Wetter Herbst Winter 2015/2016 - Wettertrend vom 27. September

| M. Hoffmann
Betrachtet man die Wetterprognose für das erste Oktober-Drittel, so kommt allmählich Schwung in die Wetterküche, deren Ausgang noch ungewiss ist. Behauptet sich das Hoch oder kann sich die atlantische Frontalzone durchsetzen? Etwas wahrscheinlicher ist zum heutigen Stand noch eine höhere Hochdruckdominanz im ersten Oktober-Drittel bei einem langsam zurückgehenden Temperaturniveau, dessen Mittelwert noch weitgehend im Jahreszeit-typischen Umfeld zu finden ist. Deutlicher zeigt sich das in den Verhältnissen der Kontrollläufe von zu kalt (<+10) / normal (+11/+18) / zu warm (>+19), welche am 7. Oktober bei 15/60/25 und am 12. Oktober bei 40/50/10 liegen. Eine weiterhin häufig gestellte Frage der letzten Tage: "Wie wird der Winter und wann kommt der erste Schnee?". Es ist Ende September und sicherlich noch zu früh für einen Wintereinbruch, welcher oftmals im November ein nicht ungewöhnliches Wetterphänomen darstellt. Interessant ist dennoch die Medienwelt, welche in den letzten Tagen vermehrt die Worte von einem "Chaos Winter" abdruckt. Begründet ist das im Wesentlichen mit den sog. Randfaktoren, welche durchaus auf einen normalen bis zu kühlen Verlauf des Winters hindeuten können. Welche Randfaktoren sind das? Zum einen die Sonnenaktivität, deren Aktivität sich derzeitig in einem Zyklusminimum befindet und sich daraus eine höhere Variabilität einer Ost-West Umkehr der QBO (Quasi-zweijährige Schwingung) in den Wintermonaten ergeben könnte. Der wichtigste Randfaktor in diesem Jahr ist jedoch bisweilen die relativ starke Ausprägung des El Nino Phänomens, welches sich mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent auch über die Wintermonate anhalten und sich erst im Verlauf der Frühlingsmonate 2016 abschwächen kann. El Nino sorgt über der nördlichen Hemisphäre (vereinfacht ausgedrückt) für eine höhere Wahrscheinlichkeit für Trogwetterlagen (meridionales Grundmuster), welche ihren Ursprung in diffizilen Ursachen haben können (SSW, schwacher Polarwirbel, Wellenbewegung entlang der Polarfront, warme arktische Stratosphäre, usw.). Allerdings sei an dieser Stelle auch hingewiesen, dass Trogwetterlagen im Winter nicht immer mit zu kalten Temperaturen über Deutschland gleichgesetzt werden kann. Es kommt vielmehr zum Zeitpunkt des Einsetzens eines El Niño an und welche Änderungen im Zirkulationsmuster über dem Atlantik stattfinden und welchen Weg das Klimasystem "wählt". Aktuell gibt es die Hochdruckaktivität über den nördlichen Regionen, was einen "gestörtem" Zirkulationsmuster nahe kommt und durchaus als Indiz aber noch nicht als Fakt für einen normalen bis zu kalten Winterverlauf gewertet werden kann. Auffällig ist aber auch der weitgehend negative Verlauf des sog. AO- und NAO-Index über die Sommermonate hinweg - auch das ist als ein Indiz für ein "gestörtes" Zirkulationsmuster zu bewerten. Diese Randfaktoren sind es wohl im Wesentlichen, welche die Medien so reagieren lassen - den tatsächlichen Wahrheitsgehalt lässt sich letztlich erst im Februar 2016 feststellen, wenn der Winter vorbei ist. Blickt man auf die Statistik, so ist ein normaler Verlauf des Winters 2015/2016 wahrscheinlicher als ein zu warmer oder zu kalter Winter. Betrachtet man die Temperaturwerte vom September, so stellt man fast schon mit Erstaunen fest, dass die Mitteltemperatur mit einer Abweichung von +0,16 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert auf Normalniveau liegt - waren die vergangenen Monate doch vielfach zu warm bis deutlich zu warm. Man wird abwarten müssen, ob das ein Umkehrtrend ist, oder nur eine vorübergehende Erscheinung. Das Langfristmodell lässt sich in seiner Wetterprognose für den Oktober, November, Dezember, Januar und Februar nicht beirren und simuliert für den Oktober eine Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert von -0,5/+1 Grad und von November bis Februar eine Abweichung von +0,5/+2 Grad einen zu warmen bis deutlich zu warmen Temperaturverlauf über die Wintermonate. Im Niederschlagsverhalten simuliert das Langfristmodell eine normale Niederschlagsneigung im Oktober und November, welche in den Wintermonaten Dezember, Januar und Februar auch positiv (zu nass) ausfallen kann.

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Das Wetter-Jahr 2023 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1991-2020 in Grad Nieder­schlag
Januar 2023 +3,6 +4,1 +2,7 69,2 l/m² - etwas zu nass
Februar 2023 +3,2 +2,8 +1,7 94 l/m² - etwas zu trocken
März 2022 +5,1 +1,6 +0,5 14,4 l/m² - extrem zu trocken
April 2022 +7,8 +0,4 -1,2 55 l/m² - leicht zu trocken
Mai 2022 +14,4 +2,3 +1,3 46 l/m² - erheblich zu trocken
Juni 2022 +18,3 +2,96 +1,96 58 l/m² - extrem trocken
Juli 2022 +19,1 +2,2 +0,8 37,1 l/m² - extrem trocken
August 2022 +20,22 +3,7 +2,3 48,5 l/m² - extrem trocken
September 2022 +13,4 +0,1 -0,4 98,9 l/m² - zu nass
Oktober 2022 +12,53 +3,53 +3,13 49,5 l/m² - zu trocken
November 2022 +6,4 +2,4 +1,6 49,6 l/m² - zu trocken
Dezember 2022 +1,8 +0,98 -0,02 64,8 l/m² - etwas zu trocken
Gesamtjahr 2023 +3,4 +3,5 +2,2 163,2 l/m² - leicht zu nass

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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