Betrachtet man die Wetterprognose für das erste Oktober-Drittel, so kommt allmählich Schwung in die Wetterküche, deren Ausgang noch ungewiss ist. Behauptet sich das Hoch oder kann sich die atlantische Frontalzone durchsetzen? Etwas wahrscheinlicher ist zum heutigen Stand noch eine höhere Hochdruckdominanz im ersten Oktober-Drittel bei einem langsam zurückgehenden Temperaturniveau, dessen Mittelwert noch weitgehend im Jahreszeit-typischen Umfeld zu finden ist. Deutlicher zeigt sich das in den Verhältnissen der Kontrollläufe von zu kalt (<+10) / normal (+11/+18) / zu warm (>+19), welche am 7. Oktober bei 15/60/25 und am 12. Oktober bei 40/50/10 liegen. Eine weiterhin häufig gestellte Frage der letzten Tage: "Wie wird der Winter und wann kommt der erste Schnee?". Es ist Ende September und sicherlich noch zu früh für einen Wintereinbruch, welcher oftmals im November ein nicht ungewöhnliches Wetterphänomen darstellt. Interessant ist dennoch die Medienwelt, welche in den letzten Tagen vermehrt die Worte von einem "Chaos Winter" abdruckt. Begründet ist das im Wesentlichen mit den sog. Randfaktoren, welche durchaus auf einen normalen bis zu kühlen Verlauf des Winters hindeuten können. Welche Randfaktoren sind das? Zum einen die Sonnenaktivität, deren Aktivität sich derzeitig in einem Zyklusminimum befindet und sich daraus eine höhere Variabilität einer Ost-West Umkehr der QBO (Quasi-zweijährige Schwingung) in den Wintermonaten ergeben könnte. Der wichtigste Randfaktor in diesem Jahr ist jedoch bisweilen die relativ starke Ausprägung des El Nino Phänomens, welches sich mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent auch über die Wintermonate anhalten und sich erst im Verlauf der Frühlingsmonate 2016 abschwächen kann. El Nino sorgt über der nördlichen Hemisphäre (vereinfacht ausgedrückt) für eine höhere Wahrscheinlichkeit für Trogwetterlagen (meridionales Grundmuster), welche ihren Ursprung in diffizilen Ursachen haben können (SSW, schwacher Polarwirbel, Wellenbewegung entlang der Polarfront, warme arktische Stratosphäre, usw.). Allerdings sei an dieser Stelle auch hingewiesen, dass Trogwetterlagen im Winter nicht immer mit zu kalten Temperaturen über Deutschland gleichgesetzt werden kann. Es kommt vielmehr zum Zeitpunkt des Einsetzens eines El Niño an und welche Änderungen im Zirkulationsmuster über dem Atlantik stattfinden und welchen Weg das Klimasystem "wählt". Aktuell gibt es die Hochdruckaktivität über den nördlichen Regionen, was einen "gestörtem" Zirkulationsmuster nahe kommt und durchaus als Indiz aber noch nicht als Fakt für einen normalen bis zu kalten Winterverlauf gewertet werden kann. Auffällig ist aber auch der weitgehend negative Verlauf des sog. AO- und NAO-Index über die Sommermonate hinweg - auch das ist als ein Indiz für ein "gestörtes" Zirkulationsmuster zu bewerten. Diese Randfaktoren sind es wohl im Wesentlichen, welche die Medien so reagieren lassen - den tatsächlichen Wahrheitsgehalt lässt sich letztlich erst im Februar 2016 feststellen, wenn der Winter vorbei ist. Blickt man auf die Statistik, so ist ein normaler Verlauf des Winters 2015/2016 wahrscheinlicher als ein zu warmer oder zu kalter Winter. Betrachtet man die Temperaturwerte vom September, so stellt man fast schon mit Erstaunen fest, dass die Mitteltemperatur mit einer Abweichung von +0,16 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert auf Normalniveau liegt - waren die vergangenen Monate doch vielfach zu warm bis deutlich zu warm. Man wird abwarten müssen, ob das ein Umkehrtrend ist, oder nur eine vorübergehende Erscheinung. Das Langfristmodell lässt sich in seiner Wetterprognose für den Oktober, November, Dezember, Januar und Februar nicht beirren und simuliert für den Oktober eine Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert von -0,5/+1 Grad und von November bis Februar eine Abweichung von +0,5/+2 Grad einen zu warmen bis deutlich zu warmen Temperaturverlauf über die Wintermonate. Im Niederschlagsverhalten simuliert das Langfristmodell eine normale Niederschlagsneigung im Oktober und November, welche in den Wintermonaten Dezember, Januar und Februar auch positiv (zu nass) ausfallen kann.

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