Das Sommerhoch verlagert sich im ersten Juni-Drittel langsam nach Westen und ermöglicht einem Wetterwechsel mehr Spielraum.

Anfang Juni verlagert sich das Skandinavienhoch weiter nach Westen, bzw. richtet sich von den Azoren her ein Hochdruckkeil nach Norden in Richtung Island auf. So verändert sich an dem subtropischen warmen und zu Schauern und Gewitter neigenden Wettercharakter Anfang Juni wenig, wenngleich mit der Verlagerung die Grundströmung langsam auf nördliche Richtungen dreht und bis zum 4. Juni etwas trockenere Luftmassen nach Deutschland führen, was die Schauer- und Gewitterneigung insgesamt abschwächen kann. Die Temperaturen können über der Küste mit +17 bis +23 Grad etwas zurückgehen, doch weiter nach Süden ändert sich an den sommerlichen Temperaturen von +20 bis +26 Grad und örtlich über die +30 Grad Marke hinaus zunächst noch wenig.

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Wetter im Sommer: Auf die Position des Hochdrucksystems kommt es an

Eigentlich ist die kommende Entwicklung der Großwetterlage gut strukturiert. Das Hoch verlagert sich nach Westen und auf dessen Rückseite kann kühlere Luft nach Deutschland gelangen, wenn, ja wenn da nicht die atlantische Frontalzone wäre.

Was ist an der so besonders? Liegt das Hoch weiter westlich, so hat das eine Blockadewirkung auf die atlantische Frontalzone, welche sich endlich mal wieder in Richtung Mitteleuropa durchsetzen möchte. Doch gerade dieser Drang nach Osten kann das Hoch wieder in Richtung Mitteleuropa verschieben. Anders formuliert: außer Spesen nichts gewesen - das Hoch sorgt bei dieser Wetterentwicklung weiterhin für einen sommerlichen Wettercharakter.

Polarwirbelberechnung Sommer

Berechnung Polarwirbel nach den Kontrollläufen: Das Hochdrucksystem weitet seinen Einflussbereich nach Mitteleuropa aus © www.meteociel.fr

Kühles Sommerwetter

Das ist aber nur eine Variante. Viel plausibler aber ist, dass sich von Norden über das europäische Nordmeer und der Barentssee ein Tiefdrucksystem in Richtung Skandinavien voran arbeiten und damit auch das Wetter über Deutschland, der Schweiz und auch Österreich mit beeinflussen kann. Das Hoch bleibt über Island bestehen, während die atlantische Frontalzone versucht, weiter nach Osten voranzukommen. In Folge dieser Dreierkonstellation ergibt sich ein meridionales Strömungsmuster (Nord-Süd, Süd-Nord). Fast pünktlich zur sog. Wettersingularität der Schafskälte - rund um den 10. Juni - könnte das Sommerwetter kühler und unbeständiger werden. Wie kühl? +16 bis +21 Grad wären bei dieser Variante nicht auszuschließen.

Polarwirbelberechnung Sommer

Berechnung Polarwirbel nach den Kontrollläufen: Wenig sommerliche Trog- bis Westwetterlagen sind zum Beginn der zweiten Juni-Dekade möglich © www.meteociel.fr

Kontrollläufe: Wetterwechsel im ersten Sommermonat wird bestätigt

Die Überschirift ist exakt die gleiche wie gestern. Zwar steht noch zur Diskussion, wie weit sich das Hochdrucksystem nach Westen positionieren wird, doch wird in diesem Gesamtprozess und der Möglichkeit eines Tiefdrucksystems über Skandinavien der/ein Wetterwechsel im Juni zunehmend wahrscheinlicher.

Das wird nicht nur in den aktuellen Wetterprognosen des amerikanischen und europäischen Vorhersagemodells gestützt, sondern auch von den Kontrollläufen. So sinkt das Temperaturniveau vom 1. Juni mit +23 bis +30 Grad (Mittelwert: +25 bis +27 Grad) bis zum 13. Juni auf +14 bis +27 Grad (Mittelwert: +20 bis +21 Grad) ab. Der Mittelwert am 13. Juni entspricht in etwa auch dem langjährigen Mittelwert. Wetterwechsel ja, aber doch sehr gemäßigt und langsam von statten gehend - oder anders ausgedrückt: Das Sommerwetter wird normaler. Deutlich zu kalte Varianten sind erneut in der Minderheit, was auch auf dem nachfolgenden Diagramm ersichtlich wird.

Diagramm Temperaturen Juni 2018 vom 29.05.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Juni 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Wetter Sommer 2018: Aktuelle Wetterprognose des Langfristmodells

Das Langfristmodell verändert an seiner Sommerprognose 2018 kaum etwas. Der Juni soll gegenüber dem langjährigen Mittelwert +1 bis +2 Grad zu warm und der Juli und August 2018 mit -0,5 bis +1 Grad normal bis leicht zu warm ausfallen können. In der Niederschlagsentwicklung zeigt sich der Juni über dem Norden zu trocken, über dem Süden normal, im Juli über ganz Deutschland zu trocken und im August leicht zu nass. Berücksichtigt man, dass das Skandinavienhoch das Wetter über Deutschland mehr oder minder seit Februar beeinflusst, so kann man auch nicht erwarten, dass eine Veränderung mit aller Gewalt bevorsteht. Ein langsamer, aber dennoch steter Wechsel der Grundströmungen ist plausibler. In der These bleibt ein durchwachsenes und leicht zu warmes Sommerwetter bestehen. Die Sommermonate im Überblick:

Abweichungen der Temperaturen im Sommer gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
Juni 2018 +1 bis +2 Grad Trend: zu trocken
Juli 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: zu trocken
August 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: leicht zu nass

Diagramm der Temperaturentwicklung Frühling und Sommer 2018 vom 29.05.2018

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