Blickt man auf die aktuelle Simulationen der Wettermodelle für das letzte Januar-Drittel, so zeigt sich hier ein deutlicher Trend zu einer Milderung, welcher mit einem westlichen Zirkulationsmuster bis in höhere Lagen hinein für Tauwetter sorgen kann. Ist der Winter also auf dem Rückzug und was für Auswirkungen kann das auf das Wetter im Februar haben?

Eine hochwinterliche Wetterphase zeigt sich in der Statistik meist im Zeitraum vom zweiten Januar-Drittel bis in die zweite Februar-Hälfte hinein. Dabei kann es kurzzeitig immer wieder einmal zu einer Milderung kommen, der Grundcharakter ist jedoch überwiegend winterlich. Maßgeblich darüber entscheidend, ob die Milderung auch nachhaltig sein kann, ist das Strömungsverhältnis über dem östlichen Kanada. Kann dort der Kaltluftzustrom in Richtung Neufundland in Gang gesetzt werden, so zeigt sich über Mitteleuropa eine höhere Wahrscheinlichkeit für milde West- bis Südwestwetterlagen, teils aber auch nasskalte Nordwestwetterlagen, welche ab den mittleren Lagen auch für etwas Schneefall sorgen können. Insgesamt ist diese Großwetterlage aber kaum als winterlich zu beschreiben.

Schaut man sich die aktuell berechneten Strömungsverhältnisse an, so zeigt sich zum 25. Januar ein langsam aber stetig zunehmender Kaltluftstrom über dem östlichen Kanada in Richtung Neufundland, was die Tiefdruckproduktion auf dem Atlantik in Gang setzen und die Milderung in den letzten Januar-Tagen durchaus plausibel macht.

Ob es sich hierbei nur um eine kurze Milderung handelt, oder ob diese sich nachhaltig durchsetzen kann, lässt sich derzeitig nicht beantworten ist aber durchaus zu hinterfragen, da sich im letzten Januar-Drittel in den Berechnungen der Wettermodelle in Stratosphärenhöhe ein sog. Major-Warming zeigt. Mit einer entsprechenden Intensität gelingt es dem Major-Warming auch die unteren Luftschichten und somit den Polarwirbel selbst nachhaltig zu beeinflussen - meist geschieht das in Form eines Polarwirbelsplits.

Mal angenommen es kommt zu einem Major-Warming mit einem anschließenden Polarwirbelsplit, was ist dann für Wetter im Februar 2017 möglich? Ein Polarwirbelsplit bedeutet nicht zwangsläufig eine winterliche Großwetterlage über Mitteleuropa, zeigt aber in der Statistik durchaus eine höhere Wahrscheinlichkeit für kalte Trogwetterlagen, als für milde Temperaturverhältnisse. Gelingt es dem Major-Warming sich zu einem "Final-Warming" weiterzuentwickeln, so wäre mit einem nachhaltig gestörten Polarwirbel zu rechnen. Je nachdem auf welcher Seite Mitteleuropa im Trog liegt, wäre das Wetter im Februar 2017 überwiegend winterlich, oder außergewöhnlich mild.

Das Langfristmodell berechnete seit August letzten Jahres den Februar 2017 mit einer Temperaturabweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert von +1/+2 Grad, teilweise bis zu +3 Grad deutlich zu warm. In den letzten Wochen zeigte sich eine Korrektur der deutlich zu warmen Temperaturverhältnisse und liegen aktuell mit einer Abweichung von +0,5/+1 im leicht zu warmen bis zu warmen Bereich. Im der Niederschlagsentwicklung zeigt sich nach dem Langfristmodell eine deutlich negative Tendenz (zu trocken), was ein Indiz für ein "langlebiges" Hochdrucksystem über Mitteleuropa sein könnte. Der aktuelle Jahreszeitentrend des Deutschen Wetterdienstes berechnet den Winter mit einer Wahrscheinlichkeit von 16 Prozent zu warm, 40 Prozent zu kalt und 44 Prozent normal. Der Dezember war deutlich zu warm, der Januar bis zum 15. Januar etwas zu kalt und sollte die Milderung sich im letzten Januar-Drittel durchsetzen können, so wäre der Januar als leicht zu kalt bis normal zu bewerten. Somit zeigt sich nach dem Modell des Deutschen Wetterdienstes durchaus das Potential für einen kälteren Februar. Unterstützung erhält die Berechnung des Deutschen Wetterdienstes vom Langfristmodell der NASA, welche den Februar 2017 mit einer Abweichung von -2/0 Grad im zu kalten Bereich simuliert. Ab Mitte Januar präsentieren wir an dieser Stelle regelmäßige Witterungstrends, Wettertrends, Wetterprognosen und Wettervorhersagen Februar 2017.

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