Wetter Winter 2020/2021 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Winter 2020/2021 Wetterprognose vom 3.12.2020 - Wie macht der Winter nach unwetterartigen Schneefällen über den Alpen weiter?

Wie macht der Winter 2020 weiter?
Wie macht der Winter 2020 weiter?

Ein interessantes und teils turbulentes Wochenende steht bevor und manche Alpenregionen werden mehr Schnee abbekommen, als ihnen lieb sein dürfte. Aber auch über Deutschland ist Schneefall nicht auszuschließen. Ist das die ideale Grundlage für den Winter in der zweiten Dezember-Dekade?

Turbulente Wetterentwicklungen sind zum Wochenende über Deutschland und im Schwerpunkt über den Alpen zu erwarten. Der Auslöser ist ein Trogzentrum über Frankreich, was an seinem östlichen Gradienten feuchte und milde Luftmassen nach Norden führt. Deutschland liegt an der Grenze zwischen nasskalten und milden Temperaturwerten. So können die Werte über dem Osten auf bis +12 Grad ansteigen, während die Temperaturen über dem Süden zwischen +0 bis +3 Grad liegen können.

Das Tief sorgt über den Alpen für teils unwetterartige Dauerschneefälle, die innerhalb von 72 Stunden zu Neuschneemengen zwischen 120 und 180 cm und örtlich bis 200 cm sorgen können (Schneeprognose)! Der Niederschlag schwappt ab Samstag über die Alpen nach Deutschland und kann über Baden-Württemberg und Bayern teils als Schnee, teils aber auch als Schneeregen oder Regen niedergehen. Weiter nach Norden schwächt sich der Niederschlag ab und verbreitet bleibt es trocken. Veränderungen aber sind bei einer solch aktiv-dynamischen Wetterlage zu erwarten und vieles wird sich erst im Nowcastbereich klären. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage zum Wetter Dezember 2020.

Deutschland liegt zwischen den Fronten. Unwetterartige Schneefälle über den Alpen mit nasskaltem Wetter über Deutschland
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Deutschland liegt zwischen den Fronten. Unwetterartige Schneefälle über den Alpen mit nasskaltem Wetter über Deutschland
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Der Winter und worauf es ankommen wird

Manches Mal sind - trotz komplexer Vorgänge - die Lösungen relativ einfach. Wir haben in der obenstehenden Wetterkarte zwei parallel verlaufende Pfeile eingezeichnet. Diese bilden exakt das mögliche Entwicklungsspektrum für die zweite Dezember-Dekade ab und wird zwischen einem milden, nasskalten oder einem winterlichen Wettercharakter entscheiden.

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Das Hoch blockt, das Tief zieht sich zurück

Eine der Varianten wird heute in der Wetterprognose beider Vorhersage-Modelle berechnet. Das Kontinentalhoch dehnt sich noch etwas weiter nach Westen aus und blockt mit einer Position zwischen Finnland und dem östlichen Europa die atlantische Frontalzone ab.

Nasskaltes bis mildes Winterwetter

Für die atlantische Frontalzone bleibt nur wenig Spielraum. Entweder verweilt diese quasistationär zwischen Island und England und sorgt im Verbund mit dem Kontinentalhoch für eine warme Südanströmung der Luftmassen, was die Temperaturen über Deutschland auf über +10 Grad ansteigen lassen kann.

In der zweiten Option wölbt sich das Azorenhoch auf dem Atlantik nach Norden auf und gibt der atlantische Frontalzone den Impuls nach Südosten - unterhalb des Kontinentalhochs - abzutauchen. Infolge daraus könnte über Deutschland die nasskalte Wetterlage aus der ersten Dezember-Dekade eine Fortsetzung finden.

Zwischen nasskalten und warmen Wetterentwicklungen
Wetterprognose nach dem europäischen (li.) und dem amerikanischen (re.) Wettermodell: Zwischen nasskalten und warmen Wetterentwicklungen
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Das Hoch wird unterwandert

Was die Vorhersage-Modelle derzeit nicht berechnen, aber in den Kontrollläufen zu sehen ist, ist die winterliche Variante, bei der die Tiefdrucksysteme das Hoch am südlichen Gradienten unterwandern und das Hoch zu einer Position über Skandinavien zwingen. Das Tiefdruckzentrum positioniert sich in der zweiten Dezember-Dekade über der Mittelmeerregion und initialisiert zusammen mit dem Hoch über Skandinavien eine östliche Grundströmung.

