Ein Hochdrucksystem über Skandinavien bestimmt weiterhin das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz. Zunächst gelangen noch kalte Luftmassen nach Deutschland, doch bereits in der Karwoche wird es spürbar wärmer. Wie sich das Wetter über Ostern und darüber hinaus entwickeln wird, hängt von einem Skandinavienhoch ab.

Geht der Frühling gleich in den Sommer über?
Geht der Frühling gleich in den Sommer über?

Zunehmender Sonnenschein ist im Verlauf der Woche zu erwarten. Ist die Niederschlagsneigung zum Beginn der Woche in Form von Schauern nur mäßig hoch, so schwächt diese sich vor und über Ostern weiter ab. Dafür steigen die Temperaturen weiter an und pendeln sich über die Osterfeiertage im Bereich von +15 bis +20 Grad in einem für die Jahreszeit zu warmen Bereich ein. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter Ostern 2019.

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Schaut man sich die Niederschlagsprognose bis Ostermontag an, so werden mit verbreitet mit 0 bis 5 l/m² nur sehr wenig Niederschläge berechnet. Etwas mehr sind es mit 5 bis 15 l/m² über dem Westen und Südwesten. Da beide Vorhersage-Modelle sich in ihrer Niederschlagsprognose zwischenzeitlich recht ähnlich sind, ist die Eintreffwahrscheinlichkeit entsprechend hoch - eine Entspannung der Trockenheit - besonders über den östlichen Regionen ist bis Ostern nicht zu erwarten.

Die gestörte Zirkulation und die weitere Wetterentwicklung

Der Blick auf die Druckanomalien der kommenden 10 Tage ist eindrucksvoll. Das Skandinavienhoch dominiert das Wettergeschehen mit einem östlichen und damit gestörtem Zirkulationsmuster. Ein Durchbruch der atlantischen Frontalzone mit normalem West-Ost Wetter ist zunächst einmal nicht zu erkennen.

Druckanomalie bis 24. April
Druckanomalie bis 24. April - Das Skandinavienhoch hat in den kommenden 10 Tagen eine Omnipräsenz © climatereanalyzer.org

Im Grunde aber ergeben sich für die Zeit nach Ostern bis Ende April drei - maßgebliche - Wetterentwicklungen.

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Frühsommerlich warmes April-Wetter

Dass der April für spätwinterliche Wetterverhältnisse sorgen kann, hat er nicht nur in den letzten Jahren schon unter Beweis gestellt, sondern sich auch in 2019 daran gehalten. Dass er aber auch schon Sommer kann, dürfte den meisten Lesern mit dem Rekordapril aus dem vergangenen Jahr noch in guter Erinnerung sein.

Möglich ist im April also vieles, doch mit dem Skandinavienhoch beschränken sich die Möglichkeiten und hängen von dessen Position ab. Eine der Varianten ist eine Verlagerung des Hochdrucksystems nach Osten, wo es sich nach Ostern über dem westlichen Russland und dem östlichen Europa in einer von Süd nach Nord verlaufenden Hochdruckachse positionieren kann. Gleichzeitig versucht die atlantische Frontaltzone weiter in Richtung Mitteleuropa voranzukommen, was mit einer südlichen Anströmung der Luftmassen den Temperaturen ganz schön einheizen kann.

Sommerlich warm?

Das amerikanische Vorhersage-Modell berechnete bereits gestern schon eine Variante, welche die Temperaturen bis nahe an die +30 Grad Grenze hat rücken lassen. Heute nun eine Bestätigung dieser - für April - außergewöhnlichen Temperaturentwicklung. Die höchsten Werte werden am 28. April mit +21 bis +26 Grad und über dem Westen örtlich bis +29 Grad berechnet. Gegenüber dem langjährigen Mittelwert wäre diese Temperaturentwicklung um 6 bis 11 Grad zu warm!

