Bis zur Wochenmitte bleibt der Wettercharakter wechselhaft, windig (teils stürmisch) und die Temperaturen schwanken zwischen milden und nasskalten Werten. Die Spitzenwerte können am heutigen Samstag mit örtlich bis zu +15 Grad erreicht werden ( Temperaturen | Windprognose). Geht es nach den aktuellen Simulationen der Wettermodelle, so ist die Sturmphase zur Wochenmitte noch nicht beendet. Zwar wird die Intensität eines Randtiefs am Donnerstag und Freitag von den Wettermodellen noch unterschiedlich erfasst, aber im Zeitraum zwischen dem 15./16. Januar ist erneut Potential für Stark-, unter Umständen auch für Extremwindereignisse vorhanden (simulierte Spitzenwinde zwischen 30-70 km/h; an der Küste in Böen 80-100 km/h). Ob das im Detail so eintreten wird, bleibt jedoch im Wochenverlauf noch abzuwarten. Das gesamte Wetterkonstrukt gehört zu einer imposanten und lehrbuchartigen Westwetterlage mit einem Sturmtiefzentrum Island/Skandinavien. Den nötigen Nachschub erhält die Westwetterlage aus einen nicht enden wollenden Kaltluftzustrom über dem östlichen Kanada in Richtung Neufundland. Hochdrucksysteme haben es hier nicht leicht, sich gen Norden aufzuwölben und sich zu einem Blockadehoch zu entwickeln. So simulieren sowohl das amerikanische als auch europäische Wettermodell im Zeitraum 16./20. Januar ein sich aufwölbendes Azorenhoch, welches aber nachfolgend immer wieder von Tiefdrucksystemen "überrannt" wird. Deutschland liegt mit einer Kerntiefverlagerung in Richtung Skandinavien aber zunehmend auf dem östlichen Rückgradienten des Hochdrucksystems, so dass die Grundströmung auf nordwestliche Richtungen drehen kann. In Folge daraus kann sich zwischen dem 17./20. Januar in tieferen Lagen mit Temperaturen zwischen +0/+5 Grad eine nasskalte Witterung einstellen, wobei ab den mittleren Lagen (400-800) Meter so langsam der Winter wieder zurückkehren könnte. Ob die langsam nasskalte bis winterliche Witterung nachhaltig sein wird, ist zum heutigen Stand noch zu bezweifeln, da bereits zum 18. Januar zwischen Grönland/Island das nächste kräftige Sturmtief (sim. 940 hPa) simuliert wird. Nichtsdestotrotz ist in den Kontrollläufen im Zeitraum zwischen dem 15./20. Januar ein Trend in Richtung nasskalt, teils winterlich zu erkennen. So liegen die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1)/normal(-1/+5)/zu warm(>+5) am 16. Januar bei 0/50/50, am 19. Januar bei 65/35/0 und am 22. Januar bei 25/45/30. Insbesondere der Sprung der Verhältnisse vom 19. auf den 22. Januar stellt die Nachhaltigkeit einer kühleren/kalten Phase noch in Frage. Das Temperaturspektrum der Kontrollläufe liegt bspw. am 21. Januar zwischen -6/+8 Grad bei einem Mittelwert von +1 Grad im Süden und Osten, +3 Grad im Westen und +4 Grad im Norden. Damit sich am Zirkulationsmuster etwas ändert, müsste die Kaltluftzufuhr über dem östlichen Kanada in Richtung Neufundland unterbunden, oder die daraus resultierende Tiefdruckaktivität durch ein entsprechendes Hochdrucksystem auf dem Atlantik blockiert werden. Im Wesentlichen dafür verantwortlich sind die Konstellationen im Polarwirbel, welche die daraus resultierende Polarfront entsprechend beeinflussen können - und diese Entwicklung ist in den gängigsten Simulationen interessant. Warum? Unterschiedlichste Varianten haben im Zeitraum zwischen dem 18./22. Januar eine Gemeinsamkeit in Form von (simulierten) hohen Luftdruck zwischen Alaska