Bis zum 10. Januar sind sich die Wettermodelle einig und es bleibt bei dem wechselhaften, teils windigen bis stürmischen und mit Temperaturen zwischen +8/+12, örtlich auch bis +14 Grad zu warmen Wetter. Ab dem Wochenende herrscht in den Simulationen Uneinigkeit - das amerikanische Wettermodell simuliert die östliche Verlagerung der atlantischen Frontalzone. Dabei kann sich jedoch das "zarte" Hochdrucksystem über dem grönländischen Meer nicht durchsetzen und wird im weiteren Verlauf "überlaufen". Somit ist das als zaghafter Versuch einer Umstellung der Großwetterlage zu interpretieren - es bleibt jedoch bei einem Versuch, denn in der Folge stellt sich das gewohnte wechselhafte und milde Zirkulationsmuster ein (Erhaltungsneigung). Anders hingegen die Simulation des europäischen Wettermodells. Hierbei setzt sich das Hochdrucksystem durch und positioniert sich am 10./11. Januar über Skandinavien um im weiteren Verlauf sich bis zum 15. Januar über Mitteleuropa zu platzieren. Das hätte mit östlichen Winden teils frostige Tage und Nächte und in Schauerform sicherlich auch die eine oder andere Schneeflocke zur Folge - viel ist jedoch bei Hochdruck nicht zu erwarten. Das Entscheidende dabei ist, dass in der Simulation des europäischen Wettermodells das eingefahrene Zirkulationsmuster unterbrochen wird und Möglichkeiten zum sog. Ausgleichsverhalten bietet. Anders ausgedrückt steht nun nach einer längeren Vorbereitungsphase des Warmings eine Entscheidung bevor, die über einen deutlich zu warmen oder noch normalen Winterverlauf entscheidend sein kann. Der NAO-Index hat nach dem 10. Januar eine neutrale bis leicht negative Tendenz und auch der AO-index wird zunehmend negativ simuliert - ein Polarwirbelsplitt ist mit einem Polarhoch potentiell möglich, jedoch nach den aktuellen Simulationen wenig wahrscheinlich, frühestens jedoch erst nach dem 15. Januar. Die Kontrollläufe simulieren ab dem 10. Januar gleichermaßen "kalte" als auch milde Varianten, so dass im Mittelwert eine normalisierende, nasskalte Tendenz dabei herauskommt - letztlich bleibt das wenig aussagekräftig, da in Kürze eine "Hop oder Top" Entscheidung ansteht. Das Langfristmodell bleibt unbeirrt auf seiner deutlich zu warmen Simulation für den Januar und Februar. Aufgrund der weiterhin unsicheren Entwicklung erfolgt im Laufe des Abends eine Aktualisierung des Wettertrends.
Update:
Gegenüber den vergangen Tagen keine wesentliche Änderung. Das amerikanische Wettermodell simuliert zwischen dem 10./16. Januar die nasskalte (+1/+6 Grad) und turbulent-dynamische Variante. Das europäische Wettermodell simuliert weiterhin das Hoch bei Skandinavien, wobei die kalte Luft über einen Umweg aus dem Osten nach Deutschland geführt wird. Demnach eher ruhiges und frostiges Wetter mit etwas Schneefall ab dem 12. Januar. Die atlantische Frontalzone stemmt sich kräftig dagegen und will die Erhaltungsneigung durchsetzen.

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