Eine erneut spannende Wetterentwicklung steht bereits zum kommenden Wochenende bevor. Ein Sturmtief zieht von der Nordsee ostwärts und kann unter bestimmten Voraussetzungen am Samstag und Sonntag für Starkwindereignisse über Deutschland sorgen. Nachfolgend berechnen die Wettermodelle eine markante Abkühlung.

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Winter oder doch nur nasskalt?

In den letzten Stunden berechneten beide Wettermodelle Varianten, welche in der Höhe von etwa 1.500 Meter kalte Luftmassen nach Deutschland führen könnten. Bei einem Geopotential von 132 und Temperaturen von 0 bis -7 Grad hätte das zum Start in den Dezember - je nach Höhentemperatur - eine Schneefallgrenze von 200 bis 1.000 Meter und eine Frostgrenze von 500 bis 1.300 Meter zur Folge. Ob es also bis auf mittlere Lagen nasskalt oder gar winterlich werden kann, hängt davon ab, wie kalt die Höhentemperaturen ausfallen werden. Entsprechend groß ist das Entwicklungsspektrum zum heutigen Stand

Amerikanische Wettermodell mit Hauch von Winter

Heute Morgen waren die Berechnungen des amerikanischen Wettermodells noch die wärmeren Varianten, was sich heute Nachmittag geändert hat. Zwischenzeitlich schwenkt das amerikanische Wettermodell auf eine nasskalte Trogvariante um und zieht mit der Variante des europäischen Wettermodells gleich. Diese Variante ist und bleibt aber zugleich ein Zwischending aus nasskalten Wetter, bei der die Schneeflocken oberhalb etwa 400 bis 700 Meter durchaus ihre Chancen haben, was aber nicht mit einem Wintereinbruch gleichzusetzen wäre.

Woher kommen die Sprünge in den Wettervorhersagen?

Die Wettermodelle sind bei stabilen Großwetterlagen bis zu 10 Tage im Grunde genommen in ihrer Vorhersagequalität recht passabel. Das ändert sich aber dramatisch, wenn kleinräumige Tiefdrucksysteme entstehen und kalte und warme Luftmassen aufeinander prallen, was in der Übergangszeit und über den Winter hinweg ja auch häufiger vorkommen mag. Passiert dies, wird die Wetterprognose komplexer und dann beginnen die Wettermodelle mit ihren Schwankungen. Je nachdem, worauf die Gewichtung gelegt wurde schwankt es mal in die eine, mal in die andere Richtung. Wichtige Hilfsmittel sind in diesem Fall die Kontrollläufe, mit dessen Hilfe sich der Trend und die Qualität des jeweiligen Hauptlaufs beurteilen lassen.

Bspw. war der Hauptlauf des amerikanischen Wettermodells heute Morgen in den Berechnungen der Kontrollläufe die wärmste Variante. Da liegt es nahe, dass dieser sich entweder als früher Trendsetter etabliert oder aber - was häufiger der Fall ist - in den nächsten Berechnungen sich wieder verändert, wie das heute Nachmittag der Fall war. Im Übrigen liegt der Hauptlauf nun gut eingebettet im Mittelwert, was einen nasskalten Wettercharakter Anfang Dezember wahrscheinlicher macht. Das zeigt sich auch ganz gut im nachfolgenden Diagramm:

Diagramm Temperaturen im Dezember 2017 vom 21.11.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im Dezember 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Warum ist die Winterprognose 2017/18 des Langfristmodells permanent zu warm?

Weniger beeindrucken lässt sich das Langfristmodell von kurzfristigen Wettererscheinungen. Zwar werden auch hier aktuelle Messewerte mit eingerechnet und für die kommenden Tage und Wochen korreliert weiter fortgeführt. Dazu fließen aber auch Berechnungen der Vergangenheit mit ein. Das ist aber nur ein kleiner Teil der Daten, welcher in den Berechnungen berücksichtigt wird, erklärt aber, warum das Langfristmodell weniger aufgeregt reagiert, als es die Wettermodelle tun. Schließlich gibt es auch nur einen Wettertrend ab, ob es zu warm, zu kalt, zu nass oder zu trocken wird. Das ist leichter. Und trotzdem liegt das Langfristmodell manchmal daneben.

