Wetter Sommer 2020 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetterprognose Sommer 2020 - Heiß und trocken?

Fährt der Sommer im August auf Hochtouren?
Fährt der Sommer im August auf Hochtouren?

Aktuell dreht der Hochsommer voll auf und sorgt verbreitet für Temperaturwerte jenseits der +30 Grad-Marke. Doch wie der Sommer weitermacht hängt stark davon ab, wie sich ein Hochdrucksystem und ein Tiefdruckgebiet zueinander positionieren. Aber auch extreme Entwicklungen sind möglich.

Der Hitze vom Wochenende folgt eine Abkühlung und dieser Luftmassenaustausch wird nicht ganz spurlos über Deutschland vorüberziehen. So sind von Samstag bis einschließlich Montag immer wieder kräftige Schauer und Gewitter zu erwarten, deren Schwerpunkt über den südlichen und östlichen Landesteilen liegen kann - örtlich unwetterartige Wetterereignisse sind nicht auszuschließen.

Mit einer kräftigen Vorderseitenanströmung können die Temperaturen am Freitag auf +25 bis +30 Grad und über dem Westen und Südwesten auf bis hochsommerlich heiße +36 Grad anstiegen. Örtlich können es auch noch wärmere Werte sein. Doch mit der zunehmenden Schauer- und Gewitteraktivität kühlen sich die Werte bis zum Start in die neue Woche auf +20 bis +25 Grad ab und können mit länger andauerndem Niederschlag darunter liegen. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage zum Wetter August 2020.

Nach dem hochsommerlichen Wochenende erfolgt zum Start in die neue Woche eine Abkühlung
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Nach dem hochsommerlichen Wochenende erfolgt zum Start in die neue Woche eine Abkühlung
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Wie steht es um den Sommer 2020?

Zwei Drittel des Sommers sind nun vorüber und bislang war der Sommer im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert etwa um +1,15 Grad zu warm. Das Niederschlagssoll wurde zu rund 60 Prozent erfüllt und damit ist der Sommer bislang zu warm und etwas zu trocken - vor allem der Juli war mancherorts erheblich zu trocken.

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Abwechslungsreiches Sommerwetter

Der Sommer hatte bisher einiges zu bieten und was fehlte, waren die ausgeprägten Hitze- und Dürreperioden aus 2018 und 2019. Ebenso fehlte eine stabile Wetterlage und Hoch- und Tiefdrucksysteme wechselten sich bislang in schöner Regelmäßigkeit ab. Dabei kommt es zwangsläufig zu Unterschieden in der Niederschlags- und Temperaturverteilung - aber so ist das beim Wetter - es kennt keine Gerechtigkeit und an Wünsche hält es sich ebenso wenig, wie an die Statistik.

Wie wird der restliche Sommer verlaufen?

Im Grunde gibt es drei Lösungsvarianten. Eine gemäßigte und zwei extreme Varianten. Wir möchten im Folgenden einmal aufzeigen, wohin die Reise des Sommers 2020 im August gehen kann und welche Entwicklungen wahrscheinlicher ist.

Kaltluft läutet den Frühherbst ein

Das ist die erste - extremere - Variante. Hervorgerufen wird diese durch eine Verlagerung des Zentraltiefs in Richtung Skandinavien. Das Tief trogt zum Beginn der zweiten August-Dekade nach Süden aus und drückt den Hochdruckkeil des Azorenhoch raus auf den Atlantik. Mitteleuropa würde dann voll in der Austrogung der atlantische Frontalzone liegen, was über Deutschland, Österreich und der Schweiz zu länger andauernden Niederschlagsereignissen führen könnte.

Zugleich sorgen viele Wolken für wenig Sonnenschein und mit einer nordwestlichen Grundströmung wären kaum mehr als +16 bis +21 Grad und örtlich bis +24 Grad zu erwarten. Mit länger andauerndem Niederschlag wäre es dann schon frühherbstlich.

Der Sommer wandelt sich in der zweiten August-Dekade in den Frühherbst
Wetterprognose nach Kontrolllauf: Der Sommer wandelt sich in der zweiten August-Dekade in den Frühherbst
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Hochsommerliche Hitzewelle

Die zweite - extreme - Variante ist genau das Gegenteil, im Grunde genommen aber auch eine meridional strukturierte Großwetterlage, nur eben mit dem Unterschied, dass das Hoch sich über Mitteleuropa, bzw. Nordeuropa befindet und die atlantische Frontalzone draußen auf dem Atlantik blockiert. Hält dieser Prozess an, so trogt das Tiefdruckzentrum langsam in Richtung der Azoren aus und pumpt aus südlichen Richtungen heiße Luftmassen aus der Mittelmeerregion nach Deutschland, Österreich und der Schweiz. Unter bestimmten Voraussetzungen wäre auch der Transport heißer Luftmassen aus Afrika denkbar.

Sollte sich diese Großwetterlage einstellen, so wären ab dem 6./7. August Tageshöchstwerte von +30 bis +35 Grad und örtlich bis +40 Grad möglich. Bedingt durch die Hochdruckposition würde sich diese Wetterlage etablieren und für eine länger andauernde Hitzewelle sorgen können. Aber auch eine Omegawetterlage wäre dann zu diskutieren.

