Der kommende markante Wetterumschwung in dieser Woche hat einige Fragen aufgeworfen, insbesondere die Frage "kommt der erste Schnee und was bedeutet "in höheren Lagen"?" scheint für viele noch nicht beantwortet zu sein. Die "Kaltluftzunge" des grönländischen Kältepols verlagert sich bis Mitte der Woche über das nördliche Skandinavien. Das Hochdrucksystem über Mitteleuropa verlagert sich über den Atlantik und baut eine Blockadesituation auf dem Atlantik auf, so dass die Tiefdrucksysteme von dort keine Chance haben werden sich bis nach Mitteleuropa durchzusetzen. Stattdessen kommt es zu einer im Oktober durchaus nicht untypischen Nordlage, bei der - angeregt durch die "Kaltluftzunge" - sich Tiefdrucksysteme über Skandinavien manifestieren können. Dabei tropft ein kleinräumiges Tiefdruckgebiet am Donnerstag in Richtung Mittelmeer ab. Gleichzeitig verschiebt das Hochdrucksystem seinen Schwerpunkt wieder nach Skandinavien und kapselt dabei das Tief über den Alpen/Mittelmeer ab. Man nennt solch einen Vorgang auch "Kaltlufttropfen", dessen Vorgänge äußerst dynamisch und komplex sind. So sind am Donnerstag bei Temperaturen von bis -2 Grad in 1.360 Meter Höhe bei entsprechender Intensität die ersten Schnee- und Graupelschauer bis 500 Meter und darunter nicht ausgeschlossen. In den darauf folgenden Tagen zieht das Tief nach Westen hin ab (gestörte Zirkulation), bleibt aber vor England für das Wetter in Deutschland wetterbestimmend, so dass im Zeitraum zwischen dem 12./15. Oktober weiterhin mit wechselhaftem Wetter gerechnet werden muss. Erst darüber hinaus zeigen die Wettermodelle Ansätze für eine Stabilisierung, wobei das Hochdrucksystem über Skandinavien und dessen Position ein großer "Unruhestifter" bis zum 17./20. Oktober bleiben wird. Im wesentlichen ergeben sich zwei wahrscheinliche Varianten. Die Erste ist eine relativ trockene, teils neblige Wetterphase zwischen dem 15./20. Oktober, wenn das Hoch über dem südlichen Skandinavien verbleibt. Weicht es hingegen erneut nach Westen hin aus, so entsteht eine neuerliche kühle und wechselhafte Nordlage über Mitteleuropa. Die Kontrollläufe simulieren mehrheitlich eine wechselhafte und leicht unterkühlte Wetterlage bis zum 17. Oktober - erst im weiteren Verlauf ist ein leicht positiver, bzw. normalisierender Trend zu erkennen.

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