Herbstwetter ist in den kommenden Tagen zu erwarten. Was anderes lässt die Konstellation aus einen Tiefdrucksystem über Skandinavien und dem Azorenhoch westlich von Mitteleuropa auch nicht zu. Zwar versucht das Azorenhoch sich am Mittwoch weiter nach Mitteleuropa ausdehnen, die atlantische Frontalzone weis das aber zu verhindern, was über Deutschland, Österreich und der Schweiz zu einer westlichen bis nordwestlichen Grundströmung führt und die Niederschlagsgebiete gegen den nördlichen Alpenrand drückt. So ist immer wieder mit Regenfällen zu rechnen, welche in der kommenden Nacht und auch am Donnerstag über dem Süden von Deutschland kräftiger und an den Alpen auch länger andauernd und ergiebig ausfallen können. Die Temperaturen gehen allgemein auf +10 bis +15 Grad zurück und die Schneefallgrenze schwankt zwischen 1.000 bis 1.700 Meter. Mehr Details dazu in der aktuellen Wettervorhersage Oktober 2017.

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Tiefdrucksysteme festigen ihre Position

Schon in den Sommermonaten war zu beobachten, dass es eine stabile Großwetterlage mit einem Hoch über Mitteleuropa in 2017 nicht einfach hat. Zwar gelang im letzten Septemberdrittel der Aufbau eines skandinavischen Hochdrucksystems, doch was jetzt die Wettermodelle berechnen ist als klassisches Herbstwetter zu bewerten, bei dem der goldene Oktober (trockene Tage) kaum Chancen hat, sich durchzusetzen.

Allen voran die Berechnungen des amerikanischen Wettermodells, welches im Zeitraum vom 5. bis 15. Oktober die Tiefdruckrinne im Bereich von Neufundland, Island und Skandinavien simuliert, welche Aufgrund der passiven Rolle des Azorenhochs in regelmäßigen Abständen auch das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz beeinflussen können. So ist neben reichlich Niederschlag auch mit kühlen Temperaturen und einem windigen Wetter vorlieb zu nehmen. Wie kalt kann es werden? Die meiste Zeit über werden die Temperaturen im Bereich zwischen +12 bis +16 Grad simuliert und können kurzzeitig mit entsprechender Tiefdruckvorderseite auch wärmer und mit länger andauerndem Regen auch kühler ausfallen.

Etwas anderes sind die Berechnungen des europäischen Wettermodells. Hier gelingt es dem Azorenhoch zum 8. und 9. Oktober einen Hochdruckkeil in Richtung Skandinavien aufzubauen, was die atlantische Frontalzone samt ihrer dazugehörigen Tiefdruckrinne blockiert. Das Skandinavienhoch kann aber nicht verhindern, dass ein Tiefdrucksystem über dem östlichen Europa für einen wechselhaften Wettercharakter und mit einer nordöstlichen Grundströmung für ebenfalls herbstliche Temperaturen um die +10 Grad Marke herum über Deutschland sorgen kann.

Herbstwetter

Die Tage werden kürzer, die Temperaturen gehen zurück und der Wettercharakter wird wechselhafter. Der Herbst hält endgültig Einzug. Eine Bestätigung kommt von den Kontrollläufen, welches das Temperaturniveau vom 3. bis 13. Oktober in einem Bereich simuliert, welcher gegenüber dem langjährigen Mittelwert etwa um 2 bis 5 Grad zu kühl ist. Der Oktober schickt sich also an, ein zu kühler Monat zu werden. Erst nach dem 13. Oktober zeigt sich eine langsame Normalisierung der Temperaturen. Anders hingegen die Niederschlagswahrscheinlichkeit. Die bleibt vom 3 bis einschließlich 16. Oktober als mäßig hoch zu bewerten.

Diagramm Temperaturen im Oktober 2017 vom 02.10.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im Oktober 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Wetterentwicklung Herbst 2017

Kommt es in der zweiten Oktoberhälfte nicht zu einer signifikanten Veränderung der Großwetterlage, so könnte der Oktober neben dem September der zweite Herbstmonat werden, welcher zu kühl ausfallen kann. Danach sieht es zum heutigen Stand aber nicht aus. Denn das Langfristmodell berechnet den Oktober mit einer Temperaturabweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert von -0,5 bis +0,5 Grad weitestgehend normal und in der Niederschlagsberechnung etwas zu nass.
Aber auch der November 2017 wird etwas zu nass berechnet, was in den verbleibenden zwei Herbstmonaten für eine rege Tiefdruckaktivität spricht. Dabei wird der November aber mit einer Abweichung von +0,5 bis +1 Grad leicht zu warm berechnet. Kumuliert man alle Herbstmonate zusammen, so kommt nach den Berechnungen des Langfristmodells eine Abweichung von -0,05 Grad im normalen Bereich zustande.

Winter 2017/18 wird weiterhin zu warm berechnet

Man mag die These aufstellen, dass das Wetter in Zyklen abläuft, welche von einer Erhaltungsneigung und dem Ausgleichverhalten geprägt sind. Waren die Sommermonate durchweg zu warm, so folgt ein kühler Herbst und nachfolgend wieder zu warme Monate. Dazu kann man stehen wie man will, das Langfristmodell scheint diese These jedenfalls zu stützen, denn auch heute wieder ist keine Abkehr von der zu warmen Wetterprognose für den Winter 2017/18 zu erkennen.

So liegt die Abweichung im Dezember 2017 über dem Norden zwischen -0,5 und +1 Grad und über dem Süden zwischen +1 bis +2 Grad im zu warmen Bereich. Die Niederschlagswahrscheinlichkeit wird im Trend leicht negativ (zu trocken) berechnet, was auf eine länger andauernde Hochdruckphase im Dezember hindeutet.

Der Januar 2018 wird mit einer Abweichung von +0,5 bis +2 Grad in ganz Deutschland leicht zu warm bis zu warm simuliert, wobei der überwiegende Teil von Deutschland im Bereich der Abweichung von +1 bis +2 Grad liegt. Zudem wird der Januar deutlich zu nass berechnet.

Wenig Veränderung zeigt sich auch im Wettertrend zum Februar 2018, welcher zum heutigen Stand mit einer Differenz von +1 bis +2 Grad zu warm und über Süddeutschland mit +2 bis +3 Grad auch deutlich zu warm simuliert wird. In der Niederschlagsentwicklung zeigen sich kaum Auffälligkeiten gegenüber dem langjährigen Sollwert.

Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2017/2018 vom 02.10.2017

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