Eine Omegawetterlage könnte für eine länger andauernde Hitzewelle sorgen und den Sommer völlig aus dem Ruder laufen lassen
Wetterprognose nach Kontrolllauf: Eine Omegawetterlage könnte für eine länger andauernde Hitzewelle sorgen und den Sommer völlig aus dem Ruder laufen lassen
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Normales Sommerwetter

Normal gibt es eigentlich nicht, denn die Norm ist der Durchschnitt von zu warmen und zu kalten Varianten. Aber gut, manchmal stellt sich eine Wetterlage ein, die weitgehend dem Durchschnittswert entspricht. In diesem Fall würde die bestehende Wetterlage einfach ihre Fortsetzung finden.

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In regelmäßigen Abständen zieht das Islandtief nach Skandinavien, streift mit seinen Ausläufern Deutschland und sorgt für einen Temperaturrückgang. Zuvor werden auf der Tiefdruckvorderseite sehr warme Luftmassen nach Mitteuropa geführt, was mitunter kurze hochsommerliche Wetterphasen ermöglicht. Norddeutschland wäre in dieser Konstellation vermehrt im maritimen Einfluss, während der Süden im gemäßigten, meist schwachgradientigen Bereich liegen kann. Kurzum wäre der Norden etwas kühler und unbeständiger als der Süden zu bewerten. Der Auf und Ab Sommer würde geradewegs so weitergehen, wie gewohnt.

Der Tiefdruckeinfluss reicht aus, um den Auf und Ab Sommer aufrecht zu erhalten
Wetterprognose nach Kontrolllauf: Der Tiefdruckeinfluss reicht aus, um den Auf und Ab Sommer aufrecht zu erhalten
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Wie macht der Sommer weiter?

Kommen wir zu den Wahrscheinlichkeiten. In den letzten 20 Jahren war der August in 75 Prozent der Fälle zu warm. Und das ist nicht nur eine Laune des Wetters, sondern nahezu eine Gesetzesmäßigkeit, die ihre Ursache im Klimawandel hat. Im Übrigen war der August in den letzten 20 Jahren in nur 10 Prozent der Fälle zu kalt - das zeigt ganz deutlich die Wahrscheinlichkeiten auf. Doch 10 Prozent sind 10 Prozent und zu kalte August-Monate sind/waren möglich.

Schaut man sich aber den Mittelwert der Kontrollläufe an, so sollte man aber nicht gerade auf einen zu kalten August wetten. Warum? Mehrheitlich wird eine Aufwölbung des Hochdrucksystems über Mitteleuropa simuliert, was optimale Voraussetzungen für eine länger andauernde Hitzewelle wäre. Doch so weit möchte man noch nicht gehen. Aktuell ist eine länger andauernde Warm- und Trockenphase eine sehr wahrscheinliche Wetterentwicklung, bei der die Südwestwetterlage eine entscheidende Rolle spielen kann.

Mittelwert der Kontrollläufe - Hitze ist und bleibt ein Thema
Wetterprognose nach Mittelwert der Kontrollläufe: Hitze ist und bleibt ein Thema
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Auf den Punkt gebracht: Ein durch und durch sommerlicher Wettertrend

Der August beginnt heiß und kühlt bis zum 5. August ab. Nachfolgend bestätigt sich eine Temperaturentwicklung, die im Mittel und im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert um +2 bis +3 Grad zu warm ist. Extreme Hitzevarianten sind zahlreicher als frühherbstliche Varianten vertreten.

Hochsommer

Betrachtet man den Mittelwert der Kontrollläufe, so liegt dieser meist im Bereich der +25 Grad-Marke und nach Süden und Osten sich auch in Richtung der +27 Grad-Marke entwickeln kann.

Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
5. August +16 bis
+26 Grad
+20 Grad bis
+22 Grad
7. August +16 bis
+34 Grad
+23 bis
+27 Grad
14. August +18 bis
+32 Grad
+23 bis
+25 Grad
Diagramm Temperaturen August 2020
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe August 2020 von zu kalt, normal, zu warm

Die Niederschlagsprognose: Geringe Niederschlagsausbeute

Von Tag zu Tag werden die Niederschlagssignale zurückgerechnet und sind in den Kontrollläufen nur noch im Zeitraum vom 1. bis 3. August nennenswert - dann aber zumeist auch nur in Form von Schauern und Gewittern. Anders formuliert stehen die Zeichnen klar zugunsten eines sommerlichen Wettercharakters.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,37 +2,4 +1,56 510 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Sommer

Statistische Wetterwerte für den Sommer

Das typisch deutsche Sommer-Wetter ist häufig wechselhaft und dennoch gibt es markante Wettersingularitäten, welche häufiger auftreten.

  • Anfang Juni gibt es zumeist schönes und sommerlich warmes Hochdruckwetter, bevor zum 10. bis 20. Juni häufig die sog. Schafskälte nachfolgt
  • Oftmals entscheidend für das Sommerwetter ist die Großwetterlage zwischen dem 21. Juni und 11. Juli, welche nach der Siebenschläferregel benannt ist
  • Vom 10. bis 15. Juli gibt es häufiger sommerliche Schönwetter- und vom 16.-20 Juli Schlechtwetter­perioden zu beobachten
  • Ab dem 23. Juli folgen die heißen Hundstage (Hochsommer)
  • Zwischen dem 4. und 8. August gibt es häufig wechselhaftes Wetter
  • Um den 13. August endet häufig die Hochsommer Wetterlage (wechselhaft) und geht zum 23. August in die Spätsommerphase (erneut Hochdruck) über

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