Ein Hochdrucksystem breitet sich in den kommenden Tagen über Skandinavien aus. Entscheiden für den Wettercharakter im zweiten April Drittel wird sein, wie sich das Hochdrucksystem zur atlantischen Frontalzone positionieren kann.

Für April stehen ein paar außergewöhnlich warme Tage bevor, erst ab der Wochenmitte können die Temperaturen langsam etwas abkühlen, es bleibt aber bis zum Ende der Woche verbreitet frühlingshaft mild bis warm. Verantwortlich hierfür ist die Kombination aus einem Hoch über Skandinavien und einem Tiefdrucksystem über Frankreich und Spanien, welches vergeblich versucht, sich über die Mittelmeerregion durchzusetzen. In Folge daraus nimmt die Neigung zu Schauern und Gewitter über Deutschland, Österreich und der Schweiz ab Dienstag zu und zeigt sich in ausgeprägter Form am Donnerstag und Freitag. Das Wetter im April 2018 bleibt warm, wird aber zunehmend unbeständiger - auch Gewitter sind in diesem Prozess nicht auszuschließen.

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Kampf der Wettersysteme

Da stehen sie sich also gegenüber. Die atlantische Frontalzone, welche gerne weiter nach Osten in Richtung Skandinavien vordringen möchte und das Skandinavienhoch, welches sich mit seiner Hochdruckachse über das östliche Europa ausdehnen kann. Entscheidend für die weitere Wetterentwicklung aber wird die Position des Skandinavienhochs sein.

Kühles Frühlingswetter

Eine Variante ist die Ausdehnung des Hochdrucksystems nach Westen, was die atlantische Tiefdruckrinne auf eine südlichere Bahn und bis über die Mittelmeerregion lenken kann. Vorderseitig kann es warm werden, aber ist das Skandinavienhoch erst einmal weg, wird der Weg für kalte Luftmassen aus nördlichen Richtungen frei und die Tiefdruckaktivität über der Mittelmeerregion kann diesen Prozess noch verstärken. Unbeständiges und kühles Aprilwetter wäre die Folge daraus.

Warmes Frühlingswetter

Das Hochdrucksystem über Skandinavien weicht nach Osten aus und verlagert sich mit seiner Hochdruckachse über das östliche Europa. Die atlantische Frontalzone läuft auf das Hochdrucksystem auf und im Verbund der beiden Wettersysteme können sehr warme Luftmassen aus südlichen Richtungen nach Norden geführt werden. Temperaturen von über +20 Grad wären keine Seltenheit.

Normales Wetter im Frühling

Die Wettersysteme halten sich in Schach und keines davon kann sich so wirklich über Deutschland festigen. In Folge daraus bleibt der Wettercharakter unbeständig bei Temperaturen, welche mit +14 bis +18 Grad in einem für April leicht zu warmen Bereich liegen können.

Was berechnen die Wettermodelle?

Beide Wettermodelle berechnen eine Patt-Situation. Das Hoch bleibt über Skandinavien präsent und blockiert einen Kaltluftzustrom aus nördlichen Richtungen nach Deutschland. Gleichzeitig versucht die atlantische Frontalzone weiter nach Osten vorzudringen, was aber - zumindest nach den aktuellen Simulationen - nicht von Erfolg gekrönt ist.
Deutschland verbleibt somit zwischen den Fronten, was den Wettercharakter im Zeitraum vom 12. bis 22. April wechselhaft gestalten kann. Teils sind kräftige Schauer und Gewitter möglich und die Temperaturen können sich auf +15 bis +20 Grad einpendeln. Mit entsprechender Niederschlagsaktivität können die Werte darunter und mit etwas mehr Sonnenschein auch darüber liegen.

Polarwirbelberechnung April

Berechnung Polarwirbel nach dem amerikanischen Wettermodell: Gestörtes Zirkulationsmuster. Wettersysteme halten sich in Schach, wenig Wetterdynamik. © www.meteociel.fr

Kontrollläufe: eindeutiger Temperaturtrend

Die zurückliegenden Apriltage haben gegenüber dem langjährigen Mittelwert einen Temperaturüberschuss von rund +1,2 Grad im zu warmen Bereich hervorgebracht. Am heutigen Sonntag liegt das Temperaturniveau um 10 bis 12 Grad über dem, was für die Jahreszeit typisch wäre. Bis zum 18. April sinkt das Temperaturniveau etwas ab, bleibt aber mit einem Überschuss von 4 bis 6 Grad noch immer im zu warmen Bereich. Erst mit dem Beginn des letzten April Drittels zeigt sich eine langsame Normalisierung der Temperaturen. Damit bestätigen die Kontrollläufe den Trend der letzten Tage. Gleichzeitig erhöht sich die Neigung zu Schauern ab dem 11. April.

Diagramm Temperaturen April 2018 vom 08.04.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe April 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Wetter Frühling und Sommer 2018: Aktuelle Wetterprognose des Langfristmodells

Der April 2018 hat zwischenzeitlich ein sehr hohes Potential deutlich zu warm auszufallen. Nimmt man an, dass der Mittelwert in der zweiten April Dekade etwa um +5 Grad zu warm ausfällt, so könnte am 20. März ein Temperaturüberschuss von +3 Grad zustande kommen - und das ist die noch eher konservative Variante. Wenn der April also noch normal ausfallen sollte, so müsste nach dieser These das letzte April Drittel um -6 Grad zu kalt ausfallen. Das ist aber derzeitig nicht abzusehen.
Das Langfristmodell reagiert weiterhin auf die aktuelle Wetterentwicklung und berechnet den Süden von Deutschland mit einer Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert von +2 bis +3 Grad deutlich zu warm. Sonst liegt die Abweichung verbreitet im Bereich zwischen +1 bis +2 Grad. Lediglich über den Küstenregionen zeigt sich mit -0,5 bis +1 Grad so etwas wie eine normale Entwicklung. Die weiteren Monate im Überblick:

Abweichungen der Temperaturen im Frühling und Sommer gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
April 2018 -0,5 bis +3 Grad Trend: zu trocken
Mai 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: leicht zu trocken
Juni 2018 +0,5 bis +1 Grad Trend: zu trocken
Juli 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: leicht zu nass
August 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: leicht zu nass

Diagramm der Temperaturentwicklung Frühling und Sommer 2018 vom 08.04.2018

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