Im Verlauf der Woche zeigt sich nach der aktuellen Wettervorhersage mit wiederholten Schauern ein weitgehend unbeständiger Wettercharakter, bei dem die Temperaturen bis zum Freitag mit Winddrehung auf nördliche Richtungen noch etwas weiter zurück gehen können. Der Grund für den "Schwall" kühlerer Luftmassen ist das Zusammenspiel zwischen einem Hoch über dem skandinavischen Raum und einem Tiefdruckwirbel über der Barentssee, welche im Verbund zueinander kalte Luft aus der Polarregion "anzapfen" und unter weiterer Erwärmung bis nach Deutschland führen können. Wie kühl es tatsächlich am kommenden Wochenende werden kann hängt im Wesentlichen davon ab, wie sich die Systeme im Detail zueinander aufstellen werden - simuliert werden zum heutigen Stand am Samstag und Sonntag jedoch Tageswerte, welche im Bereich um die +10 Grad Marke herum schwanken können. Im weiteren Verlauf simuliert das amerikanische Wettermodell eine Westwärtsverlagerung des Hochdrucksystems von Skandinavien in Richtung Island. Gleichzeitig kann das Hoch auf seinen südwestlichen Gradienten von atlantischen Tiefdruckausläufern unterwandert werden, so dass im Zeitraum zwischen dem 12./15. Oktober die Grundströmung über Deutschland auf Ost und später auf Süd-, bis Südwest drehen kann. In einer weiteren Variante könnte das Hoch über Island seine Achse steiler von Nord nach Süd aufstellen, so dass im Verbund mit dem Tief über dem westl. Russland der Zustrom kühlerer Luftmassen erhalten bleibt und Tiefdrucksysteme vom Atlantik her kommend blockiert werden können. Was hat das zur Folge? Die erste Variante hätte einen unbeständigen Wettercharakter bei weitgehend milden Temperaturen zur Folge, während die zweite Variante herbstlich kühle Temperaturen bei einem leicht unbeständigen Wettercharakter zum Ergebnis hätte. Das europäische Wettermodell simuliert im Zeitraum vom 9./14. Oktober ein beständiges Hochdrucksystem über dem skandinavischen Raum, welches sich nur sehr langsam nach Osten verlagert und zur Monatsmitte unter Umständen eine Hochdruckbrücke zum Azorenhoch über Deutschland hinweg aufbauen könnte, was einen "goldenen Oktober" zur Folge hätte. Herbstlich kühl und unbeständig oder goldener Oktober - welche der Varianten ist wahrscheinlicher? Die Kontrollläufe bestätigen eine höhere Niederschlagserwartung bis zum 8. Oktober, welche darüber hinaus bis zum 13. Oktober eine nachlassende und im weiteren Verlauf bis zum 17. Oktober wieder eine ansteigende Tendenz aufweisen und die Niederschlagswahrscheinlichkeit hat von Süd/West nach Nord/Ost eine abnehmende Tendenz. Das Temperaturspektrum liegt am 10. Oktober zwischen +7/+15 Grad (Mittelwert: +10/+13 Grad) und am 15. Oktober zwischen +4/+16 Grad (Mittelwert: +9/+11 Grad). Die kühlere Temperaturphase im zweiten Oktober-Drittel zeigt sich zum wiederholten Male in den Simulationen der Wettermodelle, so dass die Eintreffwahrscheinlichkeit zum heutigen Stand als hoch einzustufen ist. Deutlicher wird der kühlere Temperaturtrend anhand der der Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<+10) / normal (+11/+18) / zu warm (>+19), welche am 13. Oktober bei 70/30/0 (gestern: 65/30/5) und am 18. Oktober bei 60/40/0 (gestern: 45/45/10) liegen. Das Langfristmodell verändert seine Wetterprognose für die kommenden Monate von Oktober bis Februar gegenüber den letzten Simulationen nur geringfügig. So fällt der Oktober und November mit einer Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert von -0,5/+1 Grad normal bis leicht zu warm aus, während von Dezember bis Februar die Abweichung +0,5/+2 Grad im leicht bis deutlich zu warmen Bereich liegen kann. Trotz der milden Temperaturaussichten des Langfristmodells über die Wintermonate hinweg sind diese mit einer gewissen Vorsicht zu genießen, da die Randfaktoren in diesem Jahr eine andere Richtung vorgeben könnten (s. u.a. Wettertrend Winter vom 27. September).

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