Wetter Winter 2017/2018 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Winter 2017/2018 aktuelle Wetterprognose vom 22.02.2018 - Polarluft flutet am Wochenende Deutschland - eisiger Nordostwind

Der stramme Nordostwind kündigt in den kommenden Tagen eine Veränderung der Großwetterlage an, welche ursprünglich einmal von einem Major-Warming in Stratosphärenhöhe ausgelöst wurde. Bis zum Samstag ist es über Teilen von Baden-Württemberg, Bayern, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern zeitweilig stark oder hochnebelartig bewölkt, es bleibt aber weitestgehend trocken. Der Wind frischt bis zum Samstag weiter auf und kann in Böen über exponierten Lagen auch stürmisch aus östlichen Richtungen kommen. Die Temperaturen gehen allgemein etwas zurück und erreichen am Samstag etwa östlich einer Linie von Hamburg und Stuttgart -2 bis+ 2 Grad und westlich davon sind +0 bis +5 Grad zu erwarten.

Eisige Kälte aus Nordosten auf dem Vormarsch

Ein Hochdrucksystem dehnt sich bis zum 24. Februar vom europäischen Nordmeer über Skandinavien aus und erreicht mit seinen südlichen Gradienten den Norden von Deutschland. Mit Hilfe eines Tiefdruckwirbels über der Karasee kommt es zu einem Arctic Outbreak, welcher kalte Luftmassen polaren Ursprungs nach Süden führt.

Die kalten Luftmassen erreichen am 25. Februar Deutschland, Österreich und die Schweiz und können noch etwas weiter bis über die Mittelmeerregion geführt werden. Im Zusammenspiel mit kalten und warmen Luftmassen entsteht über der Mittelmeerregion ein Tiefdruckgebiet und verstärkt den Kaltluftzustrom weiter.

Besonders die Nächte werden bei Aufklaren und über Schnee eisig
"Besonders die Nächte werden bei Aufklaren und über Schnee eisig

So sinken die Tageshöchstwerte am Sonntag und Montag auf -8 bis -1 Grad ab, und in den Nächten ist mit -12 bis -5 Grad sehr strenger Nachtfrost zu erwarten. Örtlich können die Tiefstwerte über Schnee und bei Aufklaren auf bis -20 Grad absinken.

In den letzten beiden Tagen des meteorologischen Winters verändert das Hochdrucksystem über dem Norden seine Achsausrichtung von Nord-Süd auf Ost-West und dehnt sich von Grönland über Island und Skandinavien bis über das westliche Russland aus. Da sich Hochdrucksysteme im Uhrzeigersinn drehen, wird der Kaltluftnachschub aus nördlichen Richtungen abgeschnürt.

Polarwirbelberechnung Februar

Berechnung Polarwirbel nach dem amerikanischen Wettermodell: Gestörte Zirkulation Hochwinterliche Wetterlage, der Kaltluftzustrom aus nördlichen Richtungen wird aber durch die Hochdruckposition abgeschnürt © www.meteociel.fr

Gleichzeitig werden die Tiefdrucksysteme auf dem Atlantik weit nach Süden abgedrängt und die Tiefdruckrinne verläuft von Neufundland über die Azoren bis über das westliche Europa. Die Reste des Mittelmeertief verlagert sich über das östliche Europa und erhalten die Nordostströmung über Deutschland, Österreich und der Schweiz noch aufrecht. Mit einem weiterhin eisigen Nordostwind können die Temperaturen sich bis zum 28. Februar auf -5 bis -1 Grad einpendeln und in den Nächten auf -12 bis -6 und örtlich auf bis -18 Grad absinken.

Hochwinterliche Wetterlage zum finalen Winterabschluss

Sind diese Temperaturen noch normal? Für einen Winter sind diese Temperaturen absolut normal, doch ist der Zeitpunkt ungewöhnlich. Hochwinterliche Phasen treten häufiger im Januar auf, da war es in diesem Jahr aber mit Werten von knapp über +10 Grad aber alles andere als winterlich.

Ist auch Schneefall zu erwarten?

Über dem nördlichen Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und dem nördlichen Brandenburg werden Niederschlagssummen von 0 bis 15 l/m² berechnet. Die Niederschläge können meist in Form von Schnee niedergehen und an den Küstenregionen für die Ausbreitung einer Schneedecke sorgen (Lake Effekt). Über dem Süden von Baden-Württemberg und Bayern machen sich die Ausläufer der Mittelmeertief bemerkbar und können dort für Neuschneemengen von 0 bis 12 cm sorgen. In einem breiten Streifen dazwischen sind bis Ende Februar keine nennenswerten Niederschläge zu erwarten.

