Die kommenden Tage werden in der Wetterentwicklung äußerst spannend. Schnee, nasskalt oder mild mit Dauerregen - soweit erstreckt sich das Spektrum des Wetters zum Start in die neue Dezemberwoche. Mehr Details hierzu in der aktuellen Wetterprognose Winter 2017/18.

Kurzzeitige Milderung

Das Tiefdrucksystem, welches Deutschland in der Zeit vom 2. Advent bis 11. Dezember überquert, hat es in sich. Und man merkt schon an der Überschrift, dass sich die Wetterlagen aktuell von Woche zu Woche wiederholen. Deshalb spricht man auch von einer Erhaltungsneigung. Der erste Advent war vielerorts schon weiß, und nun folgt zum 2. Advent eine Schneedecke teil bis in tiefere Lagen herab nach. Doch das Tiefdrucksystem schiebt ab Sonntagnachmittag nicht nur ein Niederschlagsgebiet über Deutschland hinweg, es sorgt mit einer nördlicheren Zugbahn auch für eine Milderung, was die Schneefallgrenze kurzzeitig bis auf 1.000 Meter ansteigen lassen kann.

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Die Milderung hält sich zwar nicht sehr lange, sollte aber nach den Berechnungen von heute Nachmittag ausreichend sein, die Schneedecke vom Adventswochenende in den mittleren Lagen zwischen 400 bis 700 Meter wieder abschmelzen zu lassen.

Winter kommt in der Vorweihnachtszeit zurück

Das amerikanische Wettermodell berechnet heute Nachmittag die neuerliche Ausbildung des Troges über Mitteleuropa mit Tiefdruckzentrum über Skandinavien. Da diese Großwetterlage seit Ende November anhält und sich stets erhält, spricht man auch von einer ausgeprägten Erhaltungsneigung. Warum ist das so besonders? Das hat etwas mit dem Strömungsmuster an sich zu tun. Je länger die Erhaltungsneigung bestehen bleibt, desto schwerer fällt es dem Ausgleichsverhalten ein anderes Strömungsmuster einzuleiten. Das sollte aber mit einem stabilen Polarwirbel kein Problem darstellen, nur wann stabilisiert sich der Polarwirbel?

So schlecht stehen die Chancen auf weiße Weihnachten nicht
So schlecht stehen die Chancen auf weiße Weihnachten im Jahre 2017 nicht

Wie auch immer, mit dem Trog fließen kurz vor Weihnachten feucht-kalte Luftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz, was die Tageswerte meist um den Gefrierpunkt herum bewegen lässt. Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer sind dann bis in tiefere Lagen möglich, was die weihnachtliche Stimmung auf den Weihnachtsmärkten noch verstärken könnte. Der Glühwein schmeckt bei 0 Grad eben besser als bei +15 Grad.

Wetterprognose Weihnachten

Wie stehen die Chancen auf weiße Weihnachten 2017? Es ist kein Geheimnis, dass die Wetterlage sich im Jahre 2017 gänzlich anders verhält, als wie in den Jahren zuvor. Interessant ist nur die Art und Weise, wie sich der Trog stets erneuern kann, denn die Kaltluftmassen zwischen dem östlichen Kanada und Grönland stoßen unentwegt in Richtung Süden auf den Atlantik vor. Das heizt die Tiefdruckproduktion entsprechend an, jedoch weiß der hohe Luftdruck auf dem Atlantik mit seinem Blockadehoch ein Vorankommen der Tiefdrucksysteme gen Osten zu verhindern. Eigentlich alles normal, nur das Hoch auf dem Atlantik verhält sich in diesem Jahr grundsätzlich anders. Und nach den aktuellen Berechnungen des amerikanischen Wettermodells von heute Nachmittag ändert sich an der Großwetterlage bis zum 23. Dezember - also kurz vor Heilig Abend am 24. Dezember - nichts.

Geht es also nach dem amerikanischen Wettermodell, so verstärkt sich zwischen Island und England zudem noch das Blockadehoch, was den Weg für arktische Luftmassen in Richtung Deutschland - passend zu Weihnachten - frei machen könnte.

Wie wahrscheinlich sind weiße Weihnachten?

Bis zu den Weihnachtsfeiertagen ist es noch eine Zeit hin und die Simulationen der Wettermodelle sind noch mit einer gewissen Vorsicht zu genießen, da die Trogwetterlage sich kommende Woche erst einmal erneuern muss. Gelingt das nicht und die Tiefdrucksysteme bei Neufundland setzen sich durch, dann kommt das Weihnachtstauwetter ins Spiel, dessen typischer Zeitraum vom 17. bis 24. Dezember ist.

Die Kontrollläufe stützen heute Nachmittag die Milderung zum Wochenstart. Darüber hinaus normalisiert sich das Temperaturspektrum vom 12. bis 15. Dezember. Im Vorweihnachtszeitraum vom 16. bis 24. Dezember geht das Spektrum weiter zurück und liegt kurz vor Weihnachten etwa um 1 bis 4 Gard unter dem Bereich, was sonst normal wäre. Reicht das für Schnee? Zum heutigen Stand wären Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer in tiefere Lagen möglich, winterlich wird es aber bei Tageswerten von +1 bis +2 Grad über dem Norden und Westen und -1 bis +1 Grad über dem Süden und Osten wohl erst ab den mittleren Lagen. Die Simulation des amerikanischen Wettermodells ist aber als kältere Variante der Kontrollläufe einzustufen und Veränderungen sind in den kommenden Tagen noch zu erwarten. Skepsis ist angebracht.

Diagramm Temperaturen im Dezember 2017 vom 07.12.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Weihnachten 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Nein, sicher ist die Wettervorhersage für Weihnachten keineswegs, auch wenn derzeit die Chancen, bzw. die Voraussetzungen für eine weiße Weihnacht wirklich gut sind. Und auch die weiteren Randfaktoren, wie bspw. der Polarwirbel, der AO- & NAO-Index sind Fürsprecher einer nasskalten bis teils winterlichen Weihnachtszeit. Ob es aber tatsächlich so kommen mag, werden die kommenden Tage zeigen müssen. Apropos Polarwirbel - auf dessen Entwicklung und die Auswirkungen auf das Winterwetter gehen wir heute Abend gegen 20:00 Uhr in einem kurzen Update der Winterprognose etwas näher ein.

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