In den kommenden Tagen ist insbesondere über dem Westen und Süden einiges an Niederschlag zu erwarten. So werden bis einschließlich Samstag etwa südlich der Linie Köln - Dresden 10-20 l/m², örtlich auch bis 30 l/m² und über den Staulagen des Schwarzwaldes und der Alpen auch 30-60 l/m² berechnet. Als kritisch können die Simulationen für die Alpen der westlichen Schweiz bezeichnet werden wo teils Niederschlagssummen zwischen 60-120 l/m² berechnet werden. Bei Temperaturen von +1/+5 Grad, örtlich bis +7 Grad, schwankt die Schneefallgrenze meist zwischen 500-800 Meter und kann in den Nächten teils bis auf tiefere Lagen absinken. Wie viel Schnee ist zu erwarten? Kurzweilig kann sich auch in Lagen unterhalb etwa 500 Meter eine Schneedecke von 0,1-2 cm ausbreiten, interessant wird es aber erst ab den mittleren Lagen. Simuliert werden nach der aktuellen Schneeprognose bis einschließlich Donnerstag ab 500-600 Meter Höhe zwischen 1-7 cm und in höheren Lagen ab ca. 800 Meter bis 15 cm an Neuschnee und bis zum Samstag sind über den Mittelgebirgen zwischen 10-17 cm, dem Schwarzwald bis 40 cm und den Alpen zwischen 40-80 cm örtlich (über den Schweizer Alpen) auch bis 130 cm an Neuschnee möglich, während es in tieferen Lagen es nur für den Hauch einer Schneedecke reichen könnte, wobei es unter bestimmten Voraussetzungen im Bereich zwischen Hamburg- Lübeck und Rostock auch 2-7 cm sein könnten (Details s. Wettervorhersage November).

Wie geht es weiter? In den letzten Tagen zeichnete sich in den Berechnungen der Wettermodelle im Verlauf des zweiten November-Drittels eine zunehmende Westdrift mit anschließender Milderung ab. Unklar war noch die Stabilitätsfrage des Polarwirbels - gelingt es ihm sich zu festigen oder sorgt die Instabilität für weitere Wellenbewegungen entlang der Polarfront - für die kommende Wetterentwicklung ist das durchaus ein entscheidendes Kriterium.

Das amerikanische Wettermodell berechnet vom 13./18. November ein stetes vorankommen der atlantischen Frontalzone nach Osten und kann sich zum 16. November über Skandinavien strategisch positionieren. In Folge daraus dreht das Zirkulationsmuster über Mitteleuropa auf westliche, teils auch nordwestliche Richtungen, so dass in raschen Abständen Niederschlagsgebiete über Deutschland, Österreich und die Schweiz hinweg geführt werden können. Die Temperaturen verhalten sich entsprechend der Jahreszeit und schwanken zwischen +4/+8 Grad - es wird also etwas milder. Allerdings zeigen diese Simulationen einen Kältepool über dem skandinavischen Raum, welcher die Tiefdruckaktivität noch verstärken könnte, so dass erste Windereignisse in diesem Herbst nicht auszuschließen wären. Im Zeitraum vom 18./23. November geht der Tiefdruckrinne langsam die "Puste" aus, was an einem von den Azoren bis nach Grönland aufstrebenden Hochdruckkeil liegen mag - jedenfalls neigt das Tiefdrucksystem über Skandinavien dazu, nach Süden hin auszutrogen, ob Deutschland, Österreich und die Schweiz dabei auf der warmen Trogvorderseite, oder gar im kühlen Trogzentrum liegen könnte, lässt sich zum heutigen Stand nicht sagen - simuliert wird aktuell eine "weder noch" Situation.

Das europäische Wettermodell simuliert im Zeitraum vom 15./18. November ebenfalls eine Zunahme des sog. Westdrift, was den Wettercharakter unbeständiger und auch windiger machen kann.

Interessant ist jedoch in beiden Wettermodellen ein aufstrebendes Azorenhoch gen Norden. Nach der Simulation des amerikanischen Wettermodells geschieht das zwischen den Azoren und Grönland, und nach dem europäischen Wettermodell von den Azoren über Neufundland, das östliche Kanada bis nach Grönland. Insofern wird sich zeigen müssen, ob der Westdrift nur eine kurze Wetterphase darstellt, oder sich im Nachgang für längere Zeit durchsetzen kann.

