Der meteorologische Herbst beginnt mit dem September und nach den aktuellen Berechnungen der Wettermodelle scheint sich auch das Wetter mit zurückgehenden Temperaturen auf ein Jahreszeit-typisches Niveau daran zu halten. Der Grund hierfür ist mit höherer Wahrscheinlichkeit die Lage eines Hochdrucksystems über den Azoren, welches sich zunächst nach Norden ausweiten, später aber nach Osten weg kippen kann. So könnte Deutschland in den Einflussbereich des östlichen Gradienten des Hochdrucksystems gelangen, was zwar relativ trockenes Wetter aber mit einer nördlichen Strömung die frischeren Temperaturen zur Folge haben kann. Welche Aussichten gibt es für die Herbst- und auch für die Wintermonate? Ein dominierendes Thema über den gesamten Zeitraum wird wohl das El Niño Phänomen sein, welches stark vereinfacht ausgedrückt eine höhere Wahrscheinlichkeit für meridionale (Trog-)Wetterlagen über der nördlichen Hemisphäre zur Folge haben kann. Das alleine hat aber noch keine Aussagekraft, ob der Winter normal, zu kalt oder zu warm werden kann, denn selbst bei einer meriodionalen Wetterlage kann Deutschland auf der kalten, oder aber auch warmen Seite des Troges liegen. Stetig beobachtet und analysiert wird das El Niño Phänomen im sog. ENSO-Bericht - wie ist der aktuelle Stand?
There is a greater than 90% chance that El Niño will continue through Northern Hemisphere winter 2015/16, and around an 85% chance it will last into early spring 2016.
So liegt die Wahrscheinlichkeit eines El Niño Phänomens während der Winter Monate um, bzw. über 90 Prozent. Was lässt sich daraus ableiten? Ableiten lässt sich eine höhere Wahrscheinlichkeit für Trogwetterlagen, welches sowohl für sehr warme, als auch für sehr kalte Temperaturen über Deutschland verantwortlich sein können - je nachdem, wie sich der Trog positionieren kann - rein statistisch hat eine Trogneigung in den Wintermonaten häufiger kühle als zu warme Temperaturen zur Folge. Vielen von Ihnen wird nicht entgangen sein, dass es in diesem Jahr viele Wespen gab, bzw. noch gibt und auch sonst die Insekten zahlreicher als sonst vertreten waren. Das liegt an den zurückliegenden warmen Monaten und auch den letzten zwei Wintern, welche z.T. deutlich zu warm ausgefallen sind. Eine nicht näher untersuchte "Bauernregel" besagt, dass nach einem sog. Wespenjahr ein kühlerer Winter folgen soll. Was ist da dran? Speziell auf Wespen kann gesagt werden, dass diese im Erdreich überwintern und eigentlich einen milden und nassen Winter nicht gut vertragen, da diese sonst unter der Erde regelrecht "verfaulen", dennoch kann ein großer Anteil überleben, sofern der Winter etwas trockener ausfällt. Wichtig für die Population ist jedoch das Frühjahr, wenn der Nestbau der Wespen - zumeist unterirdisch - beginnt. Ist das Frühjahr trocken, so kann die Wespenpopulation rasant ansteigen. Ein Wespenjahr ist also ein Indiz darauf, wie die Winter- und Frühjahrsmonate zuvor waren. Steigt die Wespenpopulation überproportional, so ist das ein Indiz, dass ein längerer Zeitraum zu warm und zu trocken war. In Folge dieser Steigerung folgt mit höherer Wahrscheinlichkeit nach dieser "Bauernregel" ein kühlerer Winter nach (erkl. stat. Häufung: auf einen milden Winter folgt zumeist noch ein weiterer Mildwinter nach, bevor ein normaler oder zu kalter Winter wiederum mit höherer Wahrscheinlichkeit einen normalen bis kühleren Winter nachfolgt usw.). Ein Wespenjahr sagt im Prinzip nichts anderes aus, als dass der Frühling recht trocken und warm war und anhand der Grundströmungen der Sommer wechselhaft und die Winter wieder trockener, dafür aber kälter werden könnten. Geht es nach dem Langfristmodell, so zeigt sich in keinster Weise eine Bestätigung für einen normalen, bzw. zu kalten Winter. Eher das Gegenteil ist der Fall - so werden nach dem Langfristmodell die Monate Dezember, Januar und Februar mit einer Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert von +1/+2 Grad als zu warm und im Niederschlagsverhalten normal bis leicht zu nass simuliert. Für die Herbstmonate September und Oktober zeigt sich nach dem Langfristmodell mit einer Abweichung von -0,5/+0,5 Grad eine weitgehend normale Temperaturentwicklung, welche im November mit einer Abweichung von +0,5/+2 Grad bereits zu warm ausfallen kann. In der Niederschlagserwartung zeigt sich im September und Oktober eine normale bis zu trockene Tendenz, während der November deutlich zu nass simuliert wird. Das Langfristmodell geht - zum heutigen Stand - klar von einem deutlich zu milden Winter aus, was sich aber in den kommenden Wochen und Monate sicherlich noch in die eine oder andere Richtung verändern mag. Die Simulation zeigt jedoch auch recht deutlich, dass trotz möglicher El Niño Bedingungen nicht zwangsläufig ein kühler odedr normaler Winter folgen soll.

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