Die Simulationen des amerikanischen Wettermodells von heute Mittag bestätigen nochmals die Milderung im Zeitraum vom 8./13. Januar über dem Norden und vom 11./13. Januar über dem Süden, teils bis in die mittlere Lagen, was die bis dahin vorhandene Schneedecke unterhalb etwa 500-600 Meter durchaus zum Abschmelzen bringen kann. Im nachfolgenden Zeitraum zeigt sich vom 13./20. Januar eine Veränderung der Hochdruckposition auf dem Atlantik. War dieses heute Morgen noch in einer "kugelrunden" Formation auf dem Atlantik zwischen Island, England und den Azoren präsent, so wird heute Nachmittag die Tiefdruckaktivität über Neufundland stärker berechnet, was dazu führt, dass das Hochdrucksystem sich zunehmend abflacht und seine Hochdruckachse von West nach Ost ausrichten kann. In Folge dessen sind nasskalte bis milde Wetterlagen aus West- bis Nordwest wahrscheinlicher als nasskalte bis kalte Nordwest- bis Nordwetterlagen, wie sie heute Morgen noch berechnet wurden.

Die Simulationen schwanken sicherlich in den kommenden Stunden noch in die eine oder andere Richtung und betrachtet man die Kontrollläufe, so wird der oben beschriebene Hauptlauf des amerikanischen Wettermodells im Zeitraum vom 12./20. Januar als wärmere Variante berechnet, welcher größtenteils um 3-6 Grad wärmer als der Mittelwert der Kontrollläufe ausfällt. Die Ausnahme bildet der Zeitraum vom 14./16. Januar, wo der Hauptlauf kurzzeitig auch kälter mit Option auf Schnee ausfallen kann. In Summe ist die Berechnung des amerikanischen Wettermodells von heute Nachmittag aber wenig winterlich - auch für die mittleren Lagen über Süddeutschland.

Was macht der Polarwirbel? Im Zeitraum vom 10./13 Januar schiebt sich ein Hochdrucksystem von den Aleuten durch den Polarwirbel in Richtung Sibirien und "trennt" dabei einen Teilwirbel ab. So kann es im Zeitraum vom 10./15. Januar zu einer Dipolausbildung des Polarwirbels kommen, bevor das Hochdrucksystem zum 15. Januar in ein recht kräftiges sibirisches Hochdrucksystem übergehen kann (simuliert werden bis zu 1055 hPa). Anders formuliert zeigt sich der Polarwirbel selbst instabil und mit weiteren Wellenbewegungen entlang der Polarfront ist zu rechnen, was über Mitteleuropa ein breiteres Entwicklungsspektrum im zweiten Januar-Drittel aufrecht erhalten kann. Die zonalen Winde in Stratosphärenhöhe bleiben entlang des 65 Breitengrades mit einer positiven Ausprägung gegenüber dem Durchschnittswert intakt, was einen "Zusammenbruch" des Polarwirbels aufgrund eines Major-Warmings in Stratosphärenhöhe nicht einmal Ansatzweise in Aussicht stellt.

Betrachtet man den aktuellen Temperaturmittelwert der bereits vergangenen Januar-Tage, so zeigt sich hinsichtlich der Temperaturen ein geteiltes Deutschland - winterlich über dem Süden, mild hingegen über dem Norden. Im Schnitt ist der Januar bisweilen um +0,5 Grad zu warm, was sich bis Sonntag deutlich verändern dürfte. Nimmt man nun an, dass im zweiten Januar-Drittel eine nasskalte - durchaus Jahreszeit-typische Temperaturphase folgt, so könnte das letzte Januar-Drittel entscheidend sein, ob der Januar 2017 zu warm oder gar zu kalt ausfallen kann. Die nächste Aktualisierung zum Wetter Winter 2017 erfolgt heute Abend gegen 21:00 Uhr an dieser Stelle.

Anmerkung: es handelt sich hierbei um ein Update und Ergänzung der Winterprognose von heute Morgen.

Anzeige

Ihnen gefällt die Wetterprognose? Teilen Sie es anderen mit!