Deutschland gelangt bereits zum Wochenende in den zunehmenden Einflussbereich der atlantischen Frontalzone, was das Wetter zum Samstag und Sonntag wechselhafter gestalten und die Temperaturwerte zum Sonntag auf +15/+20 Grad absinken lassen kann. Zuvor ist die Niederschlagsneigung meist als gering einzustufen und erhöht sich kurzweilig am Mittwoch. Die Temperaturen bewegen sich zumeist zwischen +20/+25 Grad und gehen am Donnerstag und Freitag auf +17/+22 Grad zurück (s. Wettervorhersage Juni).

Stabile und damit auch sommerliche Wetterverhältnisse sehen definitiv anders aus, wer hier aber regelmäßig unsere Wetterprognosen und Wettervorhersagen zum Sommer mit verfolgt, weiß, dass es der Sommer im zweiten Juni-Drittel schwer haben wird sich durchzusetzen.

Daran hat sich auch heute nichts geändert. Warum? Beide Wettermodelle simulieren den Durchbruch der atlantischen Frontalzone bis über Mitteleuropa zum 14./15. Juni. So gelangt Deutschland, Österreich und die Schweiz im Zeitraum vom 12./13. Juni noch auf die unbeständige, aber mäßig warme Vorderseite der Tiefdrucksysteme, welche sich jedoch zum 15. Juni mit einem Tiefdrucksystem direkt über Deutschland festigen kann. Dieses Tiefdrucksystem ist kräftig ausgeprägt und erstreckt sich in den heutigen Simulationen zum 16. Juni im Bereich zwischen der Mittelmeerregion, dem östlichen Europa, Skandinavien, England und Island. Sommerliche Wetterverhältnisse haben in dieser Konstellation kaum Chancen. In Folge dessen ist mit zahlreichen, teils auch länger andauernden Niederschlägen zu rechnen, wobei sich die Temperaturen am unteren Niveau der noch Jahreszeit-typischen Temperaturen bewegen können - halten die Niederschläge längere Zeit an, so ist auch mit zu kühlen Temperaturwerten zu rechnen.

Wie wahrscheinlich ist diese unbeständige Wetterlage im zweiten Juni-Drittel? Sie zeichnet sich bereits seit ein paar Tagen in den Simulationen der Wettermodelle ab und wird heute erneut bestätigt. Zudem gibt es in diesem Zeitraum die Wettersingularität der sog. Schafskälte, was die Wahrscheinlichkeit hierfür verstärkt, bzw. bestätigt. In den letzten Tagen zeigte sich aber auch die Möglichkeit einer Ausbildung eines Hochdrucksystems über dem skandinavischen Raum, was die sommerlichen Varianten noch ermöglichte. Diese Varianten werden heute vom europäischen Wettermodell im Zeitraum 15./16. Juni weiterhin berechnet, so dass der Wettercharakter demnach ebenfalls als unbeständig zu bezeichnen ist, die Temperaturen könnten sich jedoch auf einem warmen Niveau halten.

So bestätigt sich die hohe Wahrscheinlichkeit in den Simulationen der Wettermodelle eines unbeständigen Wettercharakters im zweiten Juni-Drittel mehrheitlich, wenngleich es in der Temperaturentwicklung noch eine Schwankungsbreite gibt. Die Kontrollläufe bestätigen eine hohe Niederschlagserwartung im Zeitraum 12./20. Juni und das Temperaturspektrum liegt am 14. Juni zwischen +12/+22 Grad (Mittelwert: +17/+18 Grad) und am 21. Juni zwischen +14/+25 Grad (Mittelwert: +19/+21 Grad). Vergleicht man die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<+17) / normal (+18/+24) / zu warm (>+24) gegenüber gestern, so liegen diese am 16. Juni bei 35/60/5 (gestern: 30/50/20) und am 21. Juni bei 30/55/15 (gestern: 15/60/25) und bestätigen ebenfalls die geringere Chancen auf stabile und warme sommerliche Wetterverhältnisse im zweiten Juni-Drittel.

Und wie stehen die Chancen auf Sommer für das letzte Juni-Drittel? Zum heutigen Stand mäßig und es wird ganz darauf ankommen, ob es über dem skandinavischen Raum zu einer Hochdruckausbildung kommen kann oder nicht. Gelingt der atlantischen Frontalzone hingegen der Aufbau einer Tiefdruckrinne zwischen Neufundland, England und Deutschland, so könnten auch die ersten Tage des letzten Juni-Drittels durch das unbeständige und mäßig warme Westwindwetter beeinflusst werden.

Das Langfristmodell simuliert in seiner heutigen Wettervorhersage Sommer 2016 im Juni eine Temperaturabweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert mit +0,5/+2 Grad im leicht zu warmen bis zu warmen Bereich. Betrachtet man die aktuelle Temperaturabweichung der ersten Juni Tage, so liegt der Überschuss der Mitteltemperaturen derzeit bei +1,97 Grad (über dem Norden deutlich wärmer, als über dem Süden - dort teils auch zu kalt). So verwundert es nicht, dass das Langfristmodell den Juni als zu warm berechnet, denn eine signifikante Abkühlung, welche den Überschuss abbauen könnte, ist derzeit nicht in Sicht. Für den Juli und August wird eine Abweichung von -0,5/+0,5 Grad im weitgehend normalen Bereich berechnet. In der Niederschlagserwartung zeigt sich im Juni eine positive (zu nass) und im Juli und August leicht negative Abweichung (zu trocken) gegenüber dem Sollwert.

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