Wetter Winter 2020/2021 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Herbst und Winter 2020/2021 aktuelle Wetterprognose vom 17.10.2020 - Extremwetterlagen sind nicht auszuschließen

Der Frühwinter Anfang November?
Der Frühwinter Anfang November?

Ein markanter Temperatursprung sorgt bis zur Wochenmitte für außergewöhnlich warme Werte. Zum November kippt die Großwetterlage und ermöglicht spannende und teils extreme Wetterentwicklungen.

Arktische Kaltluftmassen machen sich in den kommenden Stunden auf den Weg nach Mitteleuropa, werden aber über dem südlichen Skandinavien gestoppt. Der Grund ist ein Tiefdruckkomplex, der zum Start in die neue Woche über dem Atlantik nach Südwesten abkippt und nicht nur die kalten Luftmassen stoppt, sondern seinerseits sehr warme Luftmassen auf seiner Vorderseite nach Norden führt.

Die Temperaturen erreichen heute über Süddeutschland kaum mehr als +10 Grad, während es über Norddeutschland bis +14 Grad sein können. Bis zur Wochenmitte steigen die Temperaturen weiter an und erreichen Werte von +14 bis +18 Grad und unter bestimmten Voraussetzungen wären bis +22 Grad möglich. Prädestiniert für die spätsommerlichen Werte wären der Rheingraben, sowie das südliche Baden-Württemberg und Bayern. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage zum Wetter Oktober 2020.

Ungewöhnlich warmes Vorderseitenwetter
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Ungewöhnlich warmes Vorderseitenwetter
© www.meteociel.fr

Kräftiger Kaltluftvorstoß über dem östlichen Kanada

Egal was die Vorhersage-Modelle in den kommenden Tagen berechnen werden, der Kaltluftvorstoß arktischer Kaltluftmassen über dem östlichen Kanada ist das Maß der Dinge. Im Grunde ergeben sich mit dem Kaltluftvorstoß nur noch zwei wesentliche Wetterentwicklungen, die das Wetter bis in den November hinein beeinflussen können. Beide Vorhersage-Modelle haben in ihren Wetterprognose die Unterschiedlichen Varianten berücksichtigt.

Wetterprognose des europäischen Vorhersage-Modells: Der Ansatz der Zonalisierung

Mit dem Kaltluftvorstoß über dem östlichen Kanada explodiert die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik regelrecht. Die atlantische Frontalzone strebt in Richtung Mitteleuropa und initialisiert auf dem Atlantik zugleich eine Tiefdruckrinne. Ein insgesamt stabiles Konstrukt. Rauscht die Frontalzone nun durch, so ist Ende Oktober und Anfang November mit einem windigen, stürmischen und nassen Wettercharakter zu rechnen. Vollherbst eben.

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Die Zonalisierung und der Strich durch die Rechnung

Auch wenn der Ansatz einer Zonalisierung klar und deutlich ersichtlich ist, so ist die gestörte Zirkulation noch nicht vom Tisch. Ab dem 25. Oktober strebt über Mitteleuropa hoher Luftdruck nach Norden und positioniert sich zum 26. Oktober über Skandinavien und dehnt sich darüber hinaus in den Polarwirbel aus.

Der Vorstoß des Hochdrucksystems hat eine blockierende Wirkung auf die atlantische Frontalzone, die sich zum 26./27. Oktober mit einem Zentraltief zwischen Island und England positioniert. Gleichzeitig versucht die Frontalzone das Hoch am südlichen Gradienten zu unterwandern, was nach der aktuellen Wettervorhersage des europäischen Wettermodells auch gelingen kann. Mit zeitweiligem Niederschlag, Wind und Temperaturen von +6 bis +10 Grad wäre ein herbstlicher Wettercharakter zu erwarten.

Sollte das Hoch aber eine Achse nach Süden aufbauen können, so wäre die atlantische Frontalzone vollständig blockiert und läuft zwangsläufig auf das Hoch auf. In diesem Fall wäre auch eine warme bis sehr warme Vorderseitenanströmung möglich. Die Details hängen also stark von der Position des Hochdrucksystems ab.

Die gestörte Zirkulation hat mit dem Hoch über Skandinavien noch ein ASS im Ärmel
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Die gestörte Zirkulation hat mit dem Hoch über Skandinavien noch ein ASS im Ärmel
© www.meteociel.fr

Wettervorhersage nach dem amerikanischen Wettermodell: Auflaufendes Frontensystem mit nachfolgend nasskalten Wettercharakter

Bis zum 27. Oktober ist die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells sehr dem der Europäer ähnlich, aber ähnlich ist nicht gleich und hat einen entscheidenden Unterschied - das Hoch blockiert weiter östlich.

Blockierende Wettersysteme

Bis zum 27. Oktober zentralisiert sich sämtlich tiefer Luftdruck auf dem Atlantik und kann über Island zu einem Kerndruck von bis zu 950 hPa führen. Zwischen der Barentssee und dem westlichen Russland positioniert sich das Kontinentalhoch. Beide Wettersysteme blockieren sich zunächst vollständig und Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen zwischen den Fronten.

