Die Temperaturentwicklung zeigt bereits Ende Januar in eine milde Richtung, so dass der Winter sich mit hoher Wahrscheinlichkeit bis in höhere Lagen zurückziehen kann. Der Grund hierfür ist das passive Hochdrucksystem über der Mittelmeerregion, welches den Tiefdruckausläufern der atlantischen Frontalzone kaum mehr etwas entgegenzusetzen hat. So kann das Strömungsmuster aus überwiegend südwestlichen bis westlichen Richtungen kommen und milde Luftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz führen (Details s. aktuelle Wetterprognose Winter).

Wird sich daran für Anfang Februar etwas ändern? Sollte sich die Südwest- bis Westwetterlage konsequent durchsetzen können, so ist auch in den ersten Februar-Tagen mit milden Temperaturen zu rechnen. Insbesondere das amerikanische Wettermodell berechnet das Hochdrucksystem in stabiler Position zwischen der Mittelmeerregion und Deutschland, so dass sich am relativ niederschlagsarmen aber milden Grundcharakter zunächst einmal nichts verändert.

Die Kontrollläufe stützen diese Variante mehrheitlich. Wie mild kann es denn werden? Simuliert wird im Mittelwert des Temperaturspektrums Werte, welche zwischen +3/+4 Grad über dem Osten und +4/+6 Grad über dem Westen liegen können - insgesamt also wenig winterliche Temperaturen. Und für die Skiregionen der Alpen? Da sich das Hochdrucksystem von "oben herab" mit warmer Luft auffüllt, kann es auch in den Bergen von Deutschland, Österreich und der Schweiz bis in 2.000 Meter Höhe Plusgrade geben und da der Taupunkt zumeist positiv ist, ist auch in den Alpenregionen mit einem abschmelzen der dortigen Schneedecke zu rechnen. Allerdings liegt dort zwischenzeitlich genug Schnee, so dass ein Abtauen erst ab den mittleren und tieferen Lagen möglich ist.

Wie gesichert ist diese Variante des amerikanischen Wettermodells? Gemäß den Verhältnissen der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6), liegen diese am 5. Februar bei 10/35/55 und zeigen eine ebenfalls höhere Wahrscheinlichkeit für normale bis zu milde Werte Anfang Februar.

Welche Varianten wären noch denkbar? Die Wahrscheinlichkeit hierfür wurde in den letzten Tagen zunehmend niedriger eingestuft. Dennoch bleibt die Ausdehnung des Kontinentalhochs in Richtung Skandinavien in den Berechnungen erhalten. Allerdings gelingt diese aufgrund der hohen Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik nicht - wäre aber dennoch eine Option. Was macht es diese Konstellation überhaupt Wert, erwähnt zu werden? Sowohl das Azoren-, als auch das Azorenhoch könnten die atlantische Frontalzone komplett blockieren und aus nordöstlichen Richtungen erneut kalte Luftmassen nach Deutschland führen, so dass die berechnete milde Variante noch rasch auf den Kopf gestellt werden könnte.

Was macht das Warming in Stratosphärenhöhe? Das kräftige Minor-Warming Ende Januar wird weiterhin simuliert und erreicht seinen vorläufigen Höhepunkt mit -16 Grad zum 29. Januar (Temperatursprung um knapp 55 Grad). Der zweite "Anlauf" fällt kräftiger aus, so dass der zweite Höhepunkt mit bis +0 Grad am 4. Februar folgt (Temperatursprung knapp 72 Grad) und kann im Ansatz ein Major Warming nach sich ziehen. Was hätte das für Auswirkungen? Spannende Zeiten für Meteorologen im ersten Februar-Drittel, bei der die Simulationen zwischen kalten und warmen hin und her springen können (zunehmende Komplexität). Zeigen müsste sich ein Major Warming u.a. auch anhand eines Polarwirbelsplitts - ist davon schon in den ersten Februar-Tagen was zu erkennen? Ja. Die Polarwirbelstrukturen mäandrieren zum 3./5. Februar zunehmend und bilden über der Polregion ein überaus kräftiges Hochdrucksystem von bis zu 1055 hPa aus. Somit können sich aus den Regionen der Azoren, Alaska und Sibirien Hochdruckkeile gen Polarregion ausbilden und den Polarwirbel selbst in zwei, drei oder vier Teile spalten. Anders formuliert wird dieser noch hypothetischen Entwicklung in den kommenden Tagen mehr Beachtung geschenkt, da die Wettermodelle für die ersten Februar-Tage äußerst sprunghaft werden können. Gegen 21:00 Uhr erfolgt die nächste Aktualisierung mit einem kleinen Update zur Winterprognose mit einem kurzen Anriss zur weiteren Entwicklung des Polarwirbels.

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