Stabiles Sommerwetter sieht anders aus - so können in den kommenden Stunden teils kräftige Schauer und Gewitter über Deutschland hinwegziehen, bevor sich zum Samstag und Sonntag das Wetter kurzzeitig beruhigen kann und zum Sonntagnachmittag die nächste Unwetterfront sich Deutschland nähern kann. Sie gehört zur atlantischen Tiefdruckrinne, welche die heißen Sommertemperaturen der letzten Tage langsam ausräumt und im Laufe der kommenden Juliwoche durch frischere Atlantikluft ersetzt. Entsprechende Wetterturbulenzen sind in der Zeit von Sonntagnachmittag bis Montagabend zu erwarten. Anschließend bleibt der Wettercharakter wechselhaft und die Temperaturen gehen bei Sonnenschein auf +20 bis +25 Grad und bei Regen auf +16 bis +22 Grad zurück.

Das Wetter im Sommer 2017 bleibt wechselhaft

Das Auf und Ab des Sommers geht also gerade so weiter und hält nun seit Anfang Juni an. Der Grund hierfür eine hohe Erhaltungsneigung der atlantischen Frontalzone und der dazugehörigen Tiefdruckrinne. Immer wieder gelingt es den Tiefdruckgebieten den sonst im Sommer üblichen Aufbau von hohem Luftdruck über Mitteleuropa zu unterbinden und für einen wechselhaften Wettercharakter bei ebenso wechselhaften Temperaturen aufrecht zu erhalten.
Daran ändert sich auch im Zeitraum vom 12. bis 17. Juli voraussichtlich nur wenig. Das Azorenhoch liegt nach den Berechnungen des amerikanischen und europäischen Wettermodells über den Azoren und es gelingt in labiler Art und Weise einen Hochdruckkeil in Richtung Mitteleuropa aufzubauen, der aber zum einen schwach und zum anderen weit südlich berechnet wird. Gleichzeitig ist die Tiefdruckaktivität auf den Atlantik als hoch einzustufen, sodass es den Tiefdrucksystemen immer wieder gelingt, nach Deutschland, Österreich und die Schweiz vorzudringen und mit einer westlichen bis nordwestlichen Grundströmung weiter kühle Atlantikluft heranführen kann. Der Wettercharakter ist bis einschließlich dem 17. Juli als wechselhaft zu bezeichnen und die Niederschlagsneigung ist über dem Norden höher als über dem Süden zu bewerten. Der Sommer macht mit einer hohen Wahrscheinlichkeit im zweiten Julidrittel eine Pause.

Folgt nach der Abkühlung die nächste sommerliche Hitzewelle?

Das amerikanische Wettermodell hält seine Wetterprognosen der letzten Tage aufrecht und berechnet im Zeitraum vom 18. bis 22. Juli eine Grundlegende Veränderung der Großwetterlage. So könnte sich über dem skandinavischen Raum bis über die Barentssee ein Hochdrucksystem entwickeln, was es dem Azorenhoch letztlich leichter macht, einen entsprechenden Hochdruckkeil, bzw. Hochdruckbrücke über Mitteleuropa zu positionieren. Sollte dies gelingen, so wäre mit dem Beginn der sog. Hundstage (nein, hat nichts mit Hunden zu tun) mit einer halbwegs stabilen Sommerwetterlage zu rechnen. Entscheidend darüber, ob das auch gelingen mag, ist das Verhalten der atlantischen Frontalzone.
Kippt diese vor Mitteleuropa nach Süden ab, so wäre der Weg für den Hochsommer mit einem autarken Sommerhoch über Deutschland frei. Zieht die Frontalzone hingegen nach Nordosten ab, so wäre mit einer Südwestströmung ebenfalls sommerliches Wetter zu erwarten, jedoch auch mit feuchteren Luftmassen, was die Neigung zu Schauern und Gewittern aufrecht erhalten kann. In der dritten Variante bleibt alles wie gehabt. Dem hohen Luftdruck gelingt es nicht sich zu festigen und das Auf und Ab geht auch im zweiten Sommermonat Juli so weiter.

Kontrollläufe stützen keine Hitzewelle und kein Sommerhoch

In der Wetterprognose und im Wettertrend geht es um Wahrscheinlichkeiten um die sog. Hauptläufe der Wettermodelle zu verifizieren. Zwar berechnet das amerikanische Wettermodell seit ein paar Tagen eine durchaus stabile Sommerwetterlage zur letzten Julidekade hin, aber die Kontrollläufe ziehen da nicht mit, was die Entwicklung selbst zum heutigen Stand noch in Frage stellt. So liegt der Mittelwert des Temperaturspektrums der Kontrollläufe mit +18 bis +20 Grad über dem Norden und +19 bis +22 Grad über dem Süden gegenüber den Jahreszeit typischen Werten im leicht zu kühlen Bereich und die negative Abweichung liegt zwischen 1 bis 3 Grad, Gleichzeitig bleibt die Niederschlagserwartung leicht erhöht. Mit anderen Worten ist mit einem wechselhaften und leicht unterkühlten Wetter im Zeitraum vom 12. bis 20. Juli zu rechnen.

Diagramm Temperaturen im Juli 2017 vom 07.07.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im Juli 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Wettertrend Sommer 2017: Langfristmodelle normal bis zu warm

Die Langfristmodelle stützen weiterhin eine normale bis zu warme Temperaturentwicklung im Sommer 2017. Es gibt aber auch Unterschiede. So ist der Juni mit einer Abweichung von +2,6 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert bereits deutlich zu warm ausgefallen. Nach den Langfristmodell CFSv2 wird der Juli mit einer Abweichung von -0,5 bis +0,5 Grad verbreitet normal und über dem Norden und Nordosten mit einer Abweichung von bis -1 Grad leicht zu kühl berechnet (aktuell liegt der Temperaturmittelwert der vergangenen Julitage bei +0,4 Grad). Der August wird hingegen mit einer Abweichung von -0,5 bis +0,5 Grad normal und im Trend mit einer Abweichung von bis +1 Grad leicht zu warm simuliert.

Das Langfristmodell der NASA stützt diese Entwicklung weitgehend und berechnet im Juli über dem Norden mit bis -0,5 Grad eine leicht zu kühle und über dem Süden mit bis +1 Grad eine leicht zu warme Temperaturentwicklung. Für den letzten Sommermonat August berechnet die NASA mit einer Abweichung von +0,25 bis +2 Grad eine positive Abweichung.

Diagramm der Temperaturentwicklung Sommer 2017 vom 06.07.2017

Zusammenfassung der Wetterprognose Sommer 2017

  • Nach den hochsommerlichen Temperaturen folgt zum 11./12. Juli eine Abkühlung
  • Kräftige Gewitter sind am heutigen Freitag und auch am kommenden Sonntag und Montag zu erwarten
  • Im Zeitraum vom 12. bis 20. Juli ist mit einem wechselhaften Wettercharakter zu rechnen
  • Niederschlagsneigung bleibt im zweiten Julidrittel über dem Norden hoch und über dem Süden leicht erhöht
  • Der Aufbau eines stabilen Sommerhochs bleibt zum letzten Julidrittel und dem Beginn der Hundstage nicht unwahrscheinlich
  • Im Hinblick auf die Simulationen der Langfristmodelle bleibt der Wettertrend für den Sommer 2017 normal, leicht durchwachsen und kann im Trend zu warm und zu trocken ausfallen

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