Das ist meist bei kurzfristigen Wettererscheinungen der Fall, wie es bspw. im November nun passiert. Der aktuelle Temperaturmittelwert im November liegt mit rund +1,3 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert im zu warmen Bereich. Die Wetterprognose des Langfristmodells waren mit einer Abweichung von -0,5 bis +1 Grad für den November normal bis leicht zu warm. Das hätte auch passen können, wenn da diese extreme Erwärmung der kommenden Tage nicht wäre. Letzten Endes könnte der November mit einer Abweichung der Temperatur von rund +1,5 Grad zu warm ausfallen. Kleines Ereignisse, große Auswirkung und das erklärt die Schwankungen in den Wettervorhersagen, Wetterprognosen und Wettertrends. Die nächste spannende Entwicklung steht ja mit dem kommenden Wochenende auch schon bevor. Übrigens haben sich die Simulationen des Langfristmodells für die Wintermonate Dezember, Januar und Februar nicht verändert und bleiben mit einer Abweichung von +1 bis +3 Grad gegenüber dem vieljährigen Mittelwert zu warm.

Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2017/2018 vom 21.11.2017

Die nächste Aktualisierung erfolgt heute Abend gegen 20:40 Uhr mit der Zusammenfassung des Tages, dem Blick auf den Polarwirbel und des AO- und NAO-Index Wertes.

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Update der Wetterprognose Winter 2017/18 von 20:47 Uhr
Beide Wettermodelle bestätigen heute Abend einen Temperaturrückgang in mehreren Etappen. Der erste Kaltluftschwall erfolgt am kommenden Wochenende und er zweite zum Start in die neue Woche.

Es wird kälter
So können die Temperaturen bis Ende November und Anfang Dezember auf ein für die Jahreszeit etwas zu kühles Niveau absinken. Die berechneten Temperaturen schwanken bspw. am 1. Dezember über Süddeutschland zwischen -1 bis +4 Grad und über dem Norden zwischen +1 bis +6 Grad. Dazu sind immer wieder Schauer zu erwarten, welche ab dem kommenden Wochenende langsam bis auf die mittleren Lagen in Schnee übergehen können (400 -600 Meter).

Schneefall ab den mittleren Lagen
Oberhalb etwa 500 bis 600 Meter kann der Schnee auch liegenbleiben, wobei auch in tieferen Lagen Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer möglich sein können. Den Wettercharakter aber mit Winterwetter gleichzusetzen wäre verfrüht. Vielmehr gleicht dieser einem nasskalten Witterungsabschnitt.

Kontrollläufe bestätigen kühle Wetterlage
Die Kontrollläufe stützen mehrheitlich eine Temperaturentwicklung in den ersten Dezembertagen, welche etwa um 2 bis 4 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert zu kalt ausfallen könnte.

Hoch Azoren/Grönland Trog Mitteleuropa sorgt für einen Hauch von Winter
Schaut man sich den Polarwirbel an, so wird klar, warum es eine hohe Wahrscheinlichkeit für winterliche Temperaturen ab den mittleren Lagen geben wird. Hoher Luftdruck zwängt sich auf dem Atlantik über Island bis nach Skandinavien und da auf der Mittelmeerseite ein stützendes Hochdrucksystem fehlt, trogen die Tiefdrucksysteme über Mitteleuropa aus. Das Ergebnis ist eine meridionale Zirkulationsstruktur (Nord-Süd, Süd-Nord), bei der Deutschland, Österreich und die Schweiz auf der kalten Seite liegen können.

Polarwirbel 21. November 2017 AbendsSimulation des Polarwirbels © www.meteociel.fr


AO- und NAO-Index neutral bis negativ
Dass die kommende nasskalte Witterung eine hohe Eintreffwahrscheinlichkeit hat, zeigt sich auch im NAO- und AO-Index, welche allenfalls als normal, überwiegend jedoch negativ berechnet werden. Das stützt die Berechnungen einer Trogwetterlage. Wie lange diese anhalten wird, wird sich in den kommenden Tagen zeigen.

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