Betrachtet man die Simulationen des Polarwirbels, so wird dieser nach der Simulation des amerikanischen Wettermodells bis zum 13. November als instabil und im Zeitraum vom 14./19. November mit einer sich stabilisierenden Phase berechnet. Auffällig ist nach diesen Berechnungen das sibirische Kontinentalhoch, welches quer über den Nordpol immer wieder versucht, Kontakt zum Hoch über Grönland aufzubauen. Das ist insofern interessant, als dass daraus ein Kälteaktivitätszentrum im Bereich zwischen Grönland, den europäischen Nordmeer bis hin zur Barentssee/Karasee entstehen könnte. In Folge daraus wäre ein nachhaltiger Westdrift weniger wahrscheinlich. Das europäische Wettermodell berechnet ebenfalls eine Stabilitätsphase vom 13./16. November mit einer anschließend hohen Wellenbewegung entlang der Polarfront. Mit anderen Worten ist ein Westdrift im zweiten November-Drittel als wahrscheinlich anzusehen, jedoch mit einer hohen Wahrscheinlichkeit auch nur kurzfristig auszufallen. Eine Bestätigung eines wenig stabilen Polarwirbels kommt vom sog. AO-Index, welcher kurz positiv, und ab dem 16. November auch wieder eine negative Entwicklungstendenz aufweist.

Schaut man sich die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<+4) / normal (+5/+10) / zu warm (>+11) an, so liegen diese am 18. November bei 25/65/10 und am 23. November bei 35/55/10. Anders ausgedrückt: weitgehend normal mit der höheren Wahrscheinlichkeit leicht zu kalt, als zu warm auszufallen. Die Niederschlagserwartung wird nach den Kontrollläufen im zweiten November-Drittel insgesamt als mäßig bis hoch eingestuft - typisch Herbst eben.

Wann kommt der Winter, bzw. wie stehen die Chancen auf Winter im letzten November-Drittel oder Anfang Dezember? Es kommt ganz auf den Polarwirbel an. Stabilisiert er sich, so ist mit einer länger andauernden Westwindphase zu rechnen, bleibt er instabil, so steigt die Neigung zu meridionalen (Nord-Süd, Süd-Nord) Wetterlagen, welche bis hin zu Trogwetterlagen über Mitteleuropa führen können.

Betrachtet man das Langfristmodell, so scheint das gar nicht einmal abwegig zu sein - denn es gab hier eine größere Überraschung. So wurde der Dezember wochenlang zu mild, bis deutlich zu warm berechnet. Zwischenzeitlich liegt die Abweichung aber nur noch zwischen -0,5/+0,5 Grad im normalen Bereich. Das ist sicherlich für alle Winterliebhaber eine freudige Nachricht, wenngleich diese auch noch so eintreten sollte. Man geht davon aus, dass sich die Instabilität des Polarwirbels noch bis in den Dezember hineinziehen könnte. Und der Januar und Februar? Die werden weiterhin mit einer Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert von +1/+2 Grad zu warm berechnet - lediglich im Dezember hat sich eine doch deutliche Veränderung ergeben. Das spricht für die Faktoren, welche bisweilen für einen normalen bis zu kalten Verlauf des Winters sprachen und so langsam zieht das Langfristmodell wohl nach. Man wird abwarten müssen, was letztlich daraus wird. Aus diesem Grund erfolgt heute Abend an dieser Stelle gegen 20:45 Uhr ein kurzes Update der Wettervorhersage Winter 2016/17.
Update Wetter Winter 2016 / 17:
Tagsüber gab es kaum Veränderungen in den Simulationen der Wettermodelle. Im Ergebnis ist im zweiten November-Drittel mit einem abwechslungsreichen Wettercharakter zu rechnen. Ein Westdrift mit stärkerem Wind ist in der Zeit vom 14./20. November derzeit die wahrscheinlichste Variante. Abwandlungen dieser Entwicklung können aber noch mildere Südwest-, oder kühlere Nordwestwetterlagen hervorrufen.

Die Kontrollläufe stützen ein leicht zu milden Temperaturtrend im Zeitraum vom 15./23. November. So liegt der Mittelwert des Temperaturspektrums meist im Bereich zwischen +6/+7 Grad und über dem Osten knapp über +5 Grad. Spannend zeigt sich die Simulation des Luftdrucks. So sind bspw. am 19. November von 970 hPa (Sturmtief) bis 1020 hPa (Hochdruck) möglich, der Mittelwert liegt aber knapp über 1000 hPa und deutet auch eine erhöhte Tiefdruckaktivität hin.

Der Trend eines weiterhin instabilen Polarwirbels festigt sich so langsam. Zwar zeigt der AO-Index zwischen dem 14./17. November kurzzeitig positive Werte, geht aber nachfolgend wieder in den negativen Bereich, was für die Wetterentwicklung im letzten November-Drittel noch ein breites Entwicklungsspektrum bietet. NAO-Index ebenfalls nach dem 16. November mit einem leicht negativen Trend. Anders formuliert sind zum Beginn des letzten November-Drittels meridionale Strömungsmuster (Nord-Süd, Süd-Nord) wahrscheinlicher als ein Erhalt der Westdrift.

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