Die Tiefdruckaktivität - und damit der Wettermotor - ist auf dem Atlantik im ersten Oktober-Drittel intakt. Daraus ergibt sich in den ersten fünf Oktober-Tagen mit einer Hochdruckverbindung zwischen dem Azoren- und einen Hoch über dem östlichen Skandinavien für Deutschland eine höhere Wahrscheinlichkeit für Altweibersommer-typisches Wetter bei überwiegend warmen Temperaturen. Die Tiefdrucksysteme "rennen" dabei immer wieder gegen diese Hochdruckverbindung an, so dass gemäß dem europäischen Wettermodell im Zeitraum nach dem 5. Oktober eine Lücke zwischen den Hochdrucksystemen entstehen kann. Diese Lücke wird konsequent ausgenutzt, so dass sich bei England ein gradientenstarkes Kerntiefdrucksystem (980 hPa) positionieren kann. Deutschland liegt demnach auf der südlichen Strömungskomponente, so dass der Wettercharakter wechselhafter wird, die Temperaturen aber überwiegend im warmen Bereich verbleiben können. Das amerikanische Wettermodell zeigt im Trend im Zeitraum zwischen dem 5./10. Oktober ebenfalls eine "Austrogung" vor Mitteleuropa, welche aber weitgehend gradientenschwach ausfällt. Dabei liegt Deutschland zwischen dem Tief im Westen (England, Portugal, Azoren) und einem Hoch über dem Nordosten von Europa in einer südlichen und damit warmen, teils wechselhaften Grundströmung. Anders ausgedrückt gelingt es nach den heutigen Simulationen der Wettermodelle der atlantischen Frontalzone nicht, sich über dem skandinavischen Raum festzusetzen und damit das Zirkulationsmuster im ersten Oktober-Drittel nachhaltig zu verändern. Jedoch hält mit fortschreitender Jahreszeit der Winter in den nördlichen Regionen (nördl. 60 Breitengrad) Einzug , was die Tiefdruckaktivität weiter beleben sollte und im Trend ein Umbau des Zirkulationsmusters im/zum zweiten Oktober-Drittel (8./12. Oktober) wahrscheinlicher macht. Das Langfristmodell zeigt für die Herbstmonate Oktober und November einen - gegenüber dem vieljährigen Temperaturmittelwert - leicht positiven Temperaturverlauf bei einem weitgehend normalen Niederschlagsverhalten, welcher im Oktober im Süden auch leicht negativ ausfallen kann. Und im Winter? Da simuliert das Langfristmodell alles wie gehabt - normale bis leicht erhöhte Temperaturverhältnisse bei einer leicht erhöhten Niederschlagsneigung. Allerdings sei auch bemerkt, dass die Randfaktoren wie ein möglicher schwacher bis mäßiges El Niño Phänomen (aktueller ENSO Bericht: The chance of El Niño is at 60-65% during the Northern Hemisphere fall and winter), die Sonnenaktivität und auch die QBO (Quasi-Biennial-Oszillation) heute den Rückschluss auf einen weitgehend normalen Verlauf der Wintertemperaturen schließen lassen, welcher in Zeiten des Klimawandels durchaus auch einen leicht zu warmen Trend haben können. Und abseits der Randfaktoren - ist in einer theoretischen Betrachtungsweise auch ein zu kalter Winter möglich? Beim Wetter ist alles möglich - signifikant war in diesem Jahr das meridionale Strömungsmuster nach den viel zu warmen Wintermonaten 2013/2014, welche sich - bis auf Mai und August - im gesamten Jahresverlauf widerspiegelten. Somit ist der Gesamtjahresverlauf der Temperaturen bisweilen um etwa +2 Grad zu hoch gegenüber dem vieljährigen Mittelwert von 1961-1990. Gleichfalls auffällig war die Häufigkeit von hohem Luftdruck über dem skandinavischen Raum über die Frühlings- und Sommermonate hinweg bis in den September hinein. Insofern ist ein zu kalter Verlauf des Winters mit einem anhaltend gestörtem Zirkulationsmuster (Ost-West) - in einer theoretischen Betrachtungsweise - nicht auszuschließen. Stark vereinfacht ausgedrückt stehen die Verhältnisse zum heutigen Stand etwa wie folgt gegenüber: 46 Prozent spricht für einen normalen Temperaturverlauf im Winter, 24 Prozent zu kalt und 30 Prozent zu warm.

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