Wie so oft in diesem Sommer 2017 wiederholt sich das Wetter mit dem meist gleichen Ablauf. Nach einer sommerlich warmen bis hochsommerlich heißen Temperaturphase sorgen kräftige Schauer und Gewitter mit Unwetterpotential für einen Wetterwechsel und zurückgehenden Temperaturen. Anschließend beginnt das Spiel erneut. Warum sollte es in dieser Woche also anders sein? Fraglich ist zum heutigen Stand noch, wie stark und wo die Unwetter am kommenden Augustwochenende auftreten können und auch wie nachhaltig der Temperaturrückgang ausfallen kann.

Kehrt nach dem kurzen Temperaturrückgang der Sommer zurück?

Mit dem kommenden Wochenende ist in Baden-Württemberg und Bayern die Halbzeit der Sommerferien erreicht und wir erhalten viele E-Mails mit der Frage, ob der Sommer 2017 denn nun vorbei sei? Nein, vorbei ist er nicht, er neigt sich aber aus meteorologischer Sicht seinem Ende entgegen, was Temperaturen um +30 Grad weniger und Temperaturen um +20 Grad mehr wahrscheinlich macht.

Nichtsdestotrotz ist der "Kaltlufteinbruch" am kommenden Wochenende wohl nur von kurzer Dauer. Denn beide Wettermodelle berechnen quer über Mitteleuropa den Aufbau einer Hochdruckbrücke zwischen den Azoren und dem westlichen Russland, was die Niederschlagstätigkeit vom 20. bis 25. August weiter zurückgehen und die Temperaturen wieder ansteigen lassen kann. Die Hochdruckbrücke wäre im Übrigen der erstmalige Versuch im Sommer 2017, so etwas wie eine stabile Sommerwetterlage aufzubauen. Ob es hält, wird sich zeigen müssen, denn das amerikanische Wettermodell berechnet im Zeitraum vom 26. bis 30. August eine neuerliche Tiefdruckstörung vom Atlantik her kommend, was den durchwachsenen Wettercharakter des Sommers bei einem Auf und Ab der Temperaturen fortsetzen könnte. In diesem Fall wäre das Unwetterpotential um den 25. August herum erneut als hoch einzustufen.

Das europäische Wettermodell folgt den Berechnungen des amerikanischen Wettermodells nur bedingt, was eine halbwegs stabile Hochdruckbrücke quer über Mitteleuropa heute per se noch in Frage stellt. Aber auch das europäische Wettermodell zeigt Ansätze für solch eine Entwicklung, jedoch bleibt die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik hoch, so dass auch hier mit einer Fortsetzung des wenig beständigen Sommerwetters bei einem Auf und Ab der Temperaturen zu rechnen ist.

Kontrollläufe: stabile Wetterlage durchaus wahrscheinlich

Betrachtet man ausschließlich die Niederschlagsentwicklung der Kontrollläufe, so gibt es sowohl über dem Norden, als auch über dem Süden zwischen dem 18. und 19. August einen sog. Peak (Ausschlag) in der Niederschlagsberechnung, was den Rückschluss auf unwetterartige Niederschläge ziehen lässt. Darüber hinaus geht im Zeitraum vom 20. bis 26. August die Niederschlagsneigung fast gänzlich in den trockenen Bereich zurück. Das bedeutet, dass keiner der Kontrollläufe mehr Regen in diesem Zeitraum simuliert und somit die Hochdruckbrücke zum heutigen Stand die höchste Relevanz besitzt. Aber auch darüber hinaus zeigt sich über Deutschland eine nur schwache Niederschlagsentwicklung. Anders formuliert: eine stabile Sommerwetterlage hat zum aktuellen Stand eine höhere Wahrscheinlichkeit als andere Varianten.

In der Temperaturentwicklung berechnen die Kontrollläufe nach dem kühlen Wochenende eine ansteigende Tendenz in Richtung normalisierende Werte, wobei die Berechnungen des amerikanischen Wettermodells im Vergleich zu den Kontrollläufen erneut als zu optimistisch einzustufen sind. So liegt das Temperaturspektrum mit seinem Mittelwert über dem Süden meist zwischen +21 bis +23 Grad und über dem Norden zwischen +19 bis +21 Grad in einem für den Spätsommer normalen Bereich.

Diagramm Temperaturen im August 2017 vom 15.08.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im August 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Temperaturverteilung im August 2017 bislang ungleichmäßig

Zurückblickend auf die vergangenen Augusttage zeigt sich der deutschlandweite Mittelwert aktuell mit einer Abweichung gegenüber dem langjährigen Durchschnittswert mit rund +1,3 Grad zu warm. Allerdings liegt die Abweichung über dem Nordwesten und Westen mit -0,1 Grad teils im leicht negativen Bereich, während über dem Südosten mit +2,5 Grad eine deutlich zu warme Abweichung auszumachen ist. Im Hinblick auf die kommenden Tage sollte sich bis einschließlich dem kommenden Wochenende nur wenig an dem Überschuss verändern können und sollten die letzten Sommertage - wie in den Wettermodellen simuliert - "normal" ausfallen können, so hat der August insgesamt ein hohes Potential zu warm auszufallen. Zusammengenommen mit dem Juni und Juli könnte der Sommer 2017 im Resümee mit einer Abweichung zwischen +1,3 bis 1,5 Grad zu warm ausfallen. Anders formuliert müsste der August etwa um -3,4 Grad zu kalt ausfallen, um den Sommer noch zu normalisieren und das ist zum heutigen Stand äußerst unwahrscheinlich.

Diagramm der Temperaturentwicklung Sommer 2017 vom 15.08.2017

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