Die kalten Luftmassen setzten sich mit Hilfe des kontinentalen Hochdrucksystems zum Wochenstart voraussichtlich über dem Norden von Deutschland durch. So ist bis zur Mitte der Woche mit einem Temperaturrückgang zu rechnen, welcher über den Gebieten nördlich der Mittelgebirge für Dauerfrost und südlich davon für nasskalte Temperaturwerte sorgen kann. Die Schneefallgrenze sinkt bei einer leichten Niederschlagserwartung über dem Norden langsam bis auf tiefere Lagen hin ab, während über dem Süden die Schneefallgrenze zwischen 400-700 Meter schwanken kann. Die Ausbreitung einer dünnen Schneedecke ist über dem Norden zum heutigen Stand nicht auszuschließen (Details s. Wetter Februar 2017).

Die Hochdruckachse verhindert die "große Kälte"

Gleich vorweg - beide Wettermodelle berechnen die kommende Wetterlage im Detail noch unterschiedlich, allerdings zeigt sich die Großwetterlage nach beiden Simulationen vom 6./12. Februar über Skandinavien hochdruckdominiert, während auf dem Atlantik die Frontalzone vergeblich versucht weiter nach Osten voranzukommen. So bleibt den Tiefdrucksystemen auf dem Atlantik nichts anderes "übrig", als zum 5./7. Februar über Frankreich über die Mittelmeerregion "abzutropfen". Bedingt durch diesen Prozess können mildere Luftmassen über die Schweiz und Österreich nach Süddeutschland gelangen, während die Temperaturen etwa nördlich der Mittelgebirge weiter zurückgehen können. So liegen die simulierten Tageshöchstwerte am 9. Februar über dem Süden zwischen +1/+4 Grad und über dem Norden zwischen -7/0 Grad. Der Grund dafür, dass die kalten Luftmassen sich nicht über ganz Deutschland ausweiten können, ist die Achsausrichtung des Skandinavienhochs, welche nach den Berechnungen beider Wettermodell zum 10. Februar von Nordwest nach Südost verläuft und damit den Nachschub an kalten Luftmassen über dem östlichen Kontinent abschnürt.

Turbulente Wetterentwicklungen im zweiten Februar-Drittel möglich

Aufgrund der Tatsache, dass sich das Kontinentalhoch bis nach Skandinavien ausweiten kann, sorgt über Mitteleuropa für eine sog. "gestörte Zirkulation", welche normalerweise von West nach Ost und nicht - wie in diesem Fall - von Ost nach West verläuft. Daraus ergeben sich für das zweiten Februar-Drittel eine Vielzahl an Entwicklungsvarianten beim Wetter. Zum einen werden die Tiefdrucksysteme auf dem Atlantik versuchen das normale Zirkulationsmuster wieder herzustellen. Dafür ist aber einiges an Energie notwendig, was im Fall eines Eintreffens mit aktiv-dynamischen Wetterentwicklungen und dem Potential für Starkwindereignisse einhergehen kann.

In der anderen Variante bleibt das Hochdrucksystem über Skandinavien bestehen, so dass die Tiefdrucksystem weit südlich über die Mittelmeerregion geführt werden können, was Grenzwetterlagen über Deutschland im zweiten Februar-Drittel wahrscheinlicher macht. Ein Abwandlung des Skandinavienhoch ist die Achsausrichtung von Nordost nach Südwest, möglicherweise noch mit dem Brückenschlag zum Azorenhoch. In Folge dessen können die Kaltluftmassen auch bis über den Süden von Deutschland geführt werden.

In der dritten Varianten dehnt sich das Hochdrucksystem noch weiter nach Westen bis über Island aus, was das Potential für Kaltluftausbrüche im zweiten Februar-Drittel aus nördlichen Richtungen erhöhen kann.

Jahreszeit-typische Temperaturentwicklung wahrscheinlicher

Schaut man sich die Kontrollläufe an, so zeigt sich mehrheitlich vom 6./10. Februar eine für die Jahreszeit zu kalte Temperaturentwicklung, welche sich darüber hinaus über dem Osten und Norden normalisiert und über dem Süden und Westen auch leicht zu warm ausfallen kann. So liegt das Temperaturspektrum am 10. Februar zwischen -7/+4 Grad (Mittelwert: -3 Grad über dem Norden und Osten und 0 Grad über dem Süden und Westen) und am 18. Februar zwischen -7/+10 Grad (Mittelwert: -1 Grad über dem Osten, +1 Grad über dem Norden und +4 Grad über dem Westen und Süden). Die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-2) / normal (-1/+4) / zu warm (>+5), liegen am 13. Februar bei 45/35/20 und am 18. Februar bei 15/50/35, was nach dem wahrscheinlichen Kaltlufteinbruch eine Normalisierung der Temperaturwerte im Verlauf des zweiten Februar-Drittels zum heutigen Stand wahrscheinlicher macht.

Langfristmodell berechnet den Februar 2017 weiterhin deutlich zu warm

In der heutigen Wettervorhersage des Langfristmodells für den Monat Februar zeigt sich eine Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert von +2/+3 Grad im deutlich zu warmen Bereich. Das könnte auf zwei Möglichkeiten hindeuten. Entweder das Langfristmodell liegt mit seinen Berechnungen falsch und korrigiert sich in den kommenden Tagen, oder es liegt richtig und der Kaltluftvorstoß wird nur von kurzer Dauer sein. In der Niederschlagsberechnung zeigt sich eine leicht positive Tendenz über dem Westen (zu nass) und eine leicht negative Tendenz über dem Südosten (zu trocken). Nachdem der Dezember deutlich zu mild und der Januar deutlich zu kalt ausgefallen ist, wird der Februar 2017 wohl über dem Gesamtverlauf des Winters 2016/2017 entscheidend sein.

Die Berechnungen des Polarwirbels zeigen im zweiten Februar-Drittel interessante Ansätze

Ganz klar, der Winter geht seinem Finale entgegen. Die Berechnungen des Polarwirbels zeigen jeden Tag eine andere "Deformation" des Polarwirbels. So verwundert es nicht, dass der AO-Index bis Mitte Februar weitgehend negativ berechnet wird. Markant bleibt dabei das kontinentale Hochdrucksystem mit seiner Ausdehnung bis über Skandinavien. Da aber der Polarwirbel im Februar allgemein schon seinen winterlichen Höhepunkt überschritten hat, kommt es nicht selten zu sog. Polarwirbelsplits, welche auch in diesem Februar durchaus als wahrscheinlich einzustufen sind. Interessant ist dabei der Ansatz des amerikanischen Wettermodells, welches das Hochdrucksystem zum Monatsmitte weiter nach Island bis nach Grönland ausdehnt und dort dann in Richtung Polregion aufkeilt. Das könnte über Mitteleuropa grundsätzlich das meridionale Zirkulationsmuster für längere Zeit noch erhalten. Es steht also noch offen, wohin das Finale des Winters führen wird. Die nächste Aktualisierung erfolgt heute Abend gegen 20:45 Uhr an dieser Stelle mit einem neuen Wettertrend zum Winter.

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