Eine Hochdruckbrücke dehnt sich am Wochenende über Deutschland aus und beeinflusst mit sommerlich warmen Temperaturen das Wetter über Deutschland. Doch zum Vater- und Muttertag kündigt sich ein Wetterwechsel an.

Ewig kann sich keine Großwetterlage halten und die Hochdruckdominanz hält sich mit jeweils kurzen Unterbrechungen schon seit Anfang April und sorgt über Deutschland für die Jahreszeit zu warme Temperaturen. Zwar liegt der aktuelle Temperaturmittelwert der vergangenen Mai Tage mit -2,2 Grad unter dem langjährigen Mittelwert, doch das wird sich bis zum 9. Mai mit einer Abweichung von bis zu +3 Grad dramatisch verändern können. Verbreitet sind mit dem Hochdrucksystem frühsommerliche Werte zwischen +20 bis +25 Grad und örtlich bis +27 Grad möglich - vereinzelt kann über dem Westen auch die +30 Grad Marke angepeilt werden. Diese Werte entsprechen dann einem etwa um 4 bis 8 Grad zu warmen Niveau. Das warme Wetter aus dem April setzt sich im Mai 2018 zunächst einmal fort.

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Ein Wetterwechsel kündigt sich zum 10. Mai an

Der 10. Mai (Vater-, oder auch Herrentag) ist ein bundesweiter Feiertag und somit steht für viele ein weiteres verlängertes Wochenende an. Am 13. Mai ist Muttertag, nur ob das Wetter da auch mitspielen wird, bleibt noch fraglich. Denn auch in diesem Zeitraum befinden sich die sog. Eisheiligen (11. bis 15. Mai) und sorgten in manchen Jahren schon für eine empfindliche Abkühlung im Frühling.

Kaltes oder warmes Wetter?

Das amerikanische Wettermodell berechnet die Abschwächung des Hochdrucksystems über Skandinavien zum 8. und 9. Mai, was etwas nach Osten abrückt und somit der atlantischen Frontalzone mehr Entwicklungsspielraum lässt. Im Detail wird es darauf ankommen, wie weit sich das Hoch nach Osten zurückzieht. Zum aktuellen Stand aber können die Tiefdrucksysteme zum 10. Mai auf Deutschland übergreifen. Jedoch gelingt es den Tiefdrucksystemen nicht, sich über Skandinavien zu positionieren. Stattdessen werden diese zwischen Island, England und dem europäischen Nordmeer blockiert und führen auf ihrer Vorderseite warme und feuchte Luftmassen nach Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Was für ein Wetter wäre zum verlängerten Wochenende zu erwarten? Am 10. Mai eine erhöhte Schauerneigung, welche sich vom 11. bis 15. Mai auf die westlichen Regionen konzentriert. Die Temperaturen können an Christi Himmelfahrt mit +14 bis +18 Grad nur kurzzeitig absinken und steigen darüber hinaus mit +22 bis +27 Grad und örtlich bis +30 Grad aus frühsommerliche bis sommerliche Werte an. Wie aber weiter oben bereits angedeutet, hängt sehr viel davon ab, wie sich die Wettersysteme zueinander positionieren. Veränderungen sind zu erwarten.

Polarwirbelberechnung Mai

Berechnung Polarwirbel nach dem amerikanischen Wettermodell: Frühlingswetter mit leichten Schwächen © www.meteociel.fr

Europäisches Wettermodell: Kurze Störung

Das europäische Wettermodell berechnet einen ganz ähnlichen Ansatz. Das Hoch über Skandinavien schwächt sich zum 10. Mai ab, doch rückt von Südwesten her rasch der nächste Hochdruckkeil des Azorenhoch nach und positioniert sich bis zum 13. Mai über dem skandinavischen Raum. Anders jedoch wie beim amerikanischen Wettermodell wird die atlantische Tiefdruckrinne nicht vor Mitteleuropa blockiert, sondern weicht nach Süden aus, was den Temperaturcharakter zwar im warmen Bereich belässt, die Neigung aber zu Schauern und Gewittern höher einzustufen ist.

Polarwirbelberechnung Mai

Berechnung Polarwirbel nach dem europäischen Wettermodell: Hochdruckdominanz mit Störeinflüssen © www.meteociel.fr

Wettertrend: Wetterwechsel bleibt ein Thema

Die Berechnungen der Wettermodelle sind klar strukturiert. Der Wille zum Wetterwechsel ist da, doch scheitert dieser zunächst. Nichtsdestotrotz spielen die Kontrollläufe da nicht mit und berechnen ab dem 10. und 11. Mai einen Temperaturrückgang, welcher mit einem Mittelwert bspw. am 15. Mai mit +19 bis +20 Grad Jahreszeit typische Werte aufweist. Die Niederschlagsneigung nimmt generell ab dem 10. Mai zu, was einen Wetterwechsel zu feucht warmen Wetter plausibler macht. Die Wettermodelle gehören mit ihren Berechnungen jeweils zu den wärmeren Varianten der Kontrollläufe. Dass die Eisheiligen ihr Unwesen über Deutschland treiben werden ist zwar noch nicht von Tisch, aber auch heute wenig wahrscheinlich. Deutlicher zeigt sich das im nachfolgenden Diagramm:

Diagramm Temperaturen Mai 2018 vom 03.05.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Mai 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Wetter Frühling und Sommer 2018: Aktuelle Wetterprognose des Langfristmodells

Der Wettertrend ist in den kommenden Tagen bis Mitte Mai für die Jahreszeit als zu warm zu bewerten. Zeit dass das Langfristmodell darauf reagiert? Nein - zumindest noch nicht. So liegt die Abweichung nach der aktuellen Wetterprognose mit -0,5 bis +1 Grad weiterhin im normalen Bereich mit dem Trend etwas zu warm auszufallen.
Das Langfristmodell geht also nach wie vor davon aus, als ob die zweite Mai Hälfte über Pfingsten mehr von Tiefdrucksystemen und kühleren Temperaturen bestimmt werden kann, was den Temperaturüberschuss aus der ersten Mai-Hälfte abbauen könnte. Man wird sehen, ob und wie das Langfristmodell auf die aktuellen Entwicklungen reagieren wird. Die weiteren Monate im Überblick:

Abweichungen der Temperaturen im Frühling und Sommer gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
Mai 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: normal bis leicht zu trocken
Juni 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: normal
Juli 2018 +0,5 bis +1 Grad Trend: leicht zu trocken
August 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: normal, im Trend leicht zu trocken

Diagramm der Temperaturentwicklung Frühling und Sommer 2018 vom 03.05.2018

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