Die atlantische Frontalzone kann ihren Einfluss bis zum Start in die neue Woche auf dem skandinavischen Raum ausweiten. In Folge daraus wird das Wetter über dem Norden von Deutschland zunehmend unbeständiger und windiger, während über dem Süden noch weitgehend das Hochdrucksystem seinen Einfluss mit relativ trockenem Wetter geltend machen kann. Deutlich zeigt sich das anhand der Niederschlagssimulation bis zum Dienstag kommender Woche bei der über dem Norden mit ansteigender Tendenz von den Mittelgebirgen zur Küste Niederschlagssummen zwischen 10-40 l/m² simuliert, während in Richtung Süden mit 0-5 l/m² kaum Niederschläge berechnet werden. Insbesondere zum Start in die neue Woche kann es entlang der Tiefdruckrinne zu sog. Randtiefentwicklungen kommen, was zu Stark-, örtlich auch zu Extremwindereignissen führen kann. Wie stark der Wind tatsächlich aufleben kann, bleibt zum heutigen Stand noch abzuwarten da es im Detail daraus ankommen wird, wie weit die Tiefdruckgradienten der Frontalzone nach Süden vorankommen können. Da diese Wetterentwicklung seit Tagen von beiden Wettermodellen mehr oder minder stabil berechnet wird, ist davon auszugehen, dass sich die Großwetterlage zum Beginn des zweiten November-Drittels verändern wird. Nicht selten kommt im Anschluss eines Frontendurchgangs zu sog Wellenbewegungen, welche Rückseitig den Zustrom kühlerer Luftmassen ermöglichen.

Das amerikanische Wettermodell simuliert im Zeitraum vom 9./13. November den Durchbruch der atlantischen Frontalzone bis über das westl. Russland. In Folge daraus legt sich das Hochdrucksystem in einer flachen West-Ost Ausrichtung seiner Achse zwischen den Azoren und der Mittelmeerregion. Das ermöglicht eine stärkere Komprimierung der Gradienten zwischen Tief über dem Norden und Hoch über dem Süden, was Randtiefentwicklungen mit entsprechenden Windereignissen wahrscheinlich macht. Insbesondere über dem Norden ist mit mehr Niederschlag und Wind als über dem Süden zu rechnen und die Temperaturen bleiben mit einer westlichen bis teils südwestlichen Grundströmung im milden bis warmen Bereich. Im Zeitraum zwischen dem 13./16. November mäandrieren die Gradienten zueinander (werden "verschlungener/chaotischer"), was die Wahrscheinlichkeit einer Hochdruckausbildung über dem Atlantik und einer Tiefdruckaktivität über dem skandinavischen Raum ermöglicht. Sollte diese Entwicklung eintreten, so können im Zeitraum 15./20. November mit einem zunehmend meridional ausgerichtetem Zirkulationsmuster (Süd-Nord, Nord-Süd) kühlere Luftmassen nach Deutschland, Österreich und der Schweiz geführt werden, was bei einer überwiegend nasskalten Witterung die ersten Schneefälle in mittlere Lagen bis teils in tiefere Lagen ermöglichen könnte.

Geht es nach dem europäischen Wettermodell, so wird auch hier die windige Wetterentwicklung im Zeitraum 9./11. November weitgehend gestützt. Das Hochdrucksystem weicht nicht so weit wie nach der Simulation des amerikanischen Wettermodells nach Süden aus, sondern positioniert sich bis zum 14. November über Spanien und Frankreich, was über Deutschland Starkwindereignisse zwar nicht ausschließt, jedoch Extremwindereignisse weniger wahrscheinlich macht. Aber auch beim europäischen Wettermodell deutet sich zum 15. November eine Konstellation der Systeme zueinander an, bei der nachfolgend kühlere (Jahreszeit-typische) Luftmassen nach Deutschland geführt werden können.

Wie wahrscheinlich ist der Wetterumschwung? Die Kontrollläufe haben gegenüber den vergangenen Tagen die Niederschlagsentwicklung über dem Süden zurückgenommen und zeigt sich im Zeitraum bis zum 12. November nur schwach ausgeprägt mit nachfolgend ansteigender Tendenz. Über dem Westen und Osten zeigt sich die Niederschlagsentwicklung mäßig und über dem Norden ab dem 7. November stärker ausgeprägt. Insofern bestätigt sich der Wetterumschwung zum Start in das zweite November-Drittel nach den Kontrollläufen mehrheitlich. Die Temperaturentwicklung zeigt sich im Zeitraum 10./15. November in einem breiten Entwicklungsspektrum, dessen Mittelwert für die Jahreszeit noch im zu warmen, bzw. zu milden Bereich verbleibt - erst darüber hinaus zeigt sich eine langsam normalisierende Tendenz. So liegt das Temperaturspektrum am 11. November zwischen +8/+17 Grad (Mittelwert: +14/+15 Grad über dem Süden und Osten, und +12/+13 Grad über dem Westen und Norden) und am 18. November zwischen +2/+14 Grad (Mittelwert: +7/+9 Grad). Geht es nach den Verhältnissen der Kontrollläufe von zu kalt (<+5) / normal (+6/+11) / zu warm (>+12), so liegen diese am 13. November bei 5/65/30 und am 20. November bei 50/40/10 und bestätigen heute wiederholt eine Temperaturentwicklung von zu warm/normal zu normal/zu kühl und die Wahrscheinlichkeiten für nasskalte Witterungsverhältnisse liegen am 20. November bei rund 20 Prozent. Das Langfristmodell reagiert auf die aktuell zu warme Temperaturentwicklung und simuliert die Temperaturabweichung für November um +1/+2 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert im zu warmen Bereich. Für die Wintermonate von Dezember, Januar und Februar ergeben sich weiterhin keine Veränderungen gegenüber den vergangen Wochen - so liegt die mögliche Abweichung mit +1/+3 Grad weiterhin im leicht bis deutlich zu warmen Bereich. Im Niederschlagsverhalten zeichnet sich im November eine deutlich negative Tendenz ab, welche von Dezember bis Februar positiv ausfallen kann.

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