Bis Ende Februar bleibt es hochwinterlich kalt und über dem Norden kommt noch etwas Neuschnee hinzu, was die Schneedecke dort noch etwas weiter anwachsen lassen kann. Weiter nach Süden lockert die Bewölkung mehr und mehr auf und häufiger ist dort Sonnenschein zu erwarten. Insbesondere die Nächte werden eisig kalt werden können. Anfang März stellt sich die Großwetterlage mit einem Tiefdruckzentrum zwischen England und Frankreich um. Das Tiefdruckgebiet führt auf seiner Vorderseite sehr milde Luftmassen über die Mittelmeerregion bis über die Alpen nach Deutschland, was bereits am 1. März über dem Südwesten für leichte Plusgrade sorgen kann. Insgesamt aber bleibt der erste Tag des meteorlogischen Frühlingsbeginns winterlich kalt. Das ändert sich aber bis zum 4. März wohl grundlegend - vor allem über dem Süden. Das Tiefdrucksystem verändert seine Position über England kaum und führt somit unentwegt milde Luftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz. Bis zum 4. März werden bei einem zunehmend unbeständigen Wettercharakter über dem Süden +7 bis +13 Grad und über dem Norden 0 bis +5 Grad erwartet werden können.

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Kritische Übergangsphase

Übergangsphasen von frostigen Temperaturen zu milden Werten ist immer als kritisch zu bewerten. Niederschläge können in dieser Übergangsphase sowohl als Schnee, als Eisregen, gefr. Regen oder nur als Regen niedergehen - ein erhöhtes Potential für unwetterartige Wetterereignisse ist in den ersten März-Tagen durchaus gegeben.

Zudem ist zum heutigen Stand noch nicht abzusehen, wie sich die Milderung tatsächlich durchsetzen wird. Dass diese kommen wird, steht nach Durchsicht der gängigsten Wettermodelle außer Frage - doch wie nachhaltig und vor allem wie durchgreifend wird diese sein?

Vom Winter in den Frühling: Kampf der Jahreszeiten

Der März zählt zwar zu den meteorologischen Frühlingsmonaten, doch kann dieser oftmals noch unterkühlt daher kommen. Richtige Frühlingsgefühle wollen bei Werten von +5 bis +10 Grad noch nicht so recht aufkommen. Umso spannender zeigt sich die aktuelle Wetterentwicklung, bei der sich im ersten März-Drittel ein Hochdrucksystem zwischen Grönland und Kanada aufbauen kann. Das Hochdrucksystem wäre für eine nachhaltige Beeinflussung des Wetters über Deutschland zu weit weg, aber dennoch stört es die Tiefdruckproduktion auf dem Atlantik bei Neufundland vehement und damit ist ein indirekter Einfluss gegeben. Dynamische Wettervorgänge sind somit weniger Wahrscheinlich und das Hochdrucksystem fördert mit Hilfe von Tiefdrucksystemen über der Karasee und Barentssee kalte Luftmassen nach Süden, welche bis über das südliche Skandinavien vorankommen können. Anders formuliert ist die kalte Luft nicht weit von Deutschland entfernt.

Winterlicher Rückfall?

Typisch für solch eine Konstellation wäre nun, dass die Tiefdrucksysteme Anfang März über Deutschland hinwegziehen und sich über dem östlichen Europa positionieren. Dann wäre nach dem 4./5. März die rasche Zufuhr von polaren Luftmassen bis nach Deutschland möglich und Schneeschauer wären im ersten März-Drittel zu bestaunen.

Frühlingshaft mild?

Bleiben die Tiefdrucksysteme aber westlich vor Mitteleuropa stehen, so ergeben sich für vorfrühlingshafte, bzw. frühlingshaft milde Temperaturen eine höhere Wahrscheinlichkeit. So berechnet bspw. das amerikanische Wettermodell für den 8. März sehr warme +10 bis +15 Grad und örtlich bis +17 Grad über dem Süden, während es über dem Norden mit +1 bis +5 Grad deutlich kühler bleiben kann.

Der Frühling würde gerne, der Winter aber auch

Die Entwicklung der Großwetterlage ist auch heute relativ eindeutig und bestätigt die Berechnungen der letzten Tage. Da aber wenige hundert Kilometer Positionsverschiebung zwischen winterliche, nasskalte und frühlingshaft milde Temperaturwerte entscheiden können, bleibt die Wetterentwicklung nach dem 4. März offen. Denn auch eine Grenzwetterlage bleibt in den Berechnungen der Wettermodelle erhalten (kalter Norden, warmer Süden).

