Der Trog über Mitteleuropa hat in der Vorweihnachtszeit vom 15. bis 19. Dezember eine zwischenzeitlich sehr hohe Wahrscheinlichkeit, sich zu erneuern. Sollte dies geschehen, so würden die Temperaturen kurz vor Weihnachten stets etwas kälter und der Wettercharakter insgesamt winterlicher werden können. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose Winter2017/18.

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Winterliche Vorweihnachtszeit

Sollten die Berechnungen beider Wettermodelle tatsächlich auch so eintreten, so wäre etwa südlich von Köln und Dresden verbreitet Dauerfrost von -2 bis 0 Grad und örtlich leichte Plusgrade von bis zu +2 Grad zu erwarten. Weiter nach Norden nimmt der maritime Einfluss zu, so dass dort die Temperaturen mit Werten knapp über 0 Grad eher dem nasskalten Bereich zuzuschreiben ist. Der Trog könnte zudem dafür sorgen, dass die Schneefallgrenze wieder bis auf tiefere Lagen absinkt und die Chancen auf die Ausbreitung einer Schneedecke kurz vor Weihnachten ansteigen lässt.

Schneefall bei Sonthofen
Weiße Winterlandschaft aktuell bei Sonthofen © Martin Bloch

Schneeprognose: Schnee vor Weihnachten möglich

Schneeprognose bis 19. Dezember
Unter­teilung 0 - 400 m 400 - 800 m > 800 m
Norden 0 bis 1 cm 0 bis 2 cm 0 bis 2 cm
Westen 0 bis 2 cm 0 bis 7 cm 4 bis 10 cm
Osten 0 bis 2 cm 0 bis 4 cm 4 bis 12 cm
Süden 0 bis 3 cm 0 bis 6 cm 20 bis 90 cm

Schneefallgrenze selbst berechnen

Der Polarwirbel und das Weihnachtstauwetter

Endlich gibt es mal wieder etwas Schnee, welches das Weihnachtstauwetter auch weg tauen kann. In den letzten 4 Jahren war Schnee in der Vorweihnachtszeit einfach Mangelware. Aber kommt auch das Weihnachtstauwetter? Ein Taktgeber ist und bleibt der Polarwirbel.

Und tatsächlich versucht dieser sich nun zu stabilisieren - erstmalig in der Wintersaison. Sollte das in letzter Konsequenz auch gelingen, so hat das Weihnachtstauwetter tatsächlich eine hohe Eintreffwahrscheinlichkeit und könnte auch in 2017 binnen Stunden jede noch so hohe Schneedecke in den mittleren Lagen zum Abschmelzen bringen.

Für Freunde des Winterwetters ist die Betrachtung der aktuellen Berechnungen des Polarwirbels wohl kein schöner Anblick. Die Kaltluftansammlung über Kanada ist enorm und man sieht, wie sich fast der gesamte Polarwirbel über den kanadischen Raum erstreckt. Da ist es nur eine Frage der Zeit, bis das Hochdrucksystem auf dem Atlantik in Bedrängnis gerät und nach Osten ausweicht. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Das Hoch verlagert sich nach Süden über die Mittelmeerregion. Das hätte rund um die Weihnachtsfeiertage eine sehr milde Wetterlage zur Folge.
  2. Das Hoch verlagert sich in Richtung Skandinavien, bzw. baut eine Hochdruckbrücke von den Azoren bis über das westliche Russland auf. Mit einer östlichen bis nordöstlichen Grundströmung könnten dann kühle Kontinentalluftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz geführt werden. Bei Tageswerten um 0 Grad können an Heilig Abend, den ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag immer wieder Schneeflocken vom Himmel fallen. Weiße Weihnachten wäre bei dieser Variante sehr wahrscheinlich.

Polarwirbelberechnung zur Weihnachtszeit

Polarwirbelberechnung zur Weihnachtszeit - Berechnung des amerikanischen Wettermodell zur Vorweihnachtszeit © www.meteociel.fr

AO-, NAO-Index und QBO - noch keine klare Richtung

Aber der Trend lässt sich erkennen. Der AO- und auch der NAO-Index kommen vom negativen und normalisieren sich in den aktuellen Simulationen zum letzten Dezemberdrittel. Der Trend ist jedoch positiv zu bewerten, was zum einen für die langsame Stabilisierung des Polarwirbels spricht und zum anderen das Verhältnis zwischen Azorenhoch und Islandtief wieder gerade rückt. Die zonalen Winde entlang des 65 Breitengrades erreichen mit Windgeschwindigkeiten von 54 km/h Anfang der Woche ihren vorläufigen Tiefpunkt (Normal wären 110 km/h). Zur Weihnachtszeit steigt die Windgeschwindigkeit auf 90 km/h und nähert sich dem Normalwert von rund 130 km/h an. Der Höhepunkt der zonalen Winde ist generell in der ersten Januarhälfte zu erwarten und flacht zum Februar wieder ab.

Was ist so besonders am QBO? Eine Negativumkehr der zonalen Winde hätte mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit eine deutliche Schwächung des Polarwirbels zur Folge und eine QBO-Ost Umkehr ist mehr als überfällig. Das gilt es in den kommenden Tagen weiter zu beobachten.

Wetterprognose zum Wetter Weihnachten 2017

Die Berechnungen der Wettermodelle gehen jetzt bis Weihnachten und nimmt man den reinen Modelloutput, so wären folgende Temperaturen zu erwarten:

  • Heilig Abend, 24. Dezember: -2 bis +2 Grad, leichter Schneefall
  • Erster Weihnachtsfeiertag, 25. Dezember: -2 bis +3 Grad, etwas Schneefall
  • Zweiter Weihnachtsfeiertag: 26. Dezember: -2 bis +4 Grad

Zusammenfassung: Weiße Weihnachten 2017 nicht unmöglich

Das ist und bleibt auch heute das Fazit. Zwar könnte der sich normalisierende Polarwirbel für das klassische Weihnachtswetter sorgen, aber bislang läuft im Winter 2017 alles anders als üblich. Insofern ist ein Hochdrucksystem über Skandinavien in der Weihnachtszeit auch nicht ausgeschlossen.

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