Über weite Teile von Deutschland kann die Ostwetterlage für winterliche Temperaturen sorgen. Ob auch Schnee dabei sein kann, bleibt abzuwarten. Erst muss klar sein, wie sich das Hoch zum Tief verhalten wird.

Die mäßig kalte Ostwetterlage
Wetterprognose Kontrolllauf: Die mäßig kalte Ostwetterlage
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Auf den Punkt gebracht: gemäßigtes Winterwetter

Die Ostwetterlage ist die mit Abstand extremere und für Dezember ungewöhnlichere Variante. Häufiger kommt die gestörte Zirkulation in Form einer Ostwetterlage erst im Januar oder Februar vor. Insofern ist die Ostwetterlage zwar plausibel und möglich, doch zum aktuellen Stand mit einem gesunden Maß an Skepsis zu bewerten.

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Wahrscheinlicher ist nach wie vor eine Wetterentwicklung die im weitesten Sinne der Jahreszeit entspricht und als nasskalt zu bewerten ist.

Die Kontrollläufe stützen im Zeitraum vom 5. bis 12. Dezember eine im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert von 1961 bis 1990 normale Temperaturentwicklung. Vom 13. bis 19. Dezember zeigt sich eine leicht erhöhte Tendenz zu milderen Temperaturen, doch extreme Wärmeentwicklungen sind nach wie vor nicht zu erkennen. Im Gegenzug aber fehlen auch die deutlich zu kalten Entwicklungen. Nasskalte Werte bleiben das Maß der Dinge und werden wohl auch die zweite Dezember-Dekade dominieren können.

Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
9. Dezember -2 bis
+5 Grad
+0 Grad bis
+3 Grad
13. Dezember -1 bis
+10 Grad
+2 bis
+4 Grad
18. Dezember -1 bis
+12 Grad
+3 bis
+5 Grad
Diagramm Temperaturen Dezember 2020
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Dezember 2020 von zu kalt, normal, zu warm

Die Verschiebung von nasskalt zu Gunsten von milderen Temperaturwerten sticht heute deutlicher hervor, als das in den letzten Tagen noch der Fall war. Vieles aber hängt davon ab, wie sich das Kontinentalhoch zur atlantische Frontalzone verhalten wird. Was sich im Laufe des Tages an der Wetterprognose verändert hat, erläutern wir heute Abend gegen 20:00 Uhr in einer Aktualisierung der Winterprognose an dieser Stelle.

Update der Wetterprognose von 20:18 Uhr

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Die Wetterprognose vom Tage hat sich etwas verändert und lässt heute Abend wieder mehr Optionen für den Winter ab den mittleren Lagen und teils auch bis auf tiefere Lagen herab zu.

Der Trog behauptet sich

Im gesamten Zeitraum vom 5. bis zum 13. Dezember kann sich nach der Wettervorhersage des amerikanischen Wettermodells der Trog über Mitteleuropa behaupten und sorgt mit einer nordwestlichen Grundströmung für einen grundsätzlich nasskalten Temperaturcharakter.

Schneeoptionen

Im Vergleich zu den vorangegangen Simulationen trogt das Tief weiter nach Südosten - bis über die östliche Mittelmeerregion aus. Das ermöglicht über Deutschland - phasenweise - den Zustrom kühlerer Luftmassen, die in der Höhe von 1.400 Meter auf bis -5 Grad absinken können. Schnee-, Schneeregen- oder Graupelschauer sind bis auf tiefere Lagen herab möglich und ab den mittleren Lagen oberhalb etwa 400 bis 600 Meter kann es winterlich werden.

Die Höchstwerte werden über dem Norden, Westen und Osten bspw. für den 11. Dezember zwischen +2 und +4 Grad und über dem Süden zwischen -2 und +2 Grad berechnet. Die Durchmischung ist schwach ausgeprägt und so kann der Süden mit einer Schneedecke seine Kälte selbst produzieren.

Aus kalt kann auch schnell warm werden

Die Grundvoraussetzungen für die winterlichen bis nasskalten Temperaturwerte sind nahezu optimal. Anders formuliert reichen in der kommenden Wetterentwicklung schon geringe Veränderungen aus und aus nasskalt Nordwest wird mild Südwest. Ganz gesichert ist da noch nichts und man erkennt auf der nachfolgenden Wetterkarte, wie knapp das Ganze ist.

