Die Milderung ab dem 8. Januar über dem Norden und vom 10./13. Januar über dem Süden wird auch heute Abend vom amerikanischen Wettermodell berechnet, sogar noch ein Tick wärmer als heute Nachmittag, so dass die Tageshöchstwerte am 12./13. Januar - auch über dem Süden - zwischen +4/+8 Grad, örtlich bis +10 Grad erreichen könnten.

Aber: der Hauptlauf bleibt die wärmste Variante in den Kontrollläufen und es wird sich in den nächsten Stunden zeigen müssen, ob die Kontrollläufe sich dem Hauptlauf, oder der Hauptlauf sich den Kontrollläufen anpassen wird. Als Beispiel zeigt der Hauptlauf am 13. Januar den Höchstwert von +7,5 Grad über dem Süden und +9 Grad über dem Norden - der Mittelwert der Kontrollläufe liegt über dem Süden bei +2 Grad und über dem Norden bei +3 Grad. Das kann für die Schneedecke über den mittleren Lagen über Süddeutschland entscheidend sein, ob die nach der Milderung noch Bestand hat, oder restlos abgetaut sein kann. Denn im weiteren Verlauf zeigt sich mit einer nordwestlichen bis nördlichen Grundströmung wieder die Zufuhr kälterer Luftmassen, was die winterlichen Optionen ab den mittleren, teils bis in tiefere Lagen hinab aufrecht erhält.

Das europäische Wettermodell bestätigt die Milderung im Zeitraum vom 9./12. Januar, jedoch weniger kräftig als nach den Berechnungen des amerikanische Wettermodells, dafür aber mit einer kräftigeren Durchmischung, was letzten Endes mit Regen bis in mittlere Lagen das gleiche Ergebnis zur Folge haben kann. Vom 12./15. Januar von Norden wieder kälter mit Schneeoptionen bis in tiefere Lagen.

Zusammenfassend: die Milderung wird sich mit höherer Wahrscheinlichkeit in der kommenden Woche durchsetzen und für ein Abtauen der möglicherweise vorhandenen Schneedecke unterhalb etwa 500 Meter verantwortlich sein. Ob die Schneedecke auch in Lagen darüber abtauen könnte, wird ganz davon abhängen, wie das Strömungsmuster im Detail aussieht, hier zeigen sich weitere Entwicklungsspielräume.

Wie stehen die Chancen auf einen erneuten Wintereinbruch nach dem 13. Januar? Hierzu betrachten wir noch einmal die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-2) / normal (-1/+4) / zu warm (>+5) und unterscheiden diese von Nord nach Süd. So liegen diese am 15. Januar über dem Norden bei 10/80/20 und über dem Süden bei 40/55/5 und am 20. Januar über dem Norden bei 40/45/15 und über dem Süden bei 65/30/5. Der Temperaturtrend ist negativ - ein Wintereinbruch - bleibt in den Berechnungen von heute Abend im plausiblen Bereich.

AO-Index zeigt sich im zweiten Januar-Drittel mit einer erneut negativen Entwicklungstendenz und auch der NAO-Index nähert sich von leicht positiv zur Monatsmitte einer neutralen Tendenz. Was bedeutet das? Nasskalte bis winterliche Varianten bleiben wahrscheinlicher als eine milde West-, Süd- oder Südwestwetterlage. Damit verläuft Winter 2016/17 schon einmal grundsätzlich anders, als die drei Winter zuvor, auch wenn im Dezember sich gegenüber den anderen Wintern gewisse Ähnlichkeiten zeigten. Interessant zeigt sich die Berechnung des Polarwirbels vom europäischen Wettermodell, welches einen kräftigen Hochdruckeinschub vom Bering Meer über die Laptew See bis nach Kasachstan berechnet - Überraschungen in die eine oder andere Richtung bleiben zum heutigen Stand nicht auszuschließen.

Anmerkung: es handelt sich hierbei um ein Update und Ergänzung der Winterprognose von heute Morgen und der von heute Nachmittag.

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