In einigen Bundesländern beginnen demnächst die Sommerferien und wir bekommen vermehrte Anfragen, ob denn sich das Wetter bald "bessern" möge. Blickt man auf die Wettervorhersage bis Ende Juni, so zeigt sich ein Fortbestand der wechselhaften und teils zu kühlen Witterung und auch in der Wetterprognose für Anfang Juli ist kaum eine Veränderung auszumachen, wenngleich die Niederschläge über dem Süden mehr und mehr nachlassen und die Temperaturen dort auf ein Jahreszeit-typisches Niveau ansteigen können (s. Wettervorhersage Juni | Wetterprognose Juli).

Was in den Simulationen der Wettermodelle hinsichtlich einer stabilen Sommerwetterlage fehlt ist das entsprechende Hochdrucksystem über Mitteleuropa, bzw. dem skandinavischen Raum. Betrachtet man die Großwetterlage Anfang Juli, so liegt statt einem Hoch über Skandinavien dort ein Tiefdrucksystem, was wiederum höhere Wahrscheinlichkeiten für eine wechselhafte, teils windige und mäßig warme Westwetterlage zur Folge hat.

Somit ist der Trend wechselhaft ausgeprägt und der Siebenschläferzeitraum (21. Juni und 11. Juli) neigt sich so langsam seinem Ende zu - ist denn eine Tendenz in Richtung Sommer zu erkennen? Die Simulation des amerikanischen Wettermodells zeigt mit einem Tief über Skandinavien eine stabile Aufrechterhaltung der atlantischen Frontalzone mit ihrer dazugehörigen Tiefdruckrinne, welche zwischen dem östlichen Kanada, Grönland, Island und Skandinavien stabil gehalten werden kann. Gleichzeitig liegt das Azorenhoch weit westlich, so dass dessen Einflussnahme bis zum 11. Juli auf Mitteleuropa als schwach zu bewerten ist. Somit können die Tiefdrucksysteme unter bestimmten Voraussetzungen über Mitteleeuropa von Nordwest nach Südost hinwegziehen und neben einem unbeständigen Wettercharakter auch kühlere Temperaturen heranführen.

Was müsste denn passieren, damit sich das ändert? Das Azorenhoch müsste sich weiter östlich - näher an Mitteleuropa - positionieren. Denn in Folge daraus wäre die Wahrscheinlichkeit eines Hochdruckkeils bis über Deutschland höher einzustufen, was die Tiefdrucksysteme letztlich auf eine nördlicher Bahn ablenkt, bevor im weiteren Verlauf sich das Hochdrucksystem stabilisieren könnte - das ist aber derzeitig nicht zu erkennen, wenngleich das nicht bedeutet, dass man diese Variante bereits heute ausschließen kann - beim Wetter ist immer grundsätzlich alles möglich.

Die Kontrollläufe stützen eine verhaltenes Entwicklungsmuster im Zeitraum zwischen dem 5./11. Juli. So liegt der Temperaturmittelwert meist im Bereich zwischen +22/+23 Grad, zeitweilig auch bei +24/+25 Grad, was weitgehend einem normalen Temperaturniveau entspricht. Betrachtet man die Luftdruckentwicklung, so bleibt diese eher Konstant und bewegt sich meist im Bereich um die 1015 hPa. Auch das ist ein Indiz für eine geringere Wahrscheinlichkeit einer stabilen Hochdruckwetterlage, denn die beginnt meist erst ab 1030 hPa. Blickt man auf die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<+19) / normal (+20/+25) / zu warm (>+25), so liegen diese am 5. Juli bei 20/65/15 und am 10. Juli bei 40/40/20. Möchte man diese interpretieren, so ist der Temperaturtrend wenig sommerlich, eher sogar mit einer Tendenz zu kühleren Temperaturen gegenteilig.

Das sind - im Hinblick auf den Siebenschläferzeitraum - für alle die auf den Sommer warten wenig erbauliche Aussichten, wer hier jedoch regelmäßig mit liest, weiß, dass die Chancen auf einen gegenüber dem langjährigen Mittelwert zu warmen Sommer 2016 ohnehin nicht sonderlich hoch sind. Das bestätigt heute - wie bereits seit Wochen - das Langfristmodell in seiner heutigen Wettervorhersage Sommer 2016. So liegt die Temperaturabweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert im Juli und August mit -0,5/+0,5 Grad im normalen Bereich und auch im Niederschlagsverhalten zeigen sich kaum Auffälligkeiten gegenüber dem Sollwert.

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