In der aktuellen Wettervorhersage für Juni zeigt sich bereits der langsam aber stetige Hochdruckaufbau über Deutschland, welcher sich zunächst im Süden und bis zum Dienstag in ganz Deutschland durchsetzen sollte. So baut sich das Hochdruckkonstrukt im Zeitraum 1./5. Juli weiter aus und kann sich nach den gängigsten Simulationen der Wettermodelle von den Azoren über das Mittelmeer nach Deutschland und Skandinavien und von dort aus über das europäische Nordmeer bis nach Grönland erstrecken. In Folge daraus kann das Tiefdrucksystem auf dem Atlantik "eingekesselt" werden und positioniert sich bis zum 5. Juli zwischen Neufundland, den nördlichen Azoren und England, während über Deutschland nach der aktuellen Wetterprognose eine hoch sommerliche Wetterphase mit ein paar möglichen gewittrigen Schauern in den ersten Juli-Tagen bevorsteht. Da Nordrhein-Westfalen das erste Bundesland ist, wo die Sommerferien nun beginnen, dürfte das sicherlich ein "gelungener" Start in die Ferien sein. Wie geht es aber weiter? Die Simulation des amerikanischen Wettermodells berechnete gestern eine Variante, bei der das "eingekesselte" Tief den Weg des geringsten Widerstandes sucht um weiter nach Osten voranzukommen. Daran hat sich heute nichts geändert, so dass nach dieser Simulation das Tief sich einem Weg von England bis nach Skandinavien bahnen kann und zum 5./6. Juli bis zum 7./8. Juli das Wetter über Deutschland mit beeinflussen könnte. Im Detail wird es darauf ankommen, wie weit südlich der Tiefdruckgradient verlaufen kann, zum heutigen Stand verläuft die Zugbahn des Tiefs etwas weiter nördlich, so dass die Beeinflussung im Norden stärker als wie im Süden ausfallen kann. Wie "kühl" könnte es werden? Die tiefsten Werte zeigen sich bereits zum 6. Juli mit Werten zwischen +20/+25 Grad und haben nachfolgend wieder eine ansteigende Tendenz - insofern könnten die kühleren Werte nach den heißen Temperaturen durchaus auch als willkommene Abkühlung empfunden werden. Etwas anders ist die Simulation des europäischen Wettermodells, welches das Hochdruckkonstrukt relativ stabil berechnet, so dass ein weiteres Vorankommen des Tiefdrucksystems nach Skandinavien erschwert wird. Zwar rückt auch nach dieser Simulation das Tief etwas weiter nach Osten vor, was dem Tief jedoch die Dynamik entzieht und es zunehmend gradientenschwächer wird. In Folge daraus bleibt der Temperaturcharakter nach dem europäischen Wettermodell über Deutschland auf einem hoch sommerlichen Hitzeniveau, wobei eine Zunahme der Schauer- und Gewitteraktivität durchaus wahrscheinlich erscheint. Die Kontrollläufe stützen die "Hitzeperiode" bis zum 5. Juli mehrheitlich, wobei die "kühlere" Wetterphase zwischen dem 6./8. Juli berücksichtigt wird, jedoch zum heutigen Stand wenig wahrscheinlich ist. So liegt das Temperaturspektrum am 3. Juli zwischen +24/+34 Grad (Mittelwert: +25 Grad im Norden, +27 Grad im Osten und +30 Grad im Süden und Westen), am 6. Juli zwischen +15/+32 Grad (Mittelwert: +22 Grad im Norden, sonst +25/+27 Grad). Im Niederschlagsverhalten zeigt sich bis zum 3. Juli nur eine geringe Niederschlagswahrscheinlichkeit, welche im Zeitraum danach von Südwesten eine ansteigende Tendenz in Form von Schauern und Gewittern hat. Wie geht es weiter? Das amerikanische Wettermodell simuliert bis zum 14. Juli mehr oder minder wieder ein dominanten Hochdruckaufbau über Mitteleuropa, so dass ein gegenüber dem langjährigen Mittelwert ein etwa um +1/+4 Grad zu hohes Temperaturniveau erreicht werden kann. Blickt man auf die Simulation des Langfristmodells, so bestätigt sich hier die zu warme sommerliche Phase im ersten Juli-Drittel, als dass die Abweichung im Süden mit +1/+2 Grad und im Norden von -0,5/+1 Grad berechnet wird. Im Niederschlagsverhalten deutet sich demnach ein zu trockener Verlauf im Juli ab. Für das Wetter im August 2015 zeigen sich nach dem Langfristmodell zum heutigen Stand noch keine sonderlichen Abweichungen des Temperaturniveaus und des Niederschlagsverhalten gegenüber den langjährigen Mittelwerten.

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