Der Hochsommer zeigt sich in der ersten Augustwoche mit Temperaturen von +25 bis +30 Grad über dem Süden (örtlich bis +35 Grad) und +19 bis +27 Grad über dem Norden. Für das sommerliche Wetter verantwortlich ist ein Tiefdrucksystem bei England und ein Hochdrucksystem über der Mittelmeerregion, welches sich bis über das östliche Europa erstreckt. In Folge daraus dreht das Zirkulationsmuster auf südwestlichen Richtungen und führt kurzzeitig heiße Luftmassen aus Afrika bis nach Deutschland, Österreich und der Schweiz. Wie bei Südwestwetterlagen aber generell üblich, ist die Niederschlagsneigung über dem Nordwesten höher als über dem Südosten einzustufen und auch bei den Temperaturen gibt es von Südost nach Nordwest ein Gefälle.

Wie entwickelt sich der restliche Sommer 2017?

Die südwestliche Grundströmung führt auch feuchtere Luftmassen nach Deutschland, was im gesamten Zeitraum vom 1. bis 6. August die Neigung zu Schauern und Gewittern auf einem mäßigen bis hohen Niveau belässt. Das amerikanische Wettermodell berechnet vom 6. bis 10. August die Verlagerung des Tiefdrucksystems von England bis nach Skandinavien, was über Deutschland zu einem Wetterwechsel führen könnte. Allerdings kommt es auch sehr darauf an, in welcher Achse und wo sich das Tief über Skandinavien positionieren kann. In der aktuellen Simulation ergibt sich hieraus ein Erhalt der Südwestwetterlage, da sich das Tiefdruckzentrum über Skandinavien deutlich stärker abschwächt und die nachfolgende Tiefdruckrinne nur bedingt zu einem Wetterwechsel beitragen könnte.

Geht es hochsommerlich heiß weiter?

Sollten die Berechnungen des amerikanischen Wettermodells eintreten, so wäre mit einem Fortbestand des Wetters aus den ersten Augusttagen zu erwarten, bei der es über dem Süden und Osten hochsommerlich heiß und über dem Norden und Westen mit +19 bis +24 Grad sommerlich warm sein kann. Die Neigung zu Schauern und Gewittern bleibt im gesamten Zeitraum als mäßig bis hoch zu bewerten.

Zweigeteiltes Sommerwetter

Wie schon größtenteils im Juli, setzt sich nach den aktuellen Berechnung die Zweiteilung der Sommertemperaturen auch im August 2017 fort. Doch wie wahrscheinlich ist das durchwachsene Sommerwetter in der ersten Augustdekade, denn schließlich bleibt die Variante einer Westwetterlage mit dem Durchbruch der atlantischen Frontalzone in Richtung Skandinavien ja auch erhalten.

Die Kontrollläufe, welche gestern noch mehrheitlich einen kühleren Wetterumschwung nach dem 6. August simulierten, zeigen in ihren heutigen Berechnungen im Zeitraum vom 6. bis 10. August eine Normalisierung über dem Süden und über dem Norden einen leicht zu kühlen Temperaturtrend (0,5 bis 2 Grad zu kühl) gegenüber dem langjährigen Mittelwert. Dabei zählt der oben beschriebene Hauptlauf zu den wärmeren Varianten. Mit anderen Worten: sommerliche Temperaturen sind bis zum 5./6. August sehr wahrscheinlich, darüber hinaus nehmen die Unsicherheiten zu, der Trend bleibt aber über dem Süden zum heutigen Stand sommerlich warm, während es über dem Norden auch kühler werden kann. Da in der gesamten ersten Augustdekade die Niederschlagsneigung als mäßig zu bewerten ist, bleibt eine stabile Sommerwetterlage wenig wahrscheinlich.

Diagramm Temperaturen im August 2017 vom 30.07.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im August 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Langfristmodell: restlicher Sommer über dem Norden leicht zu kühl, über dem Süden leicht zu warm

Das Langfristmodell berechnet in seiner heutigen Wettervorhersage für den August 2017 die Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert mit -0,5 bis +0,5 Grad weitestgehend im normalen Bereich, hat aber in der Tendenz mit einer Abweichung von -1 Grad über dem Norden und Nordosten einen leicht zu kühlen und mit bis +1 Grad über dem Süden einen zu warmen Trend. In der Niederschlagserwartung berechnet das Langfristmodell zum heutigen Stand kaum Abweichungen gegenüber dem Sollwert und kann im Trend leicht positiv ausfallen (leicht zu nass).
Kumuliert man die bisherigen Temperaturen aus den Sommermonaten Juni und Juli, so war der Mittelwert der Temperaturen über Deutschland im Sommer 2017 bislang um etwa +1,7 Grad zu warm. Im Umkehrschluss müsste der August um etwa -3,5 Grad zu kalt ausfallen, um den Sommer 2017 noch auf normale Werte zu bringen - das ist nach dem heißen Start in den August und der möglicherweise auch sommerlichen ersten Augustdekade äußerst unwahrscheinlich.

Diagramm der Temperaturentwicklung Sommer 2017 vom 30.07.2017

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