Ob sich die Schauer und Gewitter der letzten Mai-Tage auch noch Anfang Juni halten können, wird maßgeblich davon abhängen, wie sich das Hochdrucksystem im Bereich zwischen Island und Skandinavien entwickeln kann. Zum aktuellen Stand ist eine leicht bis mäßig erhöhte Niederschlagsneigung zu erwarten, wobei sich das Temperaturniveau am langjährigen Mittelwert orientieren kann (s. Wetter Juni).

Im Zeitraum zwischen dem 4./11. Juni zeigte sich in den letzten Tagen eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für die Verlagerung des Hochdrucksystems von Skandinavien in Richtung Island, so dass dieses sich zwischen Grönland und Island in einer von Süd nach Nord verlaufenden Hochdruckachse aufstellen kann und in Folge daraus für ein meridionales Zirkulationsmuster über Mitteleuropa verantwortlich sein und für kühlere Temperaturen sorgen könnte. Diese Variante ist auch heute noch wahrscheinlich, wenngleich eine weitere Variante an Wahrscheinlichkeiten zunehmen kann.

In dieser weiteren Variante erstreckt sich das Hochdrucksystem zwischen Skandinavien und Island in einer von Ost nach West verlaufenden Hochdruckachse und "arrangiert" sich dabei mit den Tiefdrucksystemen südlich davon, welche sich von England, über Deutschland bis über das östliche Europa erstrecken können.

Erst im Zeitraum zwischen dem 7./11. Juni nimmt die atlantische Frontalzone auf dem Atlantik an Dynamik zu und regt von der Mittelmeerregion aus einen Hochdruckkeil in Richtung Skandinavien an. In Folge dieser Entwicklung können teils warme Luftmassen von Süden her nach Deutschland, Österreich und die Schweiz geführt werden.

Hat der Sommer also noch eine Chance sich im ersten Juni-Drittel durchzusetzen? Blickt man auf die Kontrollläufe, so liegt deren Mittelwert der Temperaturen knapp über dem langjährigen Mittelwert, was mit Sommerwetter nicht gleichzusetzen ist, da zudem eine schwache bis mäßige Niederschlagserwartung gegeben ist. Anders formuliert haben kühlere Varianten eine geringere Eintreffwahrscheinlichkeit, jedoch zeigt sich das Temperaturspektrum mit einem Mittelwert von +20/+22 Grad einen durchaus Jahreszeit-typischen Temperaturverlauf.

Deutlicher zeigt sich diese Temperaturentwicklung im ersten Juni-Drittel anhand der Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<+17) / normal (+18/+24) / zu warm (>+24), welche am 6. Juni bei 20/50/30 und am 10. Juni bei 10/45/45 liegen können.

Das Langfristmodell simuliert in seiner heutigen Wettervorhersage Sommer für den Juni, Juli du August eine Temperaturabweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert von -0,5/+0,5 Grad im "normalen" Bereich, wenngleich sich im Juni und Juli über dem Süden eine Tendenz für einen leicht zu warmen Verlauf ergeben könnte. Im Niederschlagsverhalten zeigt sich der Juni und Juli zu trocken, während der August nach dieser Simulation sein Sollwert erfüllen könnte.

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