Polarwirbelberechnung März

Berechnung Polarwirbel nach dem europäischen Wettermodell: Der Frühling hat es nicht leicht, der Winter aber auch © www.meteociel.fr

Die Kontrollläufe stützen ganz klar die Milderung Anfang März - sowohl für den Süden, als auch für den Norden. Der Hauptlauf des amerikanischen Wettermodells ist und bleibt aber einer der wärmsten Varianten, sodass man mit den berechneten frühlingshaft milden Werten noch skeptisch bleiben sollte. Der Mittelwert steigt von Ende Februar bis Anfang März über dem Süden um bis zu 15 Grad an und liegt bei rund +8 Grad. Über dem Norden liegt der Mittelwert bei etwas kühleren +5 Grad und zeigt zugleich, dass weder der Frühling, noch der Winter sich wirklich nachhaltig durchsetzen können. Ist der Temperaturtrend Anfang März noch positiv, so zeigt sich dieser nach dem 8. März mit einer negativen Tendenz. Anders formuliert sollte man vom Frühling noch nicht zu viel erwarten.

Diagramm Temperaturen im März 2018 vom 26.02.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe März 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Wettertrend Frühling und Sommer 2018 des Langfristmodells

Dass der Frühling es im März insgesamt schwer haben könnte sich durchzusetzen, zeigen auch die Berechnungen des Langfristmodells, welches den März 2018 mit einer Abweichung von -2 bis -0,5 Grad zu kalt berechnet. Die beiden anderen Frühlingsmonate April und Mai werden mit einer Abweichung von -0,5 bis +0,5 Grad weitgehend normal und im Trend leicht zu warm berechnet.

Für die Sommermonate Juni, Juli und August 2018 zeichnet sich ein ganz ähnliches Bild ab. So halten sich zum heutigen Stand die Abweichungen der Temperaturen gegenüber dem langjährigen Mittelwert in Grenzen und sind im Trend leicht positiv zu bewerten.

Im Niederschlagsverhalten soll der Frühling demnach gegenüber seinem Sollwert normal und der Sommer 2018 normal bis leicht zu nass ausfallen. Die einzelnen Monate in der grafischen Übersicht:

Diagramm der Temperaturentwicklung Frühling und Sommer 2018 vom 26.02.2018

Gegen 20:00 Uhr erfolgt heute Abend an dieser Stelle ein kurzes Update der Wetterprognose Frühling und Sommer 2018.

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Update der Wetterprognose Winter von 20:00 Uhr
Das amerikanische Wettermodell berechnete sowohl heute Nachmittag, wie auch heute Abend für die ersten März-Tage eine langsame, aber stetige Milderung von Süd nach Nord. Die kalten Luftmassen sind aber nicht weit von Deutschland entfernt und verharren über Skandinavien. Verschieben sich die Wettersysteme in den kommenden Tagen nur um wenige hundert Kilometer, sind vor allem für Norddeutschland auch noch kältere Varianten möglich.

Polarwirbelberechnung Februar
Berechnung Polarwirbel im März nach dem amerikanischen Wettermodell - Frühlingshaft milde Luftmassen aus südwestlichen Richtungen © www.meteociel.fr


Milderung
Auch das europäische Wettermodell berechnet eine ganz ähnliche Entwicklung der Großwetterlage, bei der sich bis zum 2. März ein Tiefdrucksystem bei England positionieren und bis zum 5. März milde Luftmassen über Deutschland führen kann.

Normalisierung der Temperaturen
Der Temperatursprung Anfang März beträgt nach den Kontrollläufen bis zu 15 Grad. Über dem Süden und Westen wäre bspw. am 6. März ein Mittelwert und die +5 bis +7 Grad und für den Norden und Osten zwischen +4 bis +6 Grad zu erwarten. Das ist weder winterlich kalt, noch frühlingshaft mild - entspricht aber den Jahreszeit-typischen Werten und sind im Trend sogar leicht zu mild zu bewerten.

Gibt es auch noch kältere Varianten?
Die gibt es. Meist verlaufen diese in der Form, als dass das Tiefdrucksystem sich rasch von England über das östliche Europa verlagert und dabei die kalten Luftmassen über Skandinavien "anzapft". Veränderungen sind in den kommenden Stunden zwar noch zu erwarten, doch ist eine Milderung - zumindest auf ein Jahreszeit-typisches Temperaturniveau - im ersten März-Drittel derzeit die wahrscheinlichste Wetterentwicklung. Die nächste Aktualisierung der Wetterprognose erfolgt am 27. gegen 09:00 Uhr in einer neuen Wettervorhersage für das Wetter März 2018.

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