Die Wetterprognosen bis Ende Juni ziehen zwei wesentliche Wetterentwicklungen in Betracht. Zum einen ein weiteres Auf und Ab der Temperaturen und zum anderen eine neuerliche kurze Hitzewelle zwischen dem 26. und 28. Juni. Darüber hinaus bewegen sich die Temperaturen dem Jahreszeit typischen Werten entgegen und können Ende Juni allgemein kühler werden.

Wetterwechsel Anfang Juli?

Die Wettermodelle - und insbesondere das amerikanische Wettermodell - berechnen in den letzten Tagen vermehrt Varianten, welche der Hitze vom Juni Anfang Juli ein Ende bereiten könnten. Die Berechnungen der Großwetterlage laufen nach dem immer gleichen Schema ab. Der Hochdruckkeil des Azorenhochs bleibt in Richtung Mitteleuropa wenig stabil, während zeitgleich die atlantische Frontalzone mit ihrer Tiefdruckrinne von Neufundland über Island bis nach Skandinavien verlaufen kann. Ein stabiles und sommerliches Hochdrucksystem über Skandinavien ist für Anfang Juli somit wenig wahrscheinlich, aber auch für ein autarkes Hoch über Mitteleuropa schwinden die Wahrscheinlichkeiten zum Start des zweiten Sommermonats.
Bleiben noch eine warme, aber auch durchwachsene und zu Gewittern neigende Südwestwetterlage, oder aber die im Sommer "gefürchtete" Westwetterlage, wobei ein nicht zu unterschätzender Teil der Bevölkerung neben der Hitze auch gerne mal eine Abkühlung mit Regenwetter bevorzugt.
"Gefürchtet" deshalb, da eine Westwetterlage mit entsprechend abflachenden Azorenhoch durchaus eine längere Präsenz zeigen könnte und der Zeitraum genau in den Zeitraum der Wettersingularität der sog. Siebenschläferregel fällt. Sieben Wochen windiges Regenwetter bei unterkühlten Temperaturen wäre wohl kaum wünschenswert, kam in der Vergangenheit aber schon mal vor. Aber das Wetter hält sich nicht an Wünsche, genauso wenig wie an Statistiken.

Siebenschläferzeitraum zu kühl?

Es geht um den Wettertrend für Juli und der wird zum Beginn sowohl von den Simulationen der Wettermodelle, als auch von den Kontrollläufen durchwachsen und gegenüber dem langjährigen Mittelwert mit einem negativen (zu kühlen) Temperaturtrend berechnet. Hinsichtlich der langen Zeitspanne sind in den kommenden Tagen sicherlich noch Veränderungen möglich, zeigt aber sogleich, dass das Wetter derzeit noch Meilenweit von einer stabilen Sommerwetterlage entfernt ist. Deutlicher zeigt sich der Temperaturtrend im nachfolgenden Diagramm:

Diagramm Temperaturen im Juli 2017 vom 20.06.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im Juli 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Nun mag man zum Siebenschläferzeitraum stehen wie man will, faktisch zeigt sich über dem süddeutschen Raum eine Eintreffwahrscheinlichkeit von 60 bis 70 Prozent und in manchen Regionen gar bis 80 Prozent. Das ist schon als signifikant zu bewerten. Insofern werden die kommenden Tage sicherlich interessant werden, wie die Wettermodelle letztlich die Wetterentwicklung in den ersten Julitagen berechnen werden. Zum heutigen Stand jedenfalls mit höherer Wahrscheinlichkeit wechselhaft mit Temperaturen, welche für die Jahreszeit als normal und im Trend leicht zu kühl zu bewerten sind.

Langfristmodell: normales Wetter im Juli 2017 zu erwarten

Die Wetterprognosen für den Juli des Langfristmodells bleiben gegenüber den Berechnungen der letzten Wochen nahezu unverändert und interpretieren den Juli gegenüber dem langjährigen Mittelwert mit einer Abweichung von -0,5 bis +0,5 Grad als normal und im Trend mit einer Abweichung von bis +1 Grad als leicht zu warm. Nicht anders sehen die Berechnungen auch für den August 2017 aus. In der Niederschlagsberechnung zeigt sich zum heutigen Stand für den Juli ein negativer Trend (zu trocken). Wie der Juli gegenüber den anderen Sommermonaten nach der Simulation des Langfristmodells einzustufen ist, zeigt das nachfolgende Diagramm der Abweichung der Temperaturen und des Niederschlages.

Diagramm der Temperaturentwicklung Sommer 2017 vom 20.06.2017

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