Ein Hochdrucksystem, welches bereits das Wetter Ende Oktober über Deutschland weitgehend dominiert, beeinträchtigt auch das Wetter zum Start in den November. Insbesondere die Konstellation der Wettersysteme zueinander sorgt mit dem Hoch über dem östlichen Europa und Tiefdrucksystemen auf dem Atlantik für eine südliche, später auch südwestliche Grundströmung über Deutschland, so dass nach teils zäher Nebelauflösung die Temperaturen im für die Jahreszeit viel zu warmen Bereich verbleiben können. Bis zum 5. November simulieren die Wettermodelle eine Verlagerung des Hochdruckkerns vom östlichen Europa in Richtung Deutschland, so dass sich eine Hochdruckbrücke von den Azoren bis über das östliche Europa ausbilden kann. Dieser Vorgang ist zunächst einmal - insbesondere für Meteorologen - als "langweilig" zu bezeichnen, da sich beim Wetter voraussichtlich bis zum 5. November nur wenig verändert wird. Der "spannende" Teil des Wettergeschehens geschieht über dem nördlichen Europa. Während sich das Hochdrucksystem über Mitteleuropa legt, ergreifen die Tiefdrucksysteme die Chance, um sich bis zum 5. November über dem skandinavischen Raum zu positionieren. Gelingt das, so ist das ein ernsthafter Versuch, dass bisweilen hochdruckdominierte Zirkulationsmuster zu verändern. Warum? Ein Zentraltief kann sich zum 5. November im Bereich zwischen dem europäischen Nordmeer und der Barentssee festigen und die Tiefdruckrinne verläuft zwischen Neufundland, Grönland/Island und dem westl. Skandinavien, was weiterhin kalte Luftmassen über das europäische Nordmeer führen und somit das Tiefdrucksystem im Bereich europ. Nordmeer/Barentssee weiter stützen kann. In Folge daraus werden weiterhin kalte Luftmassen polaren Ursprungs angezapft und über Skandinavien nach Süden geführt, was die Tiefdruckaktivität über dem nördlichen Europa weiter ansteigen lassen kann. I.d.R. hält ein Hochdrucksystem über Deutschland einem so massiven Tiefdruck- und Kaltluftvorstoß nicht lange Stand und weicht auf den Atlantik aus oder kann sich über dem Mittelmeerraum festigen. Daraus können sich im Zeitraum zwischen dem 5./10. November unterschiedliche Wetterentwicklungen ergeben, welche sich zum heutigen Stand auf drei wahrscheinliche Varianten reduzieren lässt. In der ersten Variante weicht das Hochdrucksystem auf den Atlantik aus und blockiert dort die atlantische Frontalzone weitgehend, so dass im Verbund mit dem Tief über der Barentssee die kalten Luftmassen weiter nach Süden geführt werden können. Ob Deutschland von dem Kaltluftzustrom betroffen sein kann, bleibt im Detail abzuwarten und ist im Wesentlichen davon abhängig, wie weit das Hoch im Westen liegt. Was würde passieren wenn? Dann wären zum Wechsel in das zweite November-Drittel Schneeoptionen nicht auszuschließen. In der zweiten Variante verlagert sich das Hoch kurzweilig nach Westen und ermöglicht dadurch den Kaltluftvorstoß nach Süden, allerdings "drückt" von Westen her die atlantische Frontalzone das Hoch nach Osten, so dass der Kaltluftvorstoß an Deutschland vorbei gelenkt werden und nachfolgend das Hoch sich wieder über Deutschland positionieren kann (Erhaltungsneigung). In der dritten Variante wird das Hochdrucksystem durch die erhöhte Tiefdruckaktivität über dem skandinavischen Raum nach Süden über die Mittelmeerregion "gedrückt", was mit einfließender Kaltluft zu sog. Randtiefentwicklungen führen kann. Das ist zugleich auch die problematischste Wetterentwicklung, da Stark-, oder auch Extremwindereignisse nicht auszuschließen wären. Der Wettercharakter wäre mit dieser Variante als unbeständig und der Temperaturcharakter als mäßig mild bis mild zu bezeichnen (je nachdem wie weit die kalte Luft nach Süden vorankommen kann). Welche der Varianten ist am wahrscheinlichsten? Die Kontrollläufe simulieren im Zeitraum zwischen dem 7./10. November nur einen schwachen Anstieg der Niederschlagserwartung bei einem zeitgleichen Temperaturrückgang, welcher sich mit seinem Mittelwert dem Jahreszeit-typischen Wert annähern kann. So liegt das Temperaturspektrum am 6. November zwischen +5/+15 Grad (Mittelwert: +10/+11 Grad) und am 9. November zwischen +3/+15 Grad (Mittelwert: +8/+9 Grad). Die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<+6) / normal (+7/+12) / zu warm (>+13), liegen am 5. November bei 0/70/30 und am 10. November bei 40/40/20 und bestätigen nach für die Jahreszeit zu warmen Temperaturen ein sich langsam normalisierendes Temperaturniveau mit der Tendenz auch leicht zu kühl ausfallen zu können.

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