Die Wettermodelle zeigen heute immerhin teils auch plausible Varianten, die noch im Verlauf des ersten Dezember-Drittel zu einem winterlichen Verlauf führen können. Die Betonung liegt hierbei auf "können", da die Rahmenbedingungen die dazu führen können, aktuell erst in der Entstehungsphase sind. Zum einen ist das der Polarwirbel, der weiterhin eine Tendenz zur Dipolbildung hat (zwei Wirbel) und somit eine deutliche Schwächung aufweist und der derzeit alles andere als "schwungvoll intakt" zu bezeichnen ist. Fraglich bleibt die letztliche Position des Hochdrucksystems, welches zum einen den Dipolcharakter initialisieren und darüber hinaus auch zum ersten Polarwirbelsplitt führen könnte. Was daraus entstehen kann, zeigt in einem Extrembeispiel das amerikanischen Wettermodells, welches im Zeitraum zwischen dem 5./9. Dezember das Kerntiefdrucksystem zwischen England und Deutschland mit Achsausrichtung Mittelmeer simuliert - Extremwettereignisse wären dann nicht auszuschließen, zum heutigen Stand aber noch unwahrscheinlich. Warum? Allein die Tatsache, dass das Strömungsmuster durch die derzeit entstehenden Rahmenbedingungen erst noch definiert werden müssen, lässt eine Vielzahl an Möglichkeiten zu. Entscheidend aber für den Wettertrend ist die Tatsache, dass das Zirkulationmuster erstmals Rahmenbedingungen erhält, um sich noch im ersten Dezember-Drittel zu verändern und die seit Wochen vorherrschende Südwestwetterlage in "Bedrängnis" zu stetzen. Neben dem Extrembeispiel sei auch erwähnt, dass dieser Komplex weiter westlich niedergehen kann und die Erhaltungsneigung erneut mit milden bis warmen Wetter "zuschlagen" kann. Der AO-Index ist für Anfang Dezember neutral bis leicht positiv simuliert. Das gestern bereits angesprochene Minor-Warming erhält voraussichtlich mit -16 Grad bereits morgen seinen Höhepunkt und kann sich darüber hinaus - zum heutigen Stand - nicht zu einem Major-Warming ausweiten. Insofern ist ein Polarwirbelsplitt Anfang Dezember nicht gänzlich auszuschließen, aber eher unwahrscheinlich. Zusammenfassend simulieren die Wettermodelle heute Lösungsvarianten, die mehrheitlich in eine normalisierende Richtung weisen und einem Zirkulationsumschwung nicht mehr gänzlich ausschließen. Aufgrund der unsicheren Rahmenbedingungen werden die Wettermodelle in den kommenden Tagen mit ihren Simulationen sicherlich noch die eine oder andere Überraschung hervorbringen können, so dass für Meteorologen eine spannende (unsichere) Zeit bevorsteht. Das Langfristmodell simuliert den Temperaturverlauf für Dezember leicht bis deutlich zu warm (+1/+3 Grad über dem langjährigen Mittelwert), den Januar normal bis leicht zu warm (-0,5/+1 Grad) und den Februar zwischenzeitlich leicht zu kalt bis normal (-1/+0,5 Grad). Der meteorologische Winter fängt eben erst am 1. Dezember an und endet am 28. Februar - insofern sollte der Winter nicht vor seinem eigentlichen Beginn bereits abgeschrieben sein. Gegen 20:45 Uhr erfolgt eine Aktualisierung von diesem Wettertrend.
Update:
Nasskalte Varianten dominieren allmählich die Wahrscheinlichkeiten in den ersten Dezember-Tagen. So reicht das Temperaturspektrum am 4. Dezember zwischen -1/+10 Grad bei einem Mittelwert zwischen +3/+5 Grad. Die Verhältnisse von zu kalt/normal/zu warm verändern sich zueinander etwas und betragen nun 10/60/30. "Flachlandwinter" wird somit in den ersten Dezember-Tagen eher unwahrscheinlich, während in mittleren und höheren Lagen die eine oder andere Schneeflocke wahrscheinlicher wird - ein typischer Wintereinbruch ist aber in den Simulationen der Wettermodelle bis 5. Dezember nicht zu erkennen. Es bestätigen sich die Simulationen vom Tage, bei der eine Veränderung des Zirkulationsmusters im ersten Dezember-Drittel langsam konkrete Konturen annimmt. Das Minor-Warming in Stratosphärenhöhe erreicht morgen das Maximum, in Folge daraus schwächelt der Polarwirbel zunehmend, was Troglagen, bzw. Wellenbewegungen entlang der Polarfront wahrscheinlicher und die Arbeit der Meteorologen spannender macht.

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