Das Wetter im Januar 2018 geht deutlich zu warm zu Ende, aber nach den aktuellen Berechnungen kann sich die Wärme im Februar nicht durchsetzen und mit dem Sturmtiefausläufer von heute beginnt ein Wetterwechsel. So ist Anfang Februar immer wieder mit Niederschlägen zu rechnen, welche in Lagen oberhalb etwa 400 bis 700 Meter in Schnee übergehen können, was dort auch zur Ausbreitung einer Schneedecke führen kann. Darunter ist bei Temperaturen von +1 bis +6 Grad meist mit nasskaltem Wetter zu rechnen, wobei die höheren Werte - bedingt durch die warme Nordseeluft - über dem Norden und Nordwesten möglich sind. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage Februar 2018.

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Eine winterliche Wetterentwicklung

In den letzten Tagen war noch nicht klar, wie sich das Wetter nach dem 4. Februar weiterentwickeln kann. Bleibt der nasskalte Wettercharakter erhalten, oder setzt sich mit einer nördlichen Grundströmung der Winter durch? Heute haben beide Wettermodelle - erstmalig nach langer Zeit - ein einheitlichere Linie gefunden. Und geht es nur nach den Berechnungen des amerikanischen und europäischen Wettermodells, so hat der Winter seine Chance ab dem 4. Februar sich über Deutschland, Österreich und der Schweiz bis in tiefere Lagen durchzusetzen.

Winterliche Großwetterlage

Beide Wettermodelle berechnen vom 4. bis 10. Februar einen Hochdruckkeil des Azorenhochs von England bis nach Skandinavien und erstreckt sich in Teilen bis über die Grönlandsee. Gleichzeitig sorgt ein Tiefdrucksystem über der Barentssee im Verbund mit dem Hochdruckkeil für den Abtransport kalter Luftmassen arktischen Ursprungs bis nach Deutschland, die Schweiz und Österreich. Ein weiteres Tiefdrucksystem über der Mittelmeerregion fungiert quasi als Ansaugmotor für die kalten Luftmassen und gleichzeitig verhindert es auch, dass das Hochdrucksystem sich über Mitteleuropa verlagern kann. So kommt es über Mitteleuropa nach diesen Berechnungen zur Ausbildung einer winterlichen Trogwetterlage, bei der die Tageshöchstwerte bspw. am 7. Februar zwischen -5 und 0 Grad liegen können.

Polarwirbelberechnung Februar

Berechnung Polarwirbel nach dem europäischen Wettermodell © www.meteociel.fr

Man sieht aber in der Simulation auch, wie knapp und fragil das Ganze berechnet wird, verändert sich nur ein Parameter, so bricht dieses Konstrukt in sich zusammen. Der Wirbel über Kanada und Grönland ist beeindruckend.

Wie wahrscheinlich ist ein Wintereinbruch?

Die Kontrollläufe gehen heute einen weiteren Schritt in Richtung Winterwetter. So sinkt das Spektrum der Höhentemperaturen in rund 1.500 Meter Höhe vom Zeitraum 3. bis 8. Februar auf -7 bis -10 Grad ab. Das sollte ab dem 4./5. Februar auch für Dauerfrost in tieferen Lagen sorgen können. Sofern Niederschlag fällt, kann also auch in tieferen Lagen mit der Ausbildung einer Schneedecke gerechnet werden. Das amerikanische und auch europäische Wettermodell sind aber noch ein Tick kälter und liegen in den Höhentemperaturen zwischen -10 bis -15 Grad, was die weiter oben angesprochenen frostigen Tageshöchstwerte zur Folge haben kann.

Wie lange könnte sich der Winter halten?

Das kommt darauf an, wie sich die Wetterlage ab dem 4. Februar einstellt und tatsächlich auch positioniert. Nach den Kontrollläufen zeigt sich ein leicht milder werdender Temperaturtrend ab, bei der die Dauerfrostgrenze auf 300 bis 500 Meter ansteigen kann. Aber für deutsche Verhältnisse ist das noch sehr nahe am Winterwetter dran. Mit anderen Worten: es gibt noch erhebliche Unsicherheiten, aber der Trend zu nasskalte bis winterliche Wetterverhältnisse bestätigt sich heute erneut - warme Varianten sind deutlich weniger geworden.

Diagramm Temperaturen im Februar 2018 vom 31.01.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Februar 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Die Randfaktoren

Gibt es etwas neues von einem möglichen Major-Warming in Stratosphärenhöhe? Ja, die Berechnungen von gestern wurden - wie zu erwarten - nicht bestätigt. Aber eine nicht gerade kleine Anzahl der Kontrollläufe berechnet zunehmend einen Trend, der zu einem Major-Warming führen kann. Da wird sich in den kommenden Tagen noch einiges verändern können. Gerade aber dieser Randfaktor kann den Polarwirbel in eine extremst instabile Verfassung bringen.