Auch sommerlich warme Temperaturen sind im April möglich
Berechnung Großwetterlage nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Auch sommerlich warme Temperaturen sind im April möglich © www.meteociel.fr

Ostwetterlage

Hat sich ein Skandinavienhoch erst einmal stabilisiert, so dominiert es das Wetter nicht selten für einen längeren Zeitraum. Man spricht in diesem Fall von einer ausgeprägten Erhaltungsneigung, welche sich im steten Zyklus immer wieder erneuert. Letztmalig war das 2018 der Fall. Doch die grundsätzlichen Voraussetzungen waren 2018 definitiv anders und es ist weiterhin infrage zu stellen, ob sich das Hoch über Skandinavien wird halten können. Dagegen spricht im Wesentlichen das äußert instabile Verhalten des Polarwirbels, welcher seinem winterlichen Finale entgegen strebt.

Ostwetterlage
Berechnung Großwetterlage nach Kontrolllauf: Ostwetterlage © www.meteociel.fr

Polarwirbel kann für Veränderungen sorgen

Mit einem instabilen Polarwirbel nehmen die Wellenbewegungen entlang der Polarfront zu und es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich das Hochdruckkonstrukt über Skandinavien auflöst. Häufig geschieht das in der Form, dass sich das Hoch weiter nach Westen in Richtung Island verlagert und sich im weiteren Verlauf von Grönland bis nach Alaska ausdehnt. Die atlantischen Tiefdrucksysteme unterwandern das Hoch am südlichen Gradienten und somit normalisiert sich das Strömungsmuster über Mitteleuropa allmählich.

So könnte der Ausweg aus der Hochdruckblockade aussehen
Berechnung Großwetterlage nach Kontrolllauf: So könnte der Ausweg aus der Hochdruckblockade aussehen © www.meteociel.fr

Eine zu warme Wetterentwicklung ist sehr wahrscheinlich

Die Kontrollläufe bestätigen auch heute wieder den Wettertrend der letzten Tage. Das Hoch dominiert das Wettergeschehen bis Ostern. Entsprechend gering fällt Niederschlagsprognose aus. Darüber hinaus steigt die Niederschlagsneigung an, ist aber über dem Norden, Westen und Osten geringer als über dem Süden einzustufen. Das spricht im Wesentlichen für eine weitere Hochdruckdominanz über dem nördlichen Europa bis Ende April.

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Das Temperaturspektrum erstreckt sich am 24. April zwischen +11 bis +23 Grad (Mittelwert: +18 bis +19 Grad) und am 27. April zwischen +7 bis +24 Grad (Mittelwert: +17 Grad). Somit gehören die Wetterprognosen des amerikanischen Vorhersage-Modells weiterhin zu den mit Abstand wärmsten Varianten. Und dennoch: der Mittelwert der Kontrollläufe ist mit einer Abweichung von 2 bis 3 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert ebenfalls zu warm. Auch wenn sich das zu aktuellen Stand gar nicht so anfühlt, wird nach der Wetterprognose der Kontrollläufe der April 2019 zu warm ausfallen können.

Diagramm Temperaturen April 2019 vom 14.04.2019
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe April 2019 von zu kalt, normal, zu warm

Wann kommt Regen?

Schaut man sich die Niederschlagsbilanz der bereits vergangenen April-Tage an, so zeigt sich mit einer Sollerfüllung von gerade einmal 23 Prozent eine verbreitet zu trockene Niederschlagsentwicklung und da sich die Niederschlagsaktivität bis Ostern in Grenzen halten wird, ist zum heutigen Stand schon davon auszugehen, dass der April 2019 in weiten Teilen zu trocken wird ausfallen können. Vor allem über dem Osten, wo es bis heute noch Landstriche gibt, in denen im April noch kein Regentropfen zu sehen war.

Erst im Zeitraum nach Ostern ergeben sich auch andere Wetterentwicklungen. Aber von einem raschen Umschwung sollte man - für den Moment - nicht ausgehen.

Auf den Punkt gebracht

Das Skandinavienhoch hat seinen Platz gefunden und wird nicht so schnell weichen. Mit einer zunehmend östlichen Grundströmung hält bis Ostern der Frühling Einzug. Im Zeitraum darüber hinaus sind unterschiedliche Wetterentwicklungen möglich, doch wahrscheinlicher ist eine zunächst noch anhaltende Einflussnahme des Hochdrucksystems. Warmes April-Wetter bei einer schwachen Niederschlagsneigung.

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