Grad über dem Westen und +2/+3 Grad über dem Süden und Osten). Das Wetter passt sich nach der viel zu warmen Temperaturperiode im letzten November-Drittel zunehmend seinem Jahreszeit-typischen Wert an. Blickt man auf das aktuelle Temperaturmittel in Deutschland, so erkennt man eine Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert von +6 Grad. Daran wird sich voraussichtlich bis zum 20. November auch nichts ändern, erst das letzte November-Drittel bietet mit den sich normalisierenden Temperaturen eine Möglichkeit den enorm hohen Überschuss etwas zu reduzieren, was aber nichts daran ändern mag, als das der November aller Voraussicht nach insgesamt zu warm ausfallen wird. Die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<+3) / normal (+4/+9) / zu warm (>+10), liegen am 24. November bei 55/40/5 (gestern: 65/25/10) und am 30. November bei 35/55/10 und zeigen nach einer zu kühlen Temperaturphase eine höhere Wahrscheinlichkeit zu einer Normalisierung der Temperaturen, wobei kühlere Varianten wahrscheinlicher als zu warme sind.

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