Wie sich der Winter zum Start in den meteorologischen Frühling verhalten wird, klären wir gegen 13:00 Uhr in einer neuen Wetterprognose Frühling und Sommer 2018. Gegen 20:00 Uhr erfolgt an dieser Stelle ein kurzes Update der Wetterprognose Winter.

Update der Wetterprognose Winter von 20:00 Uhr
Dass die Kältewelle über Deutschland, Österreich und der Schweiz ab dem kommenden Wochenende Einzug halten wird, daran besteht aktuell kaum mehr Zweifel. Sowohl heute Nachmittag, wie auch heute Abend haben die Wettermodelle den "Polarexpress" bestätigt. Die tiefsten Werte können in der Nacht auf den 28. Februar erreicht werden. So sind über dem Süden -15 bis -9 Grad und über dem Nordwesten -12 bis -6 Grad zu erwarten über Schnee und bei Aufklaren sind auch bis -20 Grad möglich. Tagsüber ist wohl am 27. Februar mit Werten von -12 bis -4 Grad über dem Süden und -6 bis -1 Grad über dem Norden der kälteste Tag möglich. Zugleich dürfte das den kältesten Zeitraum des gesamten Winters 2017/18 zur Folge haben. Ist auch nicht weiters verwunderlich, war der Verlauf des Winters gegenüber dem langjährigen Mittelwert doch viel zu warm.

März-Winter?
Geht das winterliche Wetter auch im März so weiter, oder zeichnet sich alsbald eine frühlingshaft milde Wetterphase ab? Das amerikanische Wettermodell berechnet vom 1. bis 3. März eine erhöhte Tiefdruckaktivität vor Mitteleuropa, während das Hochdrucksystem weiter in Richtung Grönland und Kanada abdriftet. Das gibt den Tiefdrucksystemen mehr Spielraum, sich über Mitteleuropa zu positionieren. Anfangs könnte das nach den Berechnungen von heute Abend noch mit einer Grenzwetterlage möglich sein, welche kalte Luftmassen über Norddeutschland von milden über dem Süden trennt. Nimmt man den reinen Modelloutput der Temperatursimulation, so könnten am 3. März die Temperaturen über dem Norden zwischen -4 bis 0 Grad und über dem Süden zwischen +4 bis +8 Grad liegen.
Darüber hinaus berechnet das amerikanische Wettermodell am 7. März ein Tiefdrucksystem über England, welches auf seiner Vorderseite unentwegt warme Luftmassen in Richtung Deutschland, Österreich und der Schweiz pumpen kann. Temperaturen von +9 bis +15 Grad wären dann nicht auszuschließen. Noch ist es aber viel zu früh, um den Frühling im März zu auszurufen, zu groß sind derzeit die Unsicherheiten.

Frühlingsgefühle?
Wie wahrscheinlich wäre aber Frühlingswetter im ersten März-Drittel? Die Kontrollläufe sind da ganz klar strukturiert. So ist der Zeitraum vom 24. Februar bis 2. März gegenüber dem langjährigen Durchschnittswert als deutlich zu kalt zu bewerten. Anfang März steigt der Mittelwert aber langsam an und erreicht zum 5. März den Jahreszeit-typischen Wert. Das amerikanische Wettermodell ist dabei ein warmer "Ausreißer". Veränderungen sind somit im Hauptlauf in den kommenden Stunden zu erwarten. Geht es rein nach dem Mittelwert, so wären am 5. März Tageswerte zwischen +3 Grad über dem Süden und 0 Grad über dem Norden möglich. Frühlingshaft milde Werte beginnen erst ab +13 Grad - da ist also noch viel Luft dazwischen.

Polarwirbelberechnung Februar
Berechnung Polarwirbel im Februar nach dem amerikanischen Wettermodell - Polarwirbel gewinnt Anfang März wieder an Stabilität, eine milde Süd- bis Südwestwetterlage wäre demnach nicht auszuschließen © www.meteociel.fr


Nasskaltes Wetter
Das europäische Wettermodell berechnet heute Abend noch eine weitere Variante, bei der sich zum 1. und 2. März über Deutschland ebenfalls eine Grenzwetterlage durchsetzen kann, jedoch mit dem Unterschied, dass sich das Tiefdrucksystem über Italien relativ rasch nach Osten verlagert und auf seiner Rückseite wieder kältere Luftmassen aus nördlichen Richtungen anzapft. Die Tageswerte könnten nach dieser Berechnung im Bereich zwischen -1 bis +3 Grad liegen und hätten für die mittleren Lagen ein erhebliches Potential für ordentliche Neuschneemengen.

Die nächste Aktualisierung der Wetterprognose Winter erfolgt an dieser Stelle am 23. Februar gegen 09:00 Uhr.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2020 +14,8 +1,5 +1,3 50 l/m² - zu trocken
Oktober 2020 +10,2 +1,2 +1,0 79 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,56 +2,17 +1,48 633 l/m² - etwas zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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