und Grönland. Das allein ist noch kein Indikator für winterliche Verhältnisse über Mitteleuropa, es erhöht jedoch die Wahrscheinlichkeiten für ein Hochdruckaufbau zwischen Azoren- und dem Grönlandhoch. Anders ausgedrückt bleiben winterliche Varianten für das letzte Januar-Drittel auch in den heutigen Simulationen nicht unwahrscheinlich. Blickt man auf den aktuellen Temperaturdurchschnitt der vergangenen Januar-Tage, so zeigt sich gegenüber dem langjährigen Mittelwert eine deutliche Abweichung von rund +3 Grad - daran wird sich wohl bis zur Monatsmitte nur geringfügig etwas ändern. Anders formuliert ist bereits zum heutigen Stand die Wahrscheinlichkeit hoch, dass das Wetter im Januar 2015 erneut zu warm ausfallen kann. Das Langfristmodell simuliert den Januar mit einer Abweichung von +1 bis +2 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert als zu warm bei einer deutlich erhöhten Niederschlagswahrscheinlichkeit. Der Februar wird mit einer Abweichung von +1 bis +2 Grad ebenfalls als zu warm bei einer leicht erhöhten Niederschlagserwartung simuliert. Die nächste Aktualisierung erfolgt in einem Update dieser Wetterprognose heute Abend gegen 21:00 Uhr.
Update:
Das amerikanische Wettermodell hält den Kaltluftzustrom bis zum 22. Januar über dem östlichen Kanada in Richtung Neufundland aufrecht, was eine Hochdruckblockade auf dem Atlantik zunehmend unwahrscheinlicher macht. Die Erhaltungs-, bzw. Wiederholungsneigung ist nach dem amerikanischen Wettermodell sehr prägnant, so dass sich an dem windigen und wechselhaften Wetter nach dieser Variante sich bis zum 22. Januar kaum etwas verändert. Dabei kann zwischen dem 17./21. Januar durchaus auch Kaltluft aus nordwestlichen Richtungen nach Deutschland gelangen, so dass die Optionen für Schnee in mittleren Lagen durchaus vorhanden sind - für tiefere Lagen bleibt es eher nasskalt. Das europäische Wettermodell hält in Ansätzen ebenfalls an einer Nordwestwetterlage fest, aber auch hier fehlt der Trog Mitteleuropa um das Hoch auf dem Atlantik zu stützen. Zusammenfassend simulieren die Wettermodelle im Zeitraum 15./20. Januar einen für tiefere Lagen zunehmend nasskalten Witterungscharakter, bei dem sich die winterlichen Verhältnisse durchaus bis auf mittlere Lagen (400-800 Meter) vorwagen könnten. Die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1)/normal(-1/+5)/zu warm(>+5) liegen am 16. Januar bei 0/55/45 und am 22. Januar bei 30/35/35. Das Temperaturspektrum der Kontrollläufe liegt bspw. am 20. Januar zwischen -5/+7 Grad bei einem Mittelwert von +1 Grad im Süden, +2 Grad im Osten, +3 Grad im Westen und Norden. Was macht das Warming? Nach den aktuellsten Simulationen weiterhin präsent, jedoch ohne der sog. Zonalwindumkehr. Anders formuliert nichts Halbes und nichts Ganzes. Nichtsdestotrotz wird der Polarwirbel nach dem amerikanischen Wettermodell im letzten Januar-Drittel geschwächt simuliert und im Detail wird es darauf ankommen, wohin das "Polarhoch" seine Achsverbindungen verteilt. Polarwirbelsplitts sind in Ansätzen im letzten Januar-Drittel durchaus zu erkennen, allerdings ist für Freunde des Winterwetters die Achsverbindung Kanada/Sibirien ungünstig, da das Kaltluftreservoir über dem östlichen Kanada/Neufundland erhalten bleibt, was sich aber in den kommenden Tagen sicherlich noch ändern kann (s. ausgeglichene Verhältnisse).

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