Nasskaltes Wetter mit winterlichen Optionen ab den mittleren Lagen
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Nasskaltes Wetter mit winterlichen Optionen ab den mittleren Lagen
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Kaltluftausbruch über dem östlichen Kanada

Freunde des Winterwetters mögen das nicht gerne lesen, es gehört aber besprochen. Was man auf der obenstehenden Wetterkarte auch erkennen kann, ist der Ausbruch kalter Luftmassen arktischen Ursprungs über dem östlichen Kanada in Richtung Neufundland. Das wird die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik befeuern und möglicherweise das Azorenhoch daran hindern, nach Norden aufzustreben. Das ist als ernsthafter Versuch zur Etablierung einer zonalen Grundstruktur zu bewerten. Ob es so kommt, ist zum aktuellen Stand aber noch mehr als infrage zu stellen. Sollte es aber so kommen, wäre ab dem 14. Dezember mit einer kräftigen Milderung zu rechnen, was die Tageswerte ohne weiteres auf +8 bis +14 Grad ansteigen lassen kann. Man wäre dem Frühling dann näher als dem Winter - zumindest was die Temperaturen angeht.

Im Vergleich zu den Kontrollläufen gehört die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells - mit Abstand - zu den wärmsten Varianten. Der Mittelwert der Kontrollläufe ist ab dem 12. Dezember allenfalls als leicht zu mild zu bewerten.

Die atlantische Frontalzone meldet sich mit einer zonalen Ausrichtung zurück und kann aus südwestlichen Richtungen warme Luftmassen nach Deutschland führen.
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Die atlantische Frontalzone meldet sich mit einer zonalen Ausrichtung zurück und kann aus südwestlichen Richtungen warme Luftmassen nach Deutschland führen.
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Hoch zwischen Sibirien und Kanada

Das europäische Wettermodell berechnet die nasskalte Trogwetterlage bis zum 11. Dezember. Nachfolgend gelingt es den Hochdruckgebieten zwischen Kanada und Sibirien eine Hochdruckzone zu etablieren. Im weiteren Verlauf geht alles ganz schnell. Sehr kalte Luft strömt über dem östlichen Kanada nach Süden aus und zum 12. Dezember entsteht auf dem Atlantik ein kräftiger Tiefdruckwirbel, der zunächst noch voll auf das Kontinentalhoch aufläuft. Deutschland gelangt in eine milde Südwestanströmung. Diese Entwicklung muss man in den kommenden Tagen auf jeden Fall im Auge behalten.

Kommt die Hochdruckzone zwischen Kanada und Sibirien?
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Kommt die Hochdruckzone zwischen Kanada und Sibirien?
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Schneeprognose

Die Wahrscheinlichkeit, dass es am 11. Dezember bis auf tiefere Lagen herab schneien wird, liegt aktuell über dem Norden zwischen 0 und 20 Prozent und südlich der Linie von Münster und Berlin zwischen 30 und 60 Prozent. Am 19. Dezember liegt die Wahrscheinlichkeit über dem Norden bei 0 Prozent und über dem Süden bei 40 Prozent.

Temperaturprognose

Dass es am 11. Dezember zu Dauerfrost kommt, ist zu 0 bis 10 Prozent wahrscheinlich. Über dem süddeutschen Raum steigt die Wahrscheinlichkeit auf bis 50 Prozent an. Am 19. Dezember liegt die Wahrscheinlichkeit für Dauerfrost bei 0 bis 20 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit für eine nasskalte Temperaturentwicklung liegt am 19. Dezember zwischen 40 und 80 Prozent.

Zusammenfassung

Der nasskalte Temperaturtrend bleibt erhalten und bis zum 12. Dezember können sich ab den mittleren Lagen winterliche Wetterlagen entwickeln. Darüber hinaus ist alles offen. Sowohl winterliche als auch milde Varianten sind möglich. Der Trend selbst geht in Richtung leicht zu milder Temperaturwerte.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2020 +14,8 +1,5 +1,3 50 l/m² - zu trocken
Oktober 2020 +10,2 +1,2 +1,0 79 l/m² - zu nass
November 2020 +6,0 +2,0 +1,6 18,7 l/m² - zu trocken
Dezember 2020 +3,0 +2,2 +1,8 57 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +10,4 +2,2 +1,5 710 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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