Warm und leicht unbeständig

In einem gradientenschwachen Umfeld passiert bis zum 27. Oktober nicht allzu viel. Lösen sich die nächtlichen Nebelfelder auf, kommt häufiger die Sonne zum Vorschein. Ab und zu ziehen dichte Wolkenfelder vorüber und sorgen für etwas Niederschlag. Die Temperaturen sind mit +12 bis +15 Grad und örtlich bis +17 Grad für die Jahreszeit zu warm.

Temperatursturz im November und frühwinterliche Wettererscheinungen sind nicht auszuschließen

Das Patt der beiden Wettersysteme ist nach der Wetterprognose des amerikanischen Prognosemodells nicht für die Ewigkeit gedacht und über kurz oder lang wird sich die atlantische Frontalzone durchsetzen können.

Das Zentrum des Tiefdruckgebietes verlagert sich bis zum 2. November zwischen England und Skandinavien und das Kontinentalhoch zieht sich weit nach Osten zurück. Das Azorenhoch schreitet nicht ein und liegt zwischen dem Azoren und Spanien auf dem Atlantik. In die zwischen den Hochdrucksystemen entstehende Lücke tropft das Zentraltief nach Süden - bis über die Mittelmeerregion - ab.

Heftige Stürme und nasskaltes Schmuddelwetter

In diesem Umbauprozess kann Anfang November das Potential von Starkwindereignissen ansteigen. Zugleich werden aus nordwestlichen Richtungen nasskalte Luftmassen nach Deutschland geführt. Die Tageswerte sinken auf +5 bis +10 Grad ab und die Schneefallgrenze sinkt an den Alpen nach dieser Prognose bis auf 1.000 Meter ab. Sind die Niederschläge kräftig strukturiert, so sind auch in den darunter liegenden Lagen Graupelschauer nicht auszuschließen. Frühwinterliche Ambitionen? Man wird sehen!

Der Vorstoß der atlantische Frontalzone haut über Mitteleuropa regelrecht rein und lässt das Potential unwetterartiger Wetterereignisse ansteigen
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Der Vorstoß der atlantische Frontalzone haut über Mitteleuropa regelrecht rein und lässt das Potential unwetterartiger Wetterereignisse ansteigen
© www.meteociel.fr

Auf den Punkt gebracht: Spannende Wetterentwicklung

Egal auf welche Art und Weise die atlantische Frontalzone in Richtung Mitteleuropa vorrückt, die daraus resultierenden Wetterentwicklungen sind allesamt spannend und versprechen einen Anfang November abwechslungsreichen Wettercharakter.

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Ob dieser deutlich zu warm oder zu kalt und unter bestimmten Voraussetzungen schon frühwinterlich wird ausfallen können, hängt letztlich von der Position des Hochdrucksystems ab.

Die Kontrollläufe favorisieren ein im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert vom 20. Oktober bis 27. Oktober zu warmes Temperaturniveau. Bis zum 1. November normalisieren sich die Werte weitgehend und weisen über dem Süden und Osten einen leicht zu warmen Trend aus.

Die West- bis Südwestwetterlage

Dass die Zonalisierung aber eine dominierende Rolle einnehmen kann, wird von den Kontrollläufen mehrheitlich gestützt: Zentraltief über Island und das Kontinentalhoch spielt eine untergeordnete Rolle.

Die Rahmenbedingungen sind für eine West- bis Südwestwetterlage nahezu optimal
Wetterprognose nach dem Mittelwert der Kontrollläufe: Die Rahmenbedingungen sind für eine West- bis Südwestwetterlage nahezu optimal
© www.meteociel.fr

Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
23. Oktober +7 bis
+17 Grad
+11 Grad bis
+13 Grad
27. Oktober +5 bis
+17 Grad
+10 bis
+12 Grad
1. November +4 bis
+15 Grad
+9 bis
+11 Grad
Diagramm Temperaturen November 2020
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe November 2020 von zu kalt, normal, zu warm

Niederschlagsprognose: Trocken bleibt es nicht

In den kommenden 10 Tagen sind bis zum 27. Oktober immer wieder Niederschläge - meist der leichten Art - zu erwarten. Tendenziell ist über dem Westen und Süden mehr Niederschlag als über dem Osten möglich. Die Niederschlagssummen bewegen sich im Flächenmittel mit 5 bis 15 l/m² und örtlich bis 25 l/m² im gemäßigten Bereich.

Ein trockener Wettercharakter ist nicht zu erwarten
Die Niederschlagsprognose des europäischen (li.) und des amerikanischen (re.) Wettermodells bis zum 25. Oktober: Ein trockener Wettercharakter ist nicht zu erwarten © windy.com

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2020 +14,8 +1,5 +1,3 50 l/m² - zu trocken
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,76 +2,28 +1,53 554 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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