Die seit Tagen beschriebene Möglichkeit einer Wiederholungsneigung der aktuellen Trogwetterlage im zweiten März-Drittel bestätigt sich auch heute in den Simulationen der Wettermodelle erneut. Der Grund hierfür ist das Azorenhoch, welches mit seinem Kerndruckgebiet sich näher an Mitteleuropa positionieren und somit zunächst für mildere Temperaturen, später jedoch mit einer aufkeilenden Struktur nach Norden wieder kühlere Luftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz führen kann (s. Wetter Frühling 2016).

Wie kalt? Der Höhepunkt zeigt sich nach den aktuellen Berechnungen des amerikanischen Wettermodells zum 19. März mit Höhentemperaturen in ca. 1.500 Meter Höhe von -7/-12 Grad, so dass in tieferen Lagen die Temperaturen tagsüber zwischen -2/+5 Grad und in der Nacht zwischen -2/-8 Grad liegen könnten.

Somit könnte nicht nur das erste März-Drittel, sondern auch das zweite März-Drittel gegenüber dem langjährigen Mittelwert zu kalt ausfallen, denn aktuell beträgt die Temperaturabweichung -1,22 Grad.

Was für Konsequenzen hat das für das Wetter im letzten März-Drittel und somit auch für Ostern 2016? Im Detail wird sehr viel davon abhängen, wie sich das Hochdrucksystem im zweiten März-Drittel verhalten wird, denn möglich sind zwei wesentliche Entwicklungsvarianten.

In der ersten Variante keilt - wie oben bereits beschrieben - das Hoch nach Norden aus und initiiert über Deutschland, Österreich und der Schweiz die kühle Trogwetterlage mit Schneeoptionen ab den mittleren Lagen (400-800 Meter) im Zeitraum zwischen dem 15./21. März. In der zweiten Variante drückt die atlantische Frontalzone das Hoch so weit nach Osten, dass dieses sich über Mitteleuropa positioniert und im Zeitraum zwischen dem 15./21. März für wärmere Temperaturen verantwortlich sein kann. Schaut man auf die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe, so liegen die Chancen für frühlingshafte Temperaturen jenseits der +13/+14 Grad am 21. März bei rund 15 Prozent und ist - zum heutigen Stand - somit weniger wahrscheinlich.

Und für Ostern 2016? Stellt sich im zweiten März-Drittel die Trogwetterlage ein, so bleibt genug Zeit, dass sich die Großwetterlage zu Ostern wieder umstellen kann. Meist kommen solche Trogwetterlagen im März häufiger vor, halten jedoch - aufgrund des zunehmend höheren Sonnenstandes - nicht allzu lange an. Anders formuliert - fällt das erste und zweite März-Drittel zu kalt aus, so steigt die Wahrscheinlichkeit für eine wärmere Wetterlage Ende März.

Kann sich das Hochdrucksystem jedoch über Mitteleuropa positionieren, so steigt die Wahrscheinlichkeit für die Trogwetterlage im letzten März-Drittel an. Ob also die Ostereier 2016 im Schnee zu suchen sind, bleibt heute noch ungeklärt. Schaut man sich die langjährige Statistik an, so gibt es im ersten März-Drittel häufiger eine kältere Temperaturperiode, während zwischen dem 17./25. März sich schon des Öfteren frühlingshafte Temperaturen bemerkbar machen können, bevor zum Ende März ein neuerlicher Kaltluftvorstoß möglich ist. Ostern 2016 fällt in den Zeitraum zwischen dem 27./28. März und somit in den statistisch gesehen kühleren Bereich. Die Durchschnittstemperatur der letzten 10 Jahre lag in diesem Zeitraum bei knapp +7 Grad. Trotz aller hypothetischen Gedankengänge sollte man vor diesem Hintergrund für Ende März noch nicht allzu viel vom Wetter erwarten.

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