Polarwirbelberechnung Februar

Nach den Kontrollläufen ist ein Major-Warming in Stratosphärenhöhe nicht auszuschließen - der Hauptlauf stützt diese Variante aber nicht © www.meteociel.fr

Zusammenfassung:

Ja, der Wettertrend geht im Zeitraum vom 4. bis 8. Februar eindeutig in die winterliche Richtung. Jedoch ist Winterfreunden zu einer gesunden Skepsis geraten, da nur allzu gerne solche Trogwetterlagen berechnet werden und letztlich knapp an Deutschland vorbei rauschen. Ob sich der Wettertrend im Tagesverlauf in Richtung Winter gefestigt hat, klären wir heute Abend gegen 20:00 Uhr an dieser Stelle in einer Aktualisierung der Wetterprognose Winter.

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Update der Wetterprognose Winter von 20:02 Uhr
Die nasskalten bis winterlichen Wetteraussichten wurden vom amerikanischen Wettermodell heute Nachmittag und auch in den Berechnungen von heute Abend bestätigt. Der Zustrom kühlerer Luftmassen beginnt bereits und sorgt bis zum 3. Februar in ganz Deutschland mit +1 bis +6 Grad für nasskalte Temperaturwerte. So können die Niederschläge zunächst bis auf mittlere Lagen und ab dem Samstag auch bis in tiefere Lagen als Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer niedergehen.

Noch etwas kälter
Im Zeitraum vom 4. bis 8. Februar werden aus nördlichen Richtungen noch kältere Luftmassen arktischen Ursprungs bis nach Deutschland, Österreich und die Schweiz geführt werden können, was die Tageswerte ab 200 bis 400 Meter in den Dauerfrostbereich absinken lassen kann. In tieferen Lagen kann es mit leichten Plusgraden auch nasskalt bleiben. Die Niederschläge können aber nach diesen Berechnungen bis in tiefere Lagen in Schnee übergehen und ab den mittleren Lagen kann mit der Ausbildung einer Schneedecke gerechnet werden.

Kurz milder, dann wieder winterliche Optionen
Vom 8. bis 9. Februar kann es kurzzeitig milder werden, doch ab dem 10. Februar kann der Kaltluftzustrom wieder einsetzen. Die dazugehörige Großwetterlage zeigt sich in der Form, als dass zunächst mit Hilfe eines Tiefdrucksystems über der Ostsee und der Mittelmeerregion und einem Hochdruckkeil von den Azoren bis über das europäische Nordmeer der Kaltlufttransport nach Süden initiiert werden kann. Vom 8. bis 10. Februar sorgt ein Tiefdrucksystem bei Island für einen Abschnürprozess des Troges und führt aus nordwestlichen Richtungen maritime Kaltluftmassen (nasskalte) nach Deutschland. Anschließend positioniert sich das Tiefdrucksystem über Skandinavien und von europäischen Nordmeer über Grönland bis zu den Azoren kann sich ein blockierender Hochdruckkeil positionieren. Im Zusammenspiel der Systeme wird es dann wieder kälter.
Polarwirbelberechnung Februar
Berechnung Polarwirbel im Februar nach dem amerikanischen Wettermodell - Zum wiederholten Male wird eine winterliche Großwetterlage berechnet © www.meteociel.fr


Das europäische Wettermodell berechnet im Übrigen eine ganz ähnliche Wetterentwicklung, bei der die Temperaturen vom 4. bis 10. Februar größtenteils in den Dauerfrostbereich absinken können.

Kontrollläufe: kalt
Die Kontrollläufe bestätigen einen vom 2. bis 10. Februar kalten Wettercharakter. So liegt das Temperaturspektrum am 3. Februar zwischen -2 bis +4 Grad (Mittelwert: +2 Grad) und am 8. Februar zwischen -7 bis +2 Grad (Mittelwert: -2 bis 0 Grad). So festigt sich der nasskalte Wettertrend mit winterlichen Ambitionen im ersten Februar-Drittel.

Langfristmodell: Fast normaler Februar
Das Langfristmodell berechnet das Wetter im Februar mit einer Abweichung der Temperaturen gegenüber dem langjährigen Mittelwert von -0,5 bis +0,5 Grad weitgehend normal, mit der Tendenz von einer Abweichung bis +1 Grad auch leicht zu mild auszufallen. Damit steht der Februar konträr zu den beiden anderen Wintermonaten Dezember und Januar, welche beide im Schnitt den Winter bislang um +3 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert haben zu warm ausfallen lassen. Es entscheidet sich also im Februar, ob der Winter leicht zu mild, oder deutlich zu warm werden kann. Für einen normalen Winter müsste der Februar gegenüber seinem vieljährigen Mittelwert um 6 Grad zu kalt ausfallen - das ist zum aktuellen Stand zwar nicht unmöglich, aber sehr unwahrscheinlich.

Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2018 vom 31.01.2018


Die nächste Aktualisierung der Wetterprognose Winter erfolgt an dieser Stelle am 1. Februar gegen 13